Fußball

Club-Rechtschefs begleiten Millionentransfer von Haaland

Der Fußballprofi Erling Haaland steht vor einem Wechsel von Borussia Dortmund zu Manchester City. Bis zum offiziellen Transferfenster könnten aber noch offene juristische Fragen anstehen.

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Foto: Martin Meissner / Associated press/picture alliance

Top-Stürmer Haaland, in seinem Heimatland Norwegen eigentlich Håland geschrieben, wechselt für die festgeschriebene Ablöse von 75 Millionen Euro. Das ist nicht nur für Fußball-, sondern auch für Börsenfans eine Meldung. Denn der BVB zählt zu den wenigen börsennotierten deutschen Clubs. Die BVB-Geschäftsführung erwartet von dem Transfer einen positiven Effekt von 35 bis 40 Millionen Euro auf das finanzielle Ergebnis für das kommende Geschäftsjahr, auch wenn von der Ablösesumme unter anderem Steuern und der Anteil des kürzlich verstorbenen Haaland-Beraters Mino Raiola abgezogen werden müssen.

Haalands Zielverein, Manchester City Football Club, gehört über die Abu Dhabi United Group Investment & Development mehrheitlich dem Emirat Abu Dhabi. Der Club ist bereits seit 1894 eine Kapitalgesellschaft, gehört seit 2007 aber im Wesentlichen überseeischen Investoren.

Hinsichtlich des Wechsels wurde der BVB von Dr. Robin Steden beraten, dem Leiter für Recht und Investor Relations. Sein Pendant in Manchester war der dortige Rechtsleiter Nick Carter. Für Haaland selbst könnte sich in den nächsten Tagen noch ein englisches Kanzleiteam zur Klärung letzter Fragen einschalten.

Auch Kapitalmarktrecht spielt eine Rolle

Neben arbeits- und verbandsrechtlichen Fragen spielt für die börsennotierten Dortmunder das Kapitalmarktrecht eine wichtige Rolle. Auch Transfers können insiderrelevante Ereignisse darstellen. Insiderrelevante Ereignisse bei großen Transaktionen börsennotierter Unternehmen werden in allen Branchen regelmäßig von der Finanzaufsicht BaFin untersucht. Folglich veröffentlichten die Dortmunder auch eine Ad-hoc-Mitteilung.  

Im Winter hatte Borussia Dortmund bei gemeinsamen Normenkontrollanträgen gegen die Corona-Geisterspiele mit den Fußballvereinen 1. FC Köln und Arminia Bielefeld mit einem Team von Hengeler Mueller zusammengearbeitet. Gesellschafts- und kapitalmarktrechtlich wurde der BVB in der Vergangenheit punktuell von Aderhold beraten. 

Bereits 1949 startete ein Fußballspieler aus einer deutschen Liga bei Manchester City, allerdings ablösefrei: Bert Trautmann war als Fallschirmjäger gegen Ende des Krieges in England gefangen genommen worden und machte später 508 teils legendäre Spiele für den Club.

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