Artikel drucken
17.08.2011

Mayer Brown startet in Düsseldorf: Aus für Büros in Köln und Berlin

Mayer Brown eröffnet zum Jahresbeginn 2012 in Düsseldorf. Dafür schließt sie ihre Büros in Berlin und Köln. Alle gut 20 Anwälte an den beiden Standorten sollen nach Düsseldorf wechseln. Schwerpunkte vor Ort werden die Bereiche Corporate, Immobilien und Kartellrecht.

Der Start in Düsseldorf kommt zwar zum jetzigen Zeitpunkt recht überraschend. Letztlich ist er aber im 2008 durch den neuen Managing Partner Dr. Jörg Wulfken eingeleiteten Umbaukurs der Kanzlei nur eine weiterer Schritt. Von der nordhein-westfälischen Landeshauptstadt aus will Mayer Brown vor allem ihren Schwerpunktbereichen Corporate/M&A und Bank- und Finanzrecht weiteren Auftrieb verleihen sowie dem internationalen Geschäft.

“Düsseldorf ist mit Frankfurt eines der wichtigsten Wirtschaftszentren Deutschlands“, sagte Wulfken. Im Vergleich zu den bisherigen Standorten Köln und Berlin erhofft sich Mayer Brown vor allem durch die größere Nähe zu zahlreichen Industriekonzernen der Region und Banken vor Ort Vorteile. Schon jetzt hat die Kanzlei unter anderem zur IKB und der WestLB etablierte Kontakte. Daneben soll Düsseldorf aber beispielsweise auch für das europäisch-asiatische Geschäft eine bedeutende Rolle spielen. Vor allem für japanische Unternehmen ist Düsseldorf ein bedeutender Anlaufpunkt im europäischen Markt, aber auch chinesische Unternehmen siedelten sich zuletzt verstärkt in der Region an.

Friedrich Merz

Mit dem Start in Düsseldorf einher gehen auch Veränderungen auf Führungsebene. Der langjährige CDU-Spitzenpolitiker und bisheriger Berliner Partner Friedrich Merz übernimmt vom Kölner Partner Christof Gaudig die Leitung der deutschen Praxis für Corporate/M&A.

Christof Gaudig

Gaudig seinerseits ist künftig als German Global Integration Partner praxisübergreifend für das Netzwerkgeschäft der Kanzlei zuständig, sprich für das verstärkte Einbringen von Mandanten der weltweiten Plattform nach Deutschland wie umgekehrt.

Der neue Standort ist der nächste Baustein im Wandlungsprozess der Kanzlei. Vor mehr als dreieinhalb Jahren hatte Mayer Brown begonnen, ihr Geschäft stärker auf Transaktionen auszurichten. Nach einiger personeller Unruhe in der Anfangsphase gewann die Kanzlei zuletzt personelle Stabilität zurück und feierte vor allem in den Kernbereichen Corporate und Finance zunehmend Erfolge in höherwertigem Geschäft. Dies schlug sich nicht nur im Geschäftsergebnis sehr positiv nieder (mehr…). Die Kanzlei wurde auch für Quereinsteiger der Spitzenkategorie attraktiver.

Erst vor knapp zwei Wochen gab ein Bank- und Kapitalmarktteams von Simmons & Simmons um Dr. Jochen Seitz seinen Einstieg bekannt (mehr…). Anfang Juli wurde bekannt, dass Mayer Brown mit dem Düsseldorfer Linklaters-Partner Dr. Carsten Grave einen der bundesweit renommiertesten jüngeren Kartellrechtler an sich binden konnte (mehr…). Er soll zum September im Kölner Büro anfangen. Für eine Stellungnahme war er zunächst nicht zu erreichen.

Mayer Brown, künftig mit rund 80 Anwälten in Deutschland nur noch in Frankfurt und Düsseldorf vertreten, geht derzeit davon aus, dass zumindest der weit überwiegende Teil der Berufsträger den Schritt in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt mitmacht. In Berlin sind derzeit gut zehn Anwälte tätig, in Köln rund ein Dutzend.

Unter den Großkanzleien wagte zuletzt 2009 Gleiss Lutz den Schritt nach Düsseldorf (mehr…). Zuvor hatte bereits Ende 2007 Linklaters ihr traditionsreiches Kölner Büro geschlossen (mehr…) und war nach Düsseldorf übergesiedelt. (René Bender)