Containergeschäft

VTG übernimmt mit Hengeler Schweizer Waggonvermieter AAE

Das Hamburger Logistikunternehmen VTG hat seinen Schweizer Wettbewerber Ahaus Ahlstätter Eisenbahn (AAE) übernommen. Verkäufer war Andreas Goer als Alleineigentümer der AAE. Das Volumen der Transaktion beläuft sich einschließlich Schulden auf rund 1,2 Milliarden Euro.

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Daniela Favoccia
Daniela Favoccia

Die Transaktion wird über VTG-Aktien, eine Barkomponente sowie ein Verkäuferdarlehen finanziert. Diese subordinierte sogenannte Vendor Loan Note mit Eigenkapitalcharakter beläuft sich auf rund 230 Millionen Euro. VTG beabsichtigt im Zusammenhang mit der Transaktion, das Verkäuferdarlehen mit einer Hybridanleihe abzulösen. Die VTG-Aktien werden in Form einer Sachkapitalerhöhung von etwa 100 Millionen Euro ausgegeben. Der bisherige AAE-Eigner Goer zeichnet rund 7,4 Millionen neue Aktien und erwirbt damit rund 26 Prozent am erhöhten Kapital der VTG. Damit sinkt der Anteil des bisherigen VTG-Hauptaktionärs WL Ross von derzeit 52 auf 40 Prozent. Soweit bekannt beteiligt sich der Investor, der 2006 die VTG von Tui gekauft hatte, nicht an der Kapitalerhöhung.

Die AAE-Gruppe erzielte mit circa 30.000 Güterwagen im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von über 200 Millionen Euro. Ende Dezember lag die Nettoverschuldung bei 890 Millionen Euro. Die Schweizer sind auf Wagen für den kombinierten Verkehr, den Transport von Containern auf Zügen, spezialisiert. Der Waggonpark von VTG umfasst rund 54.400 Eisenbahngüterwagen, darunter schwerpunktmäßig Kesselwagen sowie moderne Großraumgüter- und Flachwagen. Im Geschäftsjahr 2013 erwirtschaftet das Hamburger Unternehmen einen Umsatz von über 780 Millionen Euro.

Berater VTG
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Daniela Favoccia (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Wolfgang Groß (Gesellschaftsrecht/Bank- und Kapitalmarktrecht), Dr. Joachim Rosengarten (Gesellschaftsrecht/M&A), Alexander Rang (Kapitalmarktrecht), Dr. Johannes Tieves (Finanzierung), Dr. Thomas Kraft (Steuerrecht); Associates: Dr. Thomas Lang, Dr. Heiko Gotsche (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Christin Posdziech (Gesellschaftsrecht), Dr. Maximilian Clostermeyer (Kapitalmarktrecht), Dr. Steffen Hörner (Steuerrecht), Dr. Daniela Böning (Finanzierung)
Inhouse Recht (Hamburg): Stefan Lohmeyer (Leiter Legal und Compliance), Lena Westermann-Lammers – aus dem Markt bekannt
Bär & Karrer (Zürich): Dr. Christoph Neeracher (M&A)
Glatzová & Co. : Vladimíra Glatzová
Alrud (Moskau): Anton Dzhuplin
Elvinger Hoss & Prussen (Luxemburg): Cintia Martins Cosat

Hans-Christoph Ihrig
Hans-Christoph Ihrig

Berater Alleineigentümer AAE
Allen & Overy: Dr. Hans-Christoph Ihrig (Mannheim), Dr. Hans Diekmann (Düsseldorf; beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Ellen Braun (Kartellrecht; Hamburg), Dr. Heike Weber (Steuerrecht; Frankfurt), Dr. Andre Wandt (Corporate/M&A; Mannheim), Dirk Eisel (Kapitalmarktrecht), Klaus Hahne (Steuerrecht; beide Frankfurt); Associates: Dr. Tim Schaper, Vera Thiemann (beide Kartellrecht; beide Hamburg), Dorothée Kupiek (Düsseldorf), Christopher Kranz (beide Corporate/M&A; Mannheim)
Lenz & Staehelin (Zürich): Hans-Jakob Diem, Matthias Wolf (beide Federführung; beide Corporate), Marcel Tranchet (Bank- und Finanzrecht), Pascal Hinny (Steuerrecht), Christoph Reinhardt (Corporate); Associates: Nicolas Bonassi, Patrick Leisi, Christian Kunz (alle Corporate), Roland Fischer, Pascal Genoud (beide Bank- und Finanzrecht), Stefan Brandner (Steuerrecht)

Hintergrund: Hengeler Mueller-Partnerin Favoccia hatte VTG erstmals beim Börsengang 2007 begleitet und stand dem Unternehmen auch 2011 gemeinsam mit dem Bank- und Finanzrechtler Dr. Daniel Weiß bei einer umfangreichen Konzernrefinanzierung zur Seite.

Die Schweizer Kanzlei Lenz & Staehelin war in der Vergangenheit wiederholt für AAE tätig, unter anderem 2012 beim Abschluss einer Konsortialkreditfinanzierung. Damals agierten die KfW IPEX-Bank als Arrangeur, Darlehensgeber, Facility Agent und Security Agent und die HSH Nordbank als Co-Arrangeur und Darlehensgeber. Beide wurden von K&L Gates beraten. Allen & Overy beriet ihre Mandantin dagegen erstmals. (Christine Albert)

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