Den Kaufpreis gibt DCC Energy mit rund 160 Millionen Euro an. Damit tätigt der Konzern seine bisher größte Transaktion in Deutschland und erweitert seinen Abnehmerkreis dort auf rund 100.000. Die 1949 gegründete Progas vertreibt im Jahr nach eigenen Angaben rund 300 Millionen Liter LPG. Das bundesweite Liefer-, Abfüll- und Vertriebsnetz ergänzen zwei Importterminals. Progas hat weitere Standorte in Kassel, München und Hamburg.
Einen Stamm von rund 30.000 Kunden bringt die Würzburger DCC-Tochter Tega (Technische Gase und Gastechnik) mit ein. Das Unternehmen gehörte bis 2018 zu Linde und beliefert rund 500 Vertriebsstellen mit Flüssiggas sowie 200 Abnahmestellen mit Kältemitteln.
In einer Pressemitteilung zu der Transaktion unterstreicht die irische Käuferin ihre Absicht, die Kunden in Europas größtem Energiemarkt künftig zunehmend mit Angeboten aus dem Bereich der erneuerbaren Ressourcen zu versorgen, namentlich mit Biogas, Solaranlagen und Wärmepumpen. Kunden der beiden DCC-Töchter, die nicht an das Erdgasnetz angeschlossen sind, sollen Flüssiggas in Zukunft nahtlos durch erneuerbare Energien ersetzen können, so das Unternehmen.
Der Deal erfolgt vorbehaltlich der üblichen behördlichen Genehmigungen.
Berater DCC Energy
Pinsent Masons (Frankfurt): Dr. Volker Balda (Federführung; Corporate/M&A), Peter Morley (Steuerrecht; Leeds), Dr. Michael Reich (Kartellrecht; München), Dr. Eike Grunert (München), Stacy Keen (Glasgow; beide Compliance), Werner Geißelmeier (Steuerrecht), Dr. Joël Hofmann (Arbeitsrecht; beide München), Dr. Fabian Klein (IP/IT), Julia Stubert (Immobilienrecht; München); Associates: Maximilian Liebern, Tobias van Beuningen (beide Corporate/M&A), Sarah Klachin (Arbeitsrecht; München), Franziska Mauritz (IP/IT), Dragana Dujak, Isabell Weaver Gernand (beide Handelsrecht; beide München), Arkadius Strohoff (Kartellrecht), Philipp Loßmann (Compliance; München)
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton (Köln): Prof. Dr. Romina Polley (Federführung); Associates: Janine Discher, Hendrick Wendland (alle Kartellrecht)
PricewaterhouseCoopers (Düsseldorf): Oliver Dörfler (Federführung); Martin Ratzke; Associate: Ingo Beirle (alle Steuern)
Berater Progas
Linklaters (Düsseldorf): Dr. Tim Johannsen-Roth (Federführung; Corporate/M&A), Oliver Rosenberg (Steuerrecht), Dr. Timon Grau (Arbeitsrecht); Dr. Ingo Klauß (Kartellrecht), Kirsten Placke (Steuerrecht); Associates: Krasen Krastev, Alina Kaufmann, Dr. Philipp Roebers (alle Corporate/M&A), Oliver Haas (Kartellrecht), Hermann Rasche (Arbeitsrecht)
Notariat
Göring Schmiegelt Fischer (Frankfurt): Dr. Jörg Nachtwey – aus dem Markt bekannt
Hintergrund: Pinsent Masons berät die DCC-Gruppe bereits seit vielen Jahren. Corporate-Partner Andrew Kerr aus Leeds war bereits 2013 beim Einstieg von DCC Energy in den deutschen Markt involviert. Seinerzeit erwarb der Konzern das alteingesessene bayerische Heizölhandelsunternehmen Bronberger & Kessler und Gilg & Schweiger von den privaten Gesellschaftern sowie dem italienischen Öl-Multi Eni. Neben Kerr pflegt der Frankfurter Balda die Geschäftsbeziehung zu DCC. Er war 2019 einer der sechs Gründungspartner der Frankfurter Pinsent-Niederlassung, wechselte damals von KPMG Law.
Cleary Gottlieb pflegt ebenfalls eine langjährige Mandatsbeziehung zu DCC. Die Kölner Cleary-Partnerin Polley berät den Konzern regelmäßig zu kartellrechtlichen Aspekten. Auch die M&A-Partner Michael Ulmer und Mirko von Bieberstein stehen DCC zur Seite, so bereits beim Tega-Erwerb und zuletzt beim Zukauf der Medi-Globe-Gruppe seitens der DCC Healthcare-Sparte.
Weiteren Marktinformationen zufolge wurde das hinter Progas stehende Family Office vom Düsseldorfer Linklaters-Partner Johannsen-Roth beraten, dem German Co-Head der Corporate/M&A-Praxis der Kanzlei.
PwC beriet DCC zu den steuerlichen Aspekten auf deutscher wie auch auf irischer Seite. Die Mandatsbeziehung besteht schon länger. Auf deutscher Seite hatte der Düsseldorfer Tax-Partner Dörfler die Federführung.