Blackstones Plattform

Logicor geht mit Clifford, Linklaters, Gleiss und Hengeler an chinesischen Staatsfonds

Der Verkauf der europäischen Logistikplattform Logicor an den chinesischen Staatsfonds China Investment Corporation (CIC) ist abgeschlossen. Der Kaufpreis für das Unternehmen beträgt 12,25 Milliarden Euro, wobei rund 2 Milliarden Euro auf die deutschen Logistikimmobilien entfallen. Die Behörden haben der Transaktion bereits zugestimmt.

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Stoecker_Philipp
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Der Deal gilt als die zweitgrößte Immobilientransaktion aller Zeiten und als die größte des letzten Jahres in Deutschland: Ende November konnten die letzten Hindernisse ausgeräumt werden, die dem bereits im Juni angekündigten Verkauf noch im Weg standen.

Blackstone gründete Logicor 2012 und dürfte damals bereits die Entwicklung des Onlinehandels und seine Bedeutung für die Logistikbranche im Blick gehabt haben. In dem Unternehmen verwaltete und entwickelte das amerikanische Private-Equity-Unternehmen seitdem sein europäisches Logistikimmobilienvermögen. Nach eigenen Angaben hat Blackstone das Portfolio in über 50 Transaktionen zusammengetragen. Noch Ende Februar 2016 wechselten 36 osteuropäische Logistikstandorte für über 530 Millionen Euro von der österreichischen Immofinanz ins Logicor-Portfolio.

Insgesamt gingen rund 13 Millionen Quadratmeter Fläche in ganz Europa an den Käufer aus China, der – wie im Dezember auch bekannt wurde – Blackstone wieder bei Logicor einsteigen ließ. Mit zehn Prozent sicherte sich der Investor nicht nur einen Anteil, sondern auch den Auftrag, das Logicor-Portfolio weiterhin zu verwalten.

Immer wieder gab es im Vorfeld Gerüchte, Blackstone wolle das Unternehmen an die Börse bringen, sollten die Angebote nicht den Erwartungen entsprechen. Im Markt war allerdings das Interesse groß. Medienberichten zufolge zeigte sich damals auch der größte asiatische Betreiber von Logistikimmobilien, Global Logistic Properties (GLP) aus Singapur, interessiert.

Die Niederlage im Bieterkampf um die Logicor-Plattform haben die Singapurer schnell verwunden: Ende Oktober konnten sie ihren Markteintritt in Europa verkünden mit dem Zukauf der europäischen Logistikstandorte von IDI Gazeley. Das Portfolio mit rund drei Millionen Quadratmetern Fläche gehörte zuvor dem US-Konzern Brookfield Property. GLP zahlte für den europäischen Teil des Logistikimmobilienentwicklers Gazeley insgesamt 2,3 Milliarden Euro, wobei rund 850 Millionen Euro auf die deutschen Standorte entfielen.

Berater China Investment Corporation
Clifford Chance (London): Adrian Levy (Federführung; Immobilienrecht/M&A); Associates: Dr. Philipp Stoecker (Koordination), Jörg Reinshagen, Marisol Peláez-Romero (alle Immobilienrecht; alle Frankfurt)

Loll_Carsten
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Berater Blackstone
Simpson Thacher & Bartlett (London): Wheatly McNamara (Private Equity/Immobilienrecht), Tom Lloyd (beide Federführung; Bank- und Finanzrecht); Associates: Sneha Shah, Harris Kaufman (beide Immobilienrecht), Edward Hampson, Andrea Haughton (beide Bank- und Finanzrecht)
Linklaters (München): Dr. Carsten Loll (Federführung; Immobilienrecht), Michaela Sopp (Bank- und Finanzrecht); Associates: Lisa Waizenhöfer, Barbara Rybka, Eva Schünemann, Sebastian von Hornung, Sarah Oelsner (alle Immobilienwirtschaft), Dr. Isabell-Carmen Weis (Bankrecht)
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Tim Weber, Dr. Jan Bauer (beide Immobilienrecht/M&A)
Hengeler Mueller (Frankfurt): Thomas Müller (Immobilienrecht/M&A)

Müller_Thomas
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Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Die Transaktion unterlag englischem Recht. Federführend waren zwei Londoner Teams der Kanzleien Clifford Chance und Simpson Thacher & Bartlett mandatiert. Wegen der großen Anzahl der europaweit verstreut liegenden Immobilienpakete, die den Eigentümer wechseln sollten, kamen die federführend tätigen Kanzleien nicht umhin, auch deutsche Kanzleien und Anwälte zu beteiligen.

Etwa spannte der für die CIC mandatierte Clifford-Partner Levy, der die Transaktion insgesamt für die Chinesen koordinierte, neben einem Prager Clifford-Team, das die osteuropäischen Logicor-Standorte überblicken sollte, auch ein deutsches Team für die zentraleuropäischen Standorte ein. Dieses Team, das neben den deutschen auch die Logicor-Standorte in Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Italien, Portugal und Österreich im Auge behielt, leitete der Frankfurter Senior Associate Stoecker. Er sammelte die Informationen, die ihm von den Blackstone-Anwälten zu den Logicor-Portfolios übermittelt wurden, um sie zusammen mit den deutschrechtlichen Besonderheiten des Deals der Londoner Federführung zu vermitteln.

Während Blackstone für die Gesamtabwicklung des Deals nach englischem Recht die Kanzlei Simpson Thacher & Bartlett mandatierte, war Linklaters-Partner Loll für die Transaktion in Deutschland und die länderübergreifende Koordination des Vendor Due Diligence Report im Lead. Die Arbeit zur Vendor Due Diligence begann, als Loll noch Partner bei DLA Piper in München war. Anfang 2017 verließ Loll mit seinem Team und dem laufenden Mandat DLA in Richtung Linklaters. Von der neuen Plattform aus finalisierte er zusammen mit Partnerin Sopp, die bei Finanzierungsfragen unterstützend beriet, und an der Seite der Kanzlei Simpson Thacher & Bartlett den Verkauf.

Loll dürfte das Mandat auch bekommen haben, weil er für Blackstone unter anderem 2016 zum Kauf des Immofinanz-Portfolios beraten hatte. Weiteren Input stellten Kanzleien zur Verfügung, die in der Vergangenheit für Blackstone Portfolios erworben hatten. So etwa Hengeler mit Partner Müller als auch Gleiss Lutz mit den Partnern Weber und Bauer.

Weber wirkte Ende des Jahres außerdem beim Verkauf von Gazeley an GLP mit, wobei ein von London aus geführtes Team von Kirkland & Ellis die asiatische Käuferin GLP beriet. Gazeley selbst hatte für die rechtlichen Aspekte in Deutschland und Ungarn ein Team um die Noerr-Partnerin Dr. Astrid Frense an der Seite. Die internationale Abstimmung für sie übernahm Mayer Brown. (Martin Ströder)

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