Juve Plus Französische Industrie im Bieterkreis

Das Rennen um die R+S Gruppe macht Baker McKenzie-Mandantin

Der französische Energiedienstleister Vinci Energies übernimmt die R+S Gruppe von der Schweizer Holzbau-Spezialistin Nokera. Nach JUVE-Information waren zwei weitere französische Unternehmen an der R+S Gruppe interessiert.

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Mit der R+S Gruppe übernimmt Vinci Energies einen Spezialisten für elektronische Gebäude-, Schiffs- und Industrietechnik sowie Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik. Die R+S Gruppe mit Hauptsitz in Fulda beschäftigt rund 1.200 Mitarbeitende an 16 Standorten in Deutschland und erzielte 2024 einen Umsatz von 191 Millionen Euro. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung.

Drei französische Industrie-Konglomerate im Bieterkreis

Nach JUVE-Informationen setzte sich Vinci im Bieterwettbewerb gegen die baden-württembergische Salvia Gruppe sowie den französischen Energiedienstleister Spie durch. Seit Anfang 2024 gehört Salvia mehrheitlich zur ebenfalls französischen Eiffage Énergie Systèmes.

Nokera hatte die R+S Gruppe 2023 von der Deutsche Beteiligungs AG und der Haspa BGM übernommen, um gemeinsam den Markt für nachhaltiges serielles Bauen zu erobern. Die DBAG rückbeteiligte sich im Zuge des Verkaufs an Nokera selbst. Das Schweizer Unternehmen, das auf serielle Fertigung in Holztafelbauweise spezialisiert ist, trennte sich nun wieder von der Gruppe, hält aber an der Projektpartnerschaft mit R+S fest. Zudem planen Nokera und Vinci Energies eine strategische Partnerschaft für die Errichtung von Gebäuden im Infrastrukturbereich, insbesondere im Kasernenbau für Mitarbeiter des Militärs.

Der französische Mutterkonzern von Vinci Energies, Vinci, ist weltweit als Konzessions-, Energie- und Baukonzern tätig und erwirtschaftete 2024 mit mehr als 282.000 Mitarbeitenden in über 120 Ländern einen Umsatz von 72 Milliarden Euro. Vinci Energies ist in Deutschland in vier Geschäftsbereichen – Infrastruktur, Industrie, Gebäudelösungen und ICT – tätig. Durch den Zukauf wächst Vinci Energies hierzulande auf rund 17.800 Mitarbeitende.

Die Berater im Überblick

Peter Wand

Berater Vinci Energies
Inhouse Recht (Frankfurt): Klaudius Heda (Head of Legal M&A)
Baker McKenzie (Frankfurt): Dr. Peter Wand (Federführung), Dr. Florian Kästle (beide Corporate/M&A), Dr. Florian Thamm (Immobilienwirtschaftsrecht), Kathrin Marchant (Bank- und Finanzrecht), Katja Häferer (Arbeitsrecht), Patrick Wilkening (IP/IT), Dr. Katharina Weiner (Vergaberecht), Dr. Nicolas Kredel, Jan Kresken, Dr. Florian Kotman (alle drei Kartell- und Wettbewerbsrecht; alle vier Düsseldorf), Joachim Fröhlich (Handels- und Vertriebsrecht; München); Associates: Denise Tayler, Rouven Reuter (beide Corporate/M&A), Dr. Maximilian Voll (Berlin), Dr. Jeneka Manoharan (beide Immobilienwirtschaftsrecht), Philipp Thimm (Bank- und Finanzrecht), Stefanie Zenzen (Vergaberecht; Düsseldorf), Hannah Mack (Handels- und Vertriebsrecht, München), Dr. Sebastian Pfrang, Jan Kammler, Laura Kramaric (alle Arbeitsrecht), Anela Winzig, Yannick Filoda (Berlin; beide IP/IT)

Michael Watzl

Berater Nokera/R + S Gruppe
Inhouse Recht (Fulda): Oliver Back (Leiter Rechtsabteilung R+S-Gruppe)
BRL Boege Rohde Luebbehuesen (Hamburg): Andreas Grandt, Dr. Michael Watzl (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Thomas Lübbehüsen, Jan-Christoph Hobus, Christian Handke (alle Steuerrecht), Dr. Felix Baum (Immobilienrecht), Britta Klingberg (IP), Dr. Christian Kahle (Öffentliches Recht), Kristin Borchert, Alexander Hausner (beide Arbeitsrecht); Associates: Tim Dorozalla (Corporate/M&A), Dr. Steffen Moussallem (Steuerrecht), Sebastian Haak (Immobilienrecht), Vanessa Müller (Öffentliches Recht)
CMS Hasche Sigle (Stuttgart): Dr. Marc Seibold, Dr. Andreas Grunert (beide Finanzierung)
Oppolzer Seifert (Hamburg): Sebastian Oppolzer (Kartellrecht)

Berater Spie
Osborne Clarke (Köln): Dr. Björn Hürten (Corporate/M&A)

Berater Salvia Group/Eiffage Énergie Systèmes
CMS Hasche Sigle – nicht bekannt

Hintergrund: Zahlreiche Berater sind aus dem Markt bekannt.

Vinci Energies ging mit Baker McKenzie in das Bieterverfahren um R+S. Die globale Kanzlei ist in Deutschland zuletzt regelmäßig für das französische Unternehmen tätig gewesen. Partner Wand beriet parallel zur R+S-Übernahme auch zum Kauf der Zimmer & Hälbig-Gruppe mit Hauptsitz in Bielefeld. Verkäuferin des Unternehmens, das auf Planung, Installation und Wartung von Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik spezialisiert ist, ist VR Equitypartners, eine Tochter der DZ Bank, die sich von Arqis beraten ließ.

Den Verkaufsprozess von R+S steuerte BRL. Die MDP-Einheit berät die R+S Group bereits seit Langem, insbesondere im Steuerrecht. Auch auf operativer Ebene bestehen enge Verbindungen: Die BRL-Partner Grandt und Watzl pflegen gute Kontakte in die Führungsetagen der Gruppe. Die Mandatsbeziehung zu Nokera intensivierte sich 2023, als Nokera 100 Prozent der Anteile übernommen hatte. Damals wechselte Ralph Burkhardt, zuvor CEO der R+S Group, in den Vorstand von Nokera.

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