Juve Plus Einigung im Tarifstreit

Deutsche Bahn und GDL setzen auf Inhouse-Teams

Autor/en
  • Eva Lienemann

Der Tarifkonflikt zwischen Deutscher Bahn und der Gewerkschaft GDL ist nach einem Jahr beigelegt: Die Parteien haben sich nach einem mehrwöchigen Schlichtungsverfahren unter der Führung von Ministerpräsident a.D. Matthias Platzeck (SPD) und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) geeinigt und die Tarifverträge unterschrieben. Streiks wird es nun nicht mehr geben.

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Die Verhandlungen brachten als Ergebnis vor allem Einkommenserhöhungen und eine Verkürzung der Arbeitszeit.
Deutsche Bahn und GDL legten sich auf Lohnerhöhungen in zwei Stufen von 5,1 Prozent fest. Zudem soll die Arbeitsbelastung gesenkt werden, 300 Lokomotivführer und 100 Zugbegleiter sollen zusätzlich eingestellt werden. Die Arbeitszeit wird ab 2018 um eine Stunde auf 38 Stunden wöchentlich gesenkt. Seit der Einigung gibt es zudem einen Bundesrahmentarifvertrag Zug (BuRa-ZugTV), der auch übergeordnete Themen wie Lohn und Arbeitszeit regelt. Eine zentrale Forderung der GDL ist damit erfüllt. Nach Angaben der Schlichter wurden 16 Verträge unterschrieben.

Auslöser des Konflikts war, dass die GDL auch für Rangierführer und Zugbegleiter einen eigenen Tarifvertrag erwirken wollte. Beide Berufsgruppen wurden bisher von der größeren Konkurrenzgewerkschaft EVG vertreten. Die Lohnerhöhung entspricht nun allerdings dem Ergebnis, das die Bahn im Mai mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG erzielt hatte.
Das Schlichtungsverfahren wurde zweimal verlängert, ursprünglich sollte Mitte Juni eine Entscheidung verkündet werden.

Berater Deutsche Bahn
Inhouse (Frankfurt): Siegrid Heudorf (Leiterin Beschäftigungspolitik und Sozialpolitik)

Berater GDL
Inhouse: keine Nennungen

Hintergrund: Überraschenderweise betreuten beide Parteien die Schlichtungsverhandlungen mit ihren Inhouse-Teams. Nach JUVE-Recherchen waren externe Berater nur bei Einzelfragen zur Unterstützung der Schlichtung involviert.

Extern setzen sowohl die Deutsche Bahn als auch die GDL meist auf vertraute Berater: Allen & Overy-Partner Thomas Ubber ist seit Jahren aufseiten der Bahn im Arbeitskampfrecht unterwegs. Auch schon zu seiner Zeit bei Lovells (heute Hogan Lovells) vertrat er die Bahn im Tarifkonflikt mit den Lokführern. Die GDL vertraut extern regelmäßig auf die Leipziger Kanzlei Gross, so auch vor den Gerichten in Frankfurt. Der Leipziger Anwalt Roland Gross ist in der Region ein bekannter Arbeitsrechtler.

Inhouse beriet die Deutsche Bahn aktuell wie auch bei den gerichtlichen Auseinandersetzungen vor dem Arbeitsgericht und dem Landesarbeitsgericht Frankfurt ein Team um Sigrid Heudorf, Leiterin Beschäftigungsbedingungen und Sozialpolitik, und Michael Fritz, Leiter Arbeitsrecht, Mitbestimmung und arbeitsvertragliche Grundsätze. Verhandlungsführer auf Bahn-Seite ist zudem Werner Bayreuther, Hauptgeschäftsführer des 2002 gegründeten Arbeitgeberverbandes Mobilitäts- und Verkehrsdienstleister (Agv MoVe).

Beide Gerichtsentscheide Ende 2014 stärkten die Position der GDL: Die Richter hatten damals entschieden, dass die Lokführer ihren Streik fortsetzen durften.

 

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