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++++ Ein wirklich großes Verfahren wurde auch dem Frankfurter Konkurs-Altmeister DR. GERHARD WALTER (WALTER & WALTER) Mitte Oktober vom Bad Homburger Amtsgericht angetragen. Intensiv von der Öffentlichkeit verfolgt, versucht der Namenspartner der vier Anwälte zählenden Kanzlei seitdem die Flugzeuge der insolventen AERO LLOYD wieder in die Luft zu kriegen. Ein undankbares Unterfangen. Die Szene ist sich einig, dass massive Managementfehler der Airline-Führung zu der Pleite geführt haben und die Arbeit für Walter nicht gerade erleichtern. Gegenüber der Deutschen Presse Agentur sagte der Berliner Insolvenzverwalter Peter Leonhardt, die plötzliche Einstellung des Flugbetriebs sei ein großer Fehler gewesen. Um die Insolvenzmasse dürfte Walter ebenfalls nicht zu beneiden sein. Kaum ein Gegenstand, geschweige denn ein Flugzeug, sei tatsächlich im Eigentum der Gesellschaft, ist zu hören. Zudem belasten das Insolvenzgeld für die 1.400 Mitarbeiter und die knapp 9.000 Urlauber, die auf einen Schlag nicht mehr transportiert wurden und jetzt Forderungen geltend machen werden, das Vermögen. Trotz des Engagements der Unternehmensberatung Roland Berger hat es eine insolvenzrechtlich ausgerichtete Beratung im Vorfeld wohl nicht gegeben. Kurzfristig Luft verschaffte sich Walter nur, indem er zügig sechs Flugzeuge an einen amerikanischen Reiseveranstalter verliehen hat. Zudem konnte er die österreichische Tochter an den ehemaligen Formel 1- und Flugpiloten Niki Lauda veräußern. Trotzdem: Allein wegen der großen Aufmerksamkeit hätte sich wohl jedes Frankfurter Insolvenzbüro gewünscht, das Verfahren zu erhalten. Beobachter zeigten sich daher überrascht, dass es ausgerechnet der schon 62-jährige Walter, um den es in den vergangenen Jahren sehr ruhig geworden ist, bekommen hat. „Er gehört der alten Garde an. Das der sich das noch mal antut, ist erstaunlich“, sagte einer. Leonhardt aber unterstützt den Insolvenzverwalter: „Er wird das Beste aus der Situation machen. Walter ist ein honoriger und anständiger Kollege.“ ++++