Cashlink als Pionier

Frankfurter Fintech beantragt mit EY Law eWpG-Lizenz

Cashlink Technologies bemüht sich als eines der ersten Unternehmen in Deutschland um eine Lizenz zum Führen eines Kryptowertpapierregisters. Das Frankfurter Fintech hat die Absicht Mitte August bei der BaFin angezeigt. Basis ist das Gesetz über elektronische Wertpapiere, das im Juni in Kraft trat.

Teilen Sie unseren Beitrag
Johannes Blassl
Johannes Blassl

Cashlink wird voraussichtlich in zwei Monaten eine vorläufige BaFin-Erlaubnis zur Kryptowertpapierregisterführung erhalten. Noch 2021 plant das Unternehmen, einen vollständigen Erlaubnisantrag einzureichen, der einem Erlaubnisverfahren nach dem Kreditwesengesetz entspricht und aufwendiger ist.

Das Softwareunternehmen Cashlink bietet seit 2018 Werkzeuge, Lizenzen und Dienstleistungen für einen digitalisierten Kapitalmarkt, der unter anderem die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) nutzt. Im Zentrum stehen Software-as-a-Service-Lösungen für die Ausgabe, die Abwicklung und den Handel mit digitalen Wertpapieren. Das Unternehmen entstand 2016 mit einem Fokus auf Zahlungsdienste und beschäftigt aktuell rund 20 Mitarbeiter.

Das Führen eines digitalen Wertpapierregisters umfasst zwei Varianten: elektronische Zentralregisterwertpapiere, bei denen ein digitales Dokument die bislang in Papierform nötige Globalurkunde ersetzt, und Kryptowertpapiere an sich. Auch das bereits bestehende Vorgehen über Security Tokens bleibt als Weg erhalten, Wertpapiere zu begeben.

Aktuell ist die Ausgabe von elektronischen Wertpapieren gesetzlich auf die Anlageklassen Schuldscheine und Inhaber-Fondsanteile begrenzt. Eine Ausweitung auf weitere Asset-Klassen wie Aktien ist jedoch abzusehen.

Berater Cashlink Technologies
EY Law (Eschborn): Dr. Ansgar Becker, Dr. Johannes Blassl (beide Federführung), Robert Jung (alle Finanzaufsichtsrecht)

Hintergrund: Blassl beriet Cashlink bereits als Associate bei GSK Stockmann, von wo er 2019 zu EY Law wechselte. Deren auf die Finanzbranche ausgerichtete Praxis zählt aktuell 28 Rechtsanwälte. An dem Cashlink-Mandat waren auch Alexander Kersten als Wirtschaftsjurist und Senior Consultant sowie neben EY Law Wirtschaftsberater um Maximilian Taut von EY beteiligt. Bei Cashlink selbst verantworten das Management um den Gründer Michael Duttlinger, die für Finanzen und Operations zuständige Dorette Daume und Lars Olsson vom Marketing das Lizenzverfahren.

Bei GSK gehörte Blassl zum Team um Bankaufsichtsrechtler Peter Scherer, das unter anderem die erste in Deutschland originär als Blockchain-Transaktion abgewickelte Wertpapieremission rechtlich absicherte. Daran beteiligt waren Siemens als Investor, Continental als Emittent und die Commerzbank als Blockchain-Operator, E-Geld-Emittent und Arranger.

Zu einer Plattform für die Ausgabe von Securities Tokens hatte im Sommer 2019 ein Ashurst-Team um Partner Matthias von Oppen das Start-up beraten. Für aufsichtsrechtliche Fragen war Partner Dr. Detmar Loff zuständig.

Artikel teilen

Lesen sie mehr zum Thema