Aktienhändler

Trade Republic sammelt mit Osborne Clarke, Taylor Wessing und Schnittker Möllmann Kapital ein

Das Berliner Startup Trade Republic bietet Wertpapierhandel fürs Handy an und hat bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde 62 Millionen Euro eingesammelt. Als Neuinvestoren stiegen der Silicon Valley Investor Accel und Peter Thiels Founders Fund ein. Altinvestoren – darunter die skandinavische Creandum und der Berliner VC-Fonds Project A – beteiligten sich ebenfalls.

Teilen Sie unseren Beitrag

Das Berliner Start-up Trade Republic bietet Wertpapierhandel fürs Handy an und hat bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde 62 Millionen Euro eingesammelt. Als Neuinvestoren stiegen der Silicon Valley Investor Accel und Peter Thiels Founders Fund ein. Altinvestoren – darunter die skandinavische Creandum und der Berliner VC-Fonds Project A – beteiligten sich ebenfalls.

Nicolas Gabrysch
Nicolas Gabrysch

Trade Republic, seit Anfang 2019 am Start, hat ihre Series-B-Finanzierung mit einem Neukapital von 62 Millionen Euro abgeschlossen. Damit will sie ihre Fintech-Plattform, über die Wertpapiere provisionsfrei angespart und gehandelt werden können, weiter ausbauen.

Hierzulande gilt das Unternehmen schon als lizenzierte und von der Bundesbank und BaFin beaufsichtigte Bank. Mithilfe der neuen Technologieinvestoren soll das Angebot nun auch in Österreich und anderen europäischen Ländern ausgerollt werden.

Angeführt wird die jüngste Finanzierungsrunde vom US-Tech-Investor Accel und vom Risikokapital­geber Founders Fund, der ebenfalls seinen Hauptsitz in den USA hat, aber hinter dem auch der deutsche Unternehmer Peter Thiel steht.

Bereits seit Sommer 2019 als Gesellschafter bei Trade Republic eingebunden sind der Stockholmer Venture Capital-Investor Creandum, der etwa 660 Millionen Euro Fondsvermögen hat, sowie der auf Technologie-Start-ups spezialisierte Berliner Kapitalgeber Project A.

Zur Series-A-Runde hatte eine Tochter des Düsseldorfer Online-Brokers sino AG, die knapp die Hälfte des Grundkapitals von Trade Republic hielt, ihre Anteile auf etwa 30 Prozent reduziert. Auch dieses Mal gab die sino-Gruppe Anteile ab. Die Investments stehen – wie bei Fintechs üblich – unter dem Vorbehalt eines erfolgreichen Inhaberkontrollverfahrens der Aufsichtsbehörden. 

Berater Trade Republic
Osborne Clarke (Köln): Nicolas Gabrysch (Federführung); Associates: Sarah Niessen, Nicole Preuss (alle Corporate/Venture Capital)

Frederik Gärtner
Frederik Gärtner

Berater Projekt A und Creandum
Schnittker Möllmann Partners: Lennart Lorenz (Bankaufsichtsrecht; Hamburg), Dr. Frederik Gärtner (Corporate/M&A; Berlin); Associate: Niklas Ulrich (Aufsichtsrecht; Hamburg)
Inhouse Recht Creandum (Stockholm): Beatrice Rellmann (Legal Counsel)

Berater Accel und Founders Fund
Taylor Wessing (Frankfurt): Hassan Sohbi (M&A/Venture Capital), Dr. Stefan Fröhlich (IP), Dr. Anna Izzo-Wagner (Bank- und Finanzrecht), Dr. Jan Grawe (Arbeitsrecht); Associates: David Becker (M&A/Venture Capital), Kian Böhmer (M&A),Till Otto (Bank- und Finanzrecht),  Dr. Sara Thienhaus (Arbeitsrecht), Carolin Schneider (IP/IT), Stella Weingärtner (Medien- und Telekommunikationsrecht), Dr. Melanie Moser (Kartellrecht; Düsseldorf)

Berater sino Beteiligungen
EY Law (Düsseldorf): Robert Manger, Kristina Fliege; Associate: Birthe Brüggemann (alle Corporate / M&A)
Carlswerk  (Düsseldorf): Dr. Simon Zeidler − aus dem Markt bekannt

Hassan Sohbi
Hassan Sohbi

Hintergrund: Ein Team von Osborne Clarke unter der Leitung von Partner Gabrysch beriet Trade Republic bereits zur vorigen Finanzierungsrunde. Das Mandat kam nach einer Empfehlung und einem erfolgreichen Pitch zustande.

Für regulatorische Fragen wurde hier nachgelagert noch ein aufsichtsrechtliches Team von Schnittker Möllmann hinzugezogen. Die Kanzlei hatte mit dem Berliner VC-Spezialist Gärtner schon die beiden Altinvestoren Creandum und Project A  zu ihrem Investment beraten. Project A ist ein Dauermandant von Schnittker Möllmann. Creandum schloss sich dieser Mandatsbeziehung nun an, da das Taylor Wessing-Team, das sie bei der Series-A-Runde von Trade Republic unterstützt hatte, nun die Neuinvestoren beriet.

Auch das Taylor Wessing-Tandem Sohbi und Becker konnte mit dieser Finanzierungsrunde direkte Folgemandatierungen verbuchen: Es hatte den Silicon-Valley-Investor Accel bereits im Januar mit Blick auf die Series-C-Finanzierungsrunde des Münchner Softwareanbieters Personio beraten. Von Peter Thiel beziehungsweise seiner Investmentfirma Valar Ventures waren Sohbi und Becker auch für die Series-B-Finanzierungsrunde von Cluno engagiert worden.

Kristina Fliege
Kristina Fliege

Fast parallel trafen sich die beteiligten Berater in der 65 Millionen US-Dollar schweren Finanzierungsrunde des Technologie-Start-ups Taxfix, das Steuererklärungen per App anbietet. Dort war Schnittker Möllmann jedoch die Company-Beraterin mit einem Team um Namenspartner Peter Möllmann und das Taylor Wessing-Team an der Seite ihrer langjährigen Mandantin Index Ventures. Osborne Clarke unterstütze den Schweizer Frühphasen-Investor Redalpine.

Beständig ist auch die Mandatsbeziehung zwischen der Sino Beteiligungen und dem Düsseldorfer EY Law-Team: Die Berater Manger und Fliege hatten den Investmentarm auch schon in der vorangegangenen FInanzierungsrunde von Trade Republic beraten. Damals waren sie noch bei PwC Legal tätig, doch sie wechselten Anfang des Jahres mit einem größeren Team zur anderen Rechtsberatungseinheit EY Law, die ihren Düsseldorfer Standort damit erneut verstärkte.

Regulatorische Fragen auf Verkäuferseite klärte nach JUVE-Informationen die Düsseldorfer Boutique Carlswerk.

Dieter Buchberger
Dieter Buchberger

Notariell beurkundet wurde die Finanzierungsrunde des Berliner Unternehmens nach Marktrecherchen bei Dr. Henryk Haibt in Düsseldorf.

Für ihren Markeintritt in Österreich hatte die Trade Republic Bank Anfang des Jahres ein Team um Dieter Buchberger von der Wiener Sozietät Buchberger Ettmayer an ihre Seite geholt. Diese Kanzlei hatte sich im Sommer 2019 aus einer Teamabspaltung von Baker McKenzie Wien gegründet und fungiert auch als Kooperationskanzlei von KPMG Law in Österreich. Dort ist die Aufnahme des Wertpapierhandels per App in den kommenden Monaten geplant.

 

Wir haben den Artikel nachträglich ergänzt

Artikel teilen