Container-Häfen

Allen & Overy-Mandantin Hapag-Lloyd weitet Geschäft deutlich aus

Hapag-Lloyd hat in den Tiefwasserhafen JadeWeserPort investiert. Die Hamburger Linienreederei beteiligte sich zu 30 Prozent am Container Terminal Wilhelmshaven sowie zu 50 Prozent am Rail Terminal Wilhelmshaven. Verkäuferin ist die dänische Linienreederei AP Moller-Maersk. Zudem zählt Hapag-Lloyd zu den Joint-Venture-Partnern, die ein neues Containerterminal im ägyptischen Daimetta aufbauen.

Teilen Sie unseren Beitrag
Hapag wurde vor 175 Jahren gegründet und erzielte im vergangenen Jahr rund 9 Milliarden Euro Nettogewinn. Foto: Hapag-Llyod

Der 2012 fertiggestellte JadeWeserPort in Wilhelmshaven gilt als der östlichste Tiefwasserhafen Nordeuropas. Er bietet hierzulande das einzige Tiefwasserterminal, eine 18 Meter tiefe Fahrrinne sowie ausnehmend große Containerbrücken. Für die Anbindung ans Hinterland sorgt das Rail Terminal Wilhelmshaven mittels Hafenbahn. Experten gehen davon aus, dass das Umschlagsvolumen durch die Beteiligung von Hapag-Lloyd steigen wird.  Der Terminalbetreiber Eurogate wird die verbleibenden Anteile an den Container- bzw. Rail-Stationen halten.

Für die internationale Seefracht

Im Hinblick auf den Terminalausbau in Ägypten erwarb Hapag-Lloyd 39 Prozent des Joint Venture ‚Damietta Alliance Container Terminal‘. Eurogate Damietta und Contship Damietta halten jeweils 29,5 Prozent der Anteile. Die restlichen 2 Prozent teilen sich Middle East Logistics & Consultants und Ship & C.R.E.W. Egypt. Im neuen Umschlagsplatz, der am Nil-Delta liegen wird, soll Platz für 3,3 Millionen der Zwanzig-Fuß-Standard-Container geschaffen werden. Die Inbetriebnahme ist im Jahr 2024 geplant. 

Das Transport- und Logistikunternehmen Hapag-Lyod, an dem auch die Hansestadt Hamburg beteiligt ist, kann mit 253 Containerschiffen bis zu 1,8 Millionen Standardcontainer transportieren. Sein Containerbestand beläuft sich insgesamt auf etwa 3,1 Millionen Großraumbehälter.

Jonas Wittgens

Berater Hapag-Lloyd
Allen & Overy (Hamburg): Dr. Helge Schäfer, Dr. Jonas Wittgens (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Börries Ahrens (Kartellrecht), Dr. Heike Weber (Steuerrecht; Frankfurt), Dr. Christian Hilmes (Immobilienrecht), Dr. Udo Olgemöller (Öffentliches Recht), Dr. Tim Müller (Compliance; beide Frankfurt), Dr. Daniel Bolm (Corporate/M&A); Associates: Dr. Jan-Benedikt Fischer, Daniel Wendler, Louisa Graubner (alle Corporate/M&A), Dr. Ioannis Thanos (Kartellrecht), Anna Kräling (Markenrecht), Catharina Glugla (Datenschutz; beide Düsseldorf), Dr. Thomas Dieker (Steuerrecht), Dr. Anna Jung (Öffentliches Recht), Lisa Wantzen (Arbeitsrecht), Dr. Jasmin Hense (Compliance), Hauke Jung (Immobilienrecht; alle Frankfurt)
Inhouse Recht (Hamburg): Thomas Mansfeld (General Counsel), Dr. Anne-Kathrin Drettmann (Deputy Head of Corporate Finance and Legal) – aus dem Markt bekannt

Berater Eurogate/ Eurogate Damietta / Contship Damietta / Eurokai-Gruppe
Blaum Dettmers Rabstein (Bremen): Dr. Götz Grevesmühl (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Peter Versteegen

Berater AP Moller-Maersk-Gruppe
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Dr. Peter Versteegen (Corporate) – aus dem Markt bekannt

Notar (Transaktion zum JadeWeserPort)
Notariat Bergstraße (Hamburg): Dr. Axel Pfeifer – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Erst vor Kurzem hatte ein Allen & Overy-Team um Partner Schäfer Hapag-Lloyd beim Erwerb des Container-Liniengeschäfts der Deutsche Afrika-Linien (DAL) beraten. Diese Verbindung besteht bereits seit über 30 Jahren und wird inzwischen mitgetragen von dem Hamburger Gesellschaftsrechtler Wittgen. Dieser war Anfang des Jahres in die Partnerriege der Magic-Circle-Kanzlei aufgenommen worden.

Hapag-Lloyd setzt auf unterschiedliche Berater. So war etwa bei der Übernahme des niederländischen Containerexporteurs NileDutch im Jahr 2021 oder der Verbriefung von Schiffscontainer-Frachtforderungen 2018 Hengeler Mueller mandatiert. Bei kapitalmarktrechtlichen Angelegenheiten – etwa der Emission eines nachhaltigen Bonds – griff Hapag-Lloyd des Öfteren auf White & Case zurück. 

Götz Grevesmühl

Wie Allen & Overy war auch Blaum Dettmers Rabstein bei beiden Terminal-Verhandlungen vertreten: Der Bremer Partner Grevesmühl beriet Eurogate sowohl bei der Transaktion zum JadeWeserPort als auch die Schwestergesellschaften Eurogate Damietta und Contship Damietta, die auch zur italienischen Eurokai-Gruppe zählen, zu Hapags Investment in Ägypten.

Die anderen Beteiligten am ägyptischen Containerterminal schalteten keine externen Berater ein.

Nach JUVE-Informationen war das Moller-Maersk-Mandat die letzte Tätigkeit für Versteegen unter der Flagge von Freshfields Bruckhaus Deringer. Der Hamburger Partner arbeitet seit Abschluss der Transaktion in eigener Sozietät, ebenfalls in Hamburg. 

Artikel teilen

Lesen sie mehr zum Thema

Deals Afrika-Linie

Hengeler Mueller berät Hapag-Lloyd bei Übernahme von NileDutch

Deals Frachtforderungen

Hapag-Lloyd stockt mit Hengeler ABS-Programm auf

Deals Kapitalmaßnahme

Hapag-Lloyd setzt erneut auf White & Case

Verfahren Vergleich

Leinemann- und Heuking-Mandanten einigen sich im Streit um JadeWeserPort