Juve Plus Harbour kauft Wintershall

Clifford, Freshfields und Latham bauen britisch-deutschen Energiekonzern

Der britische Ölkonzern Harbour Energy übernimmt die BASF-Tochter Wintershall Dea. Darauf haben sich BASF sowie die Minderheitsaktionärin LetterOne mit den Briten geeinigt. Die Transaktion wird mit gut zehn Milliarden Euro bewertet.  

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Die Wintershall-Hauptverwaltungssitze in Kassel und Hamburg seien nicht Teil der Transaktion, teilte BASF mit. Dies werde letztlich ihre Schließung erfordern. Harbour beabsichtige aber, einige Mitarbeiter in das kombinierte Unternehmen zu übernehmen. Der Konzern beschäftigt einem Sprecher zufolge rund 600 Menschen am Standort Kassel und weitere 300 in Hamburg. 

BASF hält 72,7 Prozent an dem Öl- und Gaskonzern und LetterOne 27,3 Prozent. Die beiden Eigner sollen insgesamt 2,15 Milliarden Dollar (1,96 Mrd Euro) sowie einen Anteil an dem kombinierten Unternehmen erhalten. Der Baranteil für BASF beträgt laut Mitteilung 1,56 Milliarden Dollar.

Russlandgeschäft bleibt außen vor

Die Ludwigshafener sollen eine Beteiligung von 39,6 Prozent an dem fusionierten Konzern bekommen. Die Transaktion bewertet Wintershall Dea mit rund 10,2 Milliarden Euro. Ein Abschluss des Geschäfts wird für das vierte Quartal 2024 angestrebt – vorbehaltlich der kartellrechtlichen und behördlichen Genehmigungen.

Stefan Rothweiler

BASF teilte mit, die Vereinbarung sehe die Übertragung des Produktions- und Entwicklungsgeschäfts sowie Explorationsrechte in Norwegen, Argentinien, Deutschland, Mexiko, Algerien, Libyen, Ägypten und Dänemark sowie Lizenzen zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid vor.

Ausgeklammert bleibt das Geschäft mit Russlandbezug, dessen rechtliche Trennung BASF zufolge vorangetrieben wird. BASF und LetterOne werden Eigentümer dieser Gesellschaft bleiben. Das Geschäft umfasst Anteile an den Gemeinschaftsunternehmen in Russland, einen Anteil an Wintershall in Libyen, an Wintershall Noordzee in den Niederlanden sowie an Nord Stream.

Dominik Heß

Berater Harbour Energy
Clifford Chance (London): Steven Fox (Corporate/M&A), Simon Williams (Bank-/Finanzrecht; beide Federführung), Graham Philipps, Dominik Heß (Düsseldorf; beide Corporate/M&A), Simon Thomas (Kapitalmarktrecht), Michael Lyons (Außenwirtschaftsrecht), Nicola Hemsley, Dominik Engl (Frankfurt; beide Steuerrecht), Greg Olsen, Dr. Dimitri Slobodenjuk (Frankfurt; beide Kartellrecht), Dr. Mathias Elspaß (Energierecht; Düsseldorf), Sonia Gilbert, Clare Hoxey, Chinwe Odimba-Chapman, Dr. Sebastian Ritz (Düsseldorf; alle Arbeitsrecht), Dr. Axel Wittmann (Corporate/M&A), Dr. Claus-Peter Knöller (Steuerrecht; beide Frankfurt), Philip Angeloff (Außenwirtschaftsrecht; Washington), Chandra Ghosh, Caroline Scholke (beide Kartellrecht), Zaid Mansour (Energierecht; beide Düsseldorf); Associates: Olivia Higgs, Yannick Niedergethmann, Robert Clev (beide Düsseldorf; alle Corporate/M&A),  Carla Winslow-Kruger (Bank-/Finanzrecht; Frankfurt), Alexander Stemmler (Arbeitsrecht; Düsseldorf)

Berater Bankenkonsortium
Linklaters (London): Toby Grimstone (Federführung; Bank-/Finanzrecht) – aus dem Markt bekannt

Sabrina Kulenkamp

Berater BASF
Inhouse Recht: Dr. Stefan Rothweiler (Vice President Legal Corporate), Dr. Holger Pattberg (Director Legal Corporate; beide Federführung), Stephan Purps (Director Legal Corporate), Dr. Michael Reichle (Director HR), Jochen Beyer (Director International Tax) – aus dem Markt bekannt
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Rick van Aerssen, Dr. Sabrina Kulenkamp (beide Federführung), Graham Watson, Samira Afrasiabi (London; alle Corporate/M&A), Dr. Maria Dreher-Lorjé (Wien), Thomas McGrath (London), Rafique Bachour (Brüssel), Dr. Frank Röhling (Berlin; alle Kartellrecht), Prof. Dr. Norbert Schneider (Steuerrecht; Düsseldorf), Dr. Philipp Dohnke (IP/IT; Hamburg), Dr. Frank Schaer (Arbeitsrecht), Bukunola Alakija (Corporate/M&A), Sarah Jensen (Kartellrecht; beide London); Associates: Dr. Thomas Kelm, Martha Davis, Chloe Coleman, Dominic Armstrong (alle Corporate/M&A), Susannah Prichard (alle vier London), Dr. Florian Reiter-Werzin (Wien), Nicholas English (London), Victoria Baert (Brüssel; alle Kartellrecht), Thomas Richter (Steuerrecht; Düsseldorf), Dr. Nikolaus Bunting, Dr. Linus Cathomas (beide Kapitalmarktrecht), Dr. Elisabeth Wulf (IP/IT; Hamburg), Dr. Valentin Lang (Arbeitsrecht)

Berater LetterOne
Akin Gump Strauss Hauer & Feld (London): Shaun Lascelles, Amy Kennedy (beide Corporate/M&A), Davina Garrod (Kartellrecht), Kambiz Larizadeh (Litigation); Associates: George O’Malley, Ben Balzan (beide Corporate/M&A), Kadambari Chinoy, Tommi Lahtinen (beide Kartellrecht)
Hogan Lovells: Dr. Volker Geyrhalter (München), Sylvain Dhennin, Alastair Young (alle Federführung), Patrick Sarch, Anthony Doolittle (alle Corporate/M&A; alle London), Dr. Falk Schöning, Lourdes Catrain (beide Kartellrecht; beide Brüssel), Dr. Kerstin Neighbour (Arbeitsrecht; Frankfurt); Florian Bortfeld, Cornelius Naumann  (beide München), Charles Jemmett  (Birmingham); Associates: Gaspare Chirillo (London; alle Corporate/M&A), Stephanie Seeuws (Kartellrecht; Brüssel), Paul Single (Arbeitsrecht; Frankfurt)

Tobias Larisch

Berater Wintershall DEA
Latham & Watkins (Düsseldorf): Dr. Tobias Larisch (Federführung); Associate: Alexander Pfeifer (beide Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Clifford Chance, bei der die Londoner Partner Fox und Williams im Lead waren, war bereits im April 2021 aufseiten der damaligen Chrysaor bei der Verschmelzung mit Premier Oil zu Harbour Energy beteiligt, die dadurch zum größten unabhängigen Öl- und Gas-Konzern an der Londoner Börse wurde. Auf deutscher Seite nahm der Düsseldorfer Corporate-Partner Heß bei der aktuellen Transaktion eine wesentliche Rolle ein.

Aufseiten der Mehrheitseignerin BASF steuerte das Inhouse-Team um Dr. Stefan Rothweiler den Prozess. Rothweiler rückte im Juli 2023 als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Dr. Georg Franzmann vom Stellvertreter zum Leiter des Corporate-Legal-Teams der Ludwigshafener auf. Von 2017 bis 2022 leitete er die Rechtsabteilung von BASF Frankreich in Paris. 

Russland wird ausgeklammert

An seiner Seite hatte der Konzern ein großes Freshfields-Team um die Transaktionspezialisten van Aerssen und Kulenkamp mandatiert. Van Aerssen war bereits im Mandat, als BASF und LetterOne 2017 ihre Töchter Wintershall und DEA fusionierten. Er hatte damals noch den heutigen Latham-Partner Dr. Tobias Larisch an seiner Seite.

Larisch, der 2018 zu Latham wechselte, war nach JUVE-Informationen bei Wintershall Dea diesmal mit einem kleinen Team für die Gesellschaft und den Vorstand tätig. Seine Aufgabe war es, das Russlandgeschäft, das nicht Teil des Deals ist, zu separieren.    

Erst Linklaters, dann Akin Gump

Die in Luxemburg ansässige Minderheitsaktionärin LetterOne beauftragte zum wiederholten Mal die Londoner Niederlassung der US-Kanzlei Akin Gump Strauss Hauer & Feld. Medienberichten zufolge war die Einheit auch im September aufseiten von LetterOne involviert, als das Unternehmen den in Großbritannien ansässigen Breitbandanbieter Upp an Virgin O2 und Nexfibre verkaufte. Der Deal kam auf Anordnung der britischen Regierung zustande, die gegenüber dem russischen Unternehmern zugerechneten LetterOne Gründe der nationalen Sicherheit ins Feld führte.  

Ein deutsch-britisches Hogan Lovells-Team unter der Co-Federführung des Münchner Partners Geyrhalter beriet LetterOne zu Fragen des Gesellschafts-, Kartell- und Arbeitsrechts. Der Fokus lag dabei auf dem deutschen Recht und auf Restrukturierungsaspekten.  

Barclays als zentrale Geldgeberin wurde nach Informationen aus dem Markt von einem Londoner Linklaters-Team unter der Federführung von Grimstone beraten. Linklaters war beim Zusammenschluss von Wintershall und DEA aufseiten von LetterOne mandatiert gewesen, damals unter der Federführung von Corporate-Partner Dr. Tim Johannsen-Roth und dem Energiewirtschaftsexperten Christopher Bremme. Von einem aktuellen Auftrag als Local Counsel an der Seite von Akin Gump wurde jedoch nichts bekannt. (mit Material von dpa)

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