Juve Plus Auf hoher See

Kanadier steigen mit Dentons bei EnBW-Windpark ein

Der Energieversorger EnBW und die kanadische Enbridge machen in der Nordsee gemeinsame Sache: Enbridge steigt mit knapp 50 Prozent beim Windpark-Projekt 'Hohe See' ein. Die Investition beläuft sich auf insgesamt 1,8 Milliarden Euro.

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Thomas Schubert
Thomas Schubert

EnBW hatte seit dem vergangenen Frühjahr nach einem Partner für das Großprojekt ‚Hohe See‘ gesucht. Der Windpark liegt rund 100 Kilometer nördlich der ostfriesischen Inseln und soll im Herbst 2019 in Betrieb genommen werden. Er ist eines der größten Offshore-Projekte Europas: 71 Windräder sollen im Schnitt 560.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Enbridge betreibt in den USA und Kanada ein riesiges Pipeline-System, außerdem engagiert sich das Unternehmen bei Wind- und Solarenergie und bei den Themen Erdwärme und Energieübertragung. Teil der Verträge mit EnBW ist auch eine Option für Enbridge, sich am Offshore-Windparkprojekt ‚Albatros‘ zu beteiligen. ‚Hohe See‘ und ‚Albatros‘ liegen nicht weit voneinander entfernt, es könnten sich also Synergien ergeben, hofft EnBW. Die Kanadier entwickeln gerade diverse Offshore-Projekte in Europa, beispielsweise an der englischen und an der französischen Küste.

Einmalig ist nach Meinung von Branchenkennern, dass die Abwicklung des Projektes in den Händen eines einzigen Unternehmens liegt: Siemens stellt nicht nur die Windräder her, sondern fungiert auch als Generalunternehmer für den Bau der Fundamente und die anschließende Aufstellung der Turbinen. Für die Verkabelung der Windräder ist VKMS zuständig, eine Tochter des niederländischen Seebaggerspezialisten Boskalis. Das Umspannwerk wird von einem Konsortium aus belgischen Unternehmen um Engie Fabricom (früher Cofely Fabricom) gebaut.

Berater Enbridge
Dentons (Berlin): Thomas Schubert (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Josef Hainz (Kartellrecht), Dr. Julia Zeitz-Krüger (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Tobias von Gostomski (Immobilienrecht), Dr. Sven-Oliver Friedrich (Frankfurt), Bill Jenkins (beide Corporate/M&A), Cameron Hughes (Energie-Transaktionen), Stephanie Campbell (Bank- und Finanzrecht; alle Calgary), Charles July (Energierecht; London); Isabelle Puhl (Arbeitsrecht), Dr. Jan Scharfenberg (Öffentliches Wirtschaftsrecht/Kartellrecht), Dimitrios Andreadis, Dr. Dominik Kuhn, Dr. Felix Krüger, Dr. Anja Tschierschke (Frankfurt; alle Corporate/M&A), Christopher Thomson (Energierecht; London)
PricewaterhouseCoopers (Düsseldorf): Marion Gohr – aus dem Markt bekannt

Lamb_Jochen
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Berater EnBW
CMS Hasche Sigle (Stuttgart): Dr. Jochen Lamb (Federführung Corporate), Dr. Carolin Armbruster (beide Corporate/M&A), Dr. Marc Riede, Dr. Kerstin Block (beide Finanzierungen; Hamburg), Roland Wutzke (Steuerrecht), Dr. Holger Kraft (Federführung Serviceverträge), Dr. Hans Kiderlen, Matthias Sethmann, Tim Stahlberg (alle Projektverträge; Hamburg); Martina Meier (Corporate/M&A), Dr. Michaela Ott (Steuerrecht), Jonas Heimbach, Heinrich Maywald, Dr. Nadine Lichtblau, Dr. Moritz von Bismarck (alle Projektverträge; Hamburg)
PricewaterhouseCoopers (Frankfurt): Dr. Thomas Schänzle, Christian Birker, Henrik Wrede, Dr. Martin Dippel-Nissen (beide Hamburg)
Inhouse Recht (Karlsruhe): Dr. Bernd Wörner (Corporate/M&A), Hannes Nordmann (Projektbetreuung Hamburg), Kristina Hauck (Corporate), Döne Ayhan, Hans-Jürgen Peter (beide Projektverträge), Irina Koslowsky, Patrizia Berck (beide Finanzierungen), Bernold Schöbitz (Netzanschluss)
Inhouse Steuern (Stuttgart): Dr. Gerd Gutekunst (Leiter Konzernsteuerabteilung), Nina Koch (Konzernsteuerexpertin)

Hintergrund: Beide Kanzleien haben ihre Mandanten jeweils umfassend rechtlich beraten. Der Kontakt zu Enbridge kam bei Dentons durch die kanadische Praxis zustande. Deren Anwälte haben den Energiekonzern schon in der Vergangenheit beraten und für das deutsche Projekt die Büros in London, Frankfurt und Berlin ins Spiel gebracht. Schubert, der 2015 in Berlin von Olswang zu Dentons gestoßen war, übernahm schließlich die Federführung des Projektes, das neben der Transaktionsberatung unter anderem auch die Beratung zu den Serviceverträgen und alle regulatorischen Aspekte umfasste.

CMS, die EnBW schon seit mehreren Jahren berät und zuletzt den Einstieg des Investors Macquarie beim EnBW-Ostsee-Windpark Baltic 2 juristisch begleitete, unterstützt das Inhouse-Team des schwäbischen Energieversorgers bei allen ‚Hohe See‘- Projektstufen. Mit CMS-Partner Lamb in der Federführung bekam das Großprojekt zunächst eine rechtliche Struktur, anschließend haben die Anwälte über knapp ein Jahr die Auswahl des passenden Investors und anschließend die Verhandlungen mit Enbridge begleitet. Parallel setzte ein Team um den Lead Counsel Kraft, Partner in Hamburg, die umfangreichen Projektverträge mit Siemens, VBMS und dem belgischen Konsortium um.

Steuerlich war das Projekt über EnBW in mehrere Pakete aufgeteilt: Die Beratung zur Gesamtstruktur übernahm PwC, die auch in der Vergangenheit schon häufiger für EnBW tätig gewesen sind. Die Berater haben für den schwäbischen Energiekonzern bereits das Projekt Baltic 2 steuerlich aufgesetzt. Normalerweise arbeitet EnBW vor allem mit dem Frankfurter PwC-Büro zusammen, für das Nordseeprojekt kamen auch Steuerberater aus Hamburg hinzu.

CMS-Steuerpartner Wutzke beriet zu den steuerlichen Aspekte der Partnerschaft mit Enbridge. Die Kanadier haben nach JUVE-Informationen ebenfalls ein PwC-Team eingebunden, und zwar aus Düsseldorf.

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