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Youzu Interactive sackt Bigpoint mit Hengeler-Hilfe ein

Der chinesische Spieleverleger Youzu Interactive hat den Hamburger Videospielanbieter Bigpoint gekauft. Für das Unternehmen, das einst auf 600 Millionen Euro geschätzt wurde, zahlte Youzu nur knapp 90 Millionen US-Dollar. Neben dem Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz verkauften auch die beteiligten US-Investoren ihre Anteile.

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Changfeng Tu
Changfeng Tu

Das Software-Unternehmen Bigpoint hat sich auf Browserspiele spezialisiert. Seit April 2011 hielten die US-amerikanischen Investmentgesellschaften TA Associates und Summit Partners zusammen rund 67 Prozent der Anteile, die sie seinerzeit für 350 Millionen Dollar erwarben. Die vorherigen Mehrheitseigener Peacock Equity Fund und GMT Communications blieben mit kleinen Anteilen an Bord, Bigpoint-Gründer Hubertz mit rund 30 Prozent. Die Umsatzzahlen des Hamburger Spielespezialisten, der unter anderem ‚Famerama‘ oder ‚Battlestar Galactica Online‘ auf den Markt gebracht hatte, waren seit Jahren rückläufig. 

Die Käuferin Youzu unterstützt Bigpoint aktuell schon beim anstehenden Start von ‚Hocus Puzzle‘, einem Spiel für mobile Endgeräte. 2009 in Schanghai gegründet, setzte das schnell wachsende Unternehmen schon 2014 einen Expansionsplan mit einem Gesamtbudget von 350 Millionen US-Dollar auf. Die Übernahme von Bigpoint ist das erstes große Investment von Youzu hierzulande.

Berater Youzu Interactive
Hengeler Mueller: Dr. Christian Möller (Düsseldorf), Prof. Dr. Hans-Jörg Ziegenhain (München), Dr. Changfeng Tu (Schanghai; alle M&A; alle Federführung), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht; Frankfurt), Dr. Dirk Uwer (Öffentliches Recht; Düsseldorf), Fabian Seip (IP/IT; Berlin); Associates: Dr. Daniel Engel, Dr. Katrin Geiger, Dr. Daniel Illhardt (alle München), Tianyuan Zhuang (Düsseldorf; alle M&A), Dr. Matthias Berberich, Antonia Wegener (beide IP/IT; Berlin), Vicki Treibmann (Arbeitsrecht), Dr. Karolin Hiller (Berlin), Dr. Martin Radtke (beide Öffentliches Recht; Düsseldorf) Dr. Martin Mohr (Steuern; Frankfurt)
Jun He (Schanghai): Zhongmin Zhang (M&A)
Inhouse Recht (Schanghai): Lei Nie (General Counsel), Zhenzhen Wu

Lutz Zimmer
Lutz Zimmer

Berater Verkäufer 
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (München) Dr. Lutz Zimmer (Federführung; M&A), Dr. Johannes Frey (Steuerrecht), Dr. Holger Hofmeister (Corporate), Dr. Ulrich Ziegler (Arbeitsrecht); Associate: Damien Simonot
KNPZ Rechtsanwälte (Hamburg): Dr. Kai-Uwe Plath – aus dem Markt bekannt

Berater Bigpoint
Inhouse Recht (Hamburg): Carolin Valeriota (Leiterin Recht)

Hintergrund: Das Skadden-Team, das hier dem Vernehmen nach die Verkäufer gemeinsam vertrat, beriet die Investmentgesellschaft TA Associates bereits mehrfach in Deutschland. Einst waren sie ihr gegenüber gestanden, als TA 2010 die Mehrheit am Onlinemarketing-Dienstleister eCircle erwarb und Skadden-Partner Zimmer die Altinvestoren unterstützte. Zwei Jahre später begleitete er eCircle wiederum bei dessen Verkauf an den US-Konzern Teradata.

Kai-Uwe Plath war sieben Jahre bei Freshfields Bruckhaus Deringer, bevor er mit drei weiteren Partnern die Kanzlei KNPZ gründete. Er wurde für IP-/IT-rechtliche Fragen eingebunden.

Nicht nur Jun He, eine der Stammkanzleien von Youzu, empfahl der Käuferin das Schanghaier Team von Hengeler für die geplante Akquisition in Deutschland. Die Kanzlei beschäftigt in China seit Ende 2014 neben Partner Chengfeng Tu, der zuvor einige Jahre im Düsseldorfer Büro arbeitete, auch zwei Associates. Drei deutsche Partner, der hier ebenfalls involvierte Gesellschaftsrechtler Dr. Christian Möller sowie der M&A-Jurist Prof. Dr. Johannes Adoff und der Kapitalmarktrechtler Dr. Hendrik Haag, sind ebenfalls häufig in Schanghai und bilden so ein breites Team an deutschen Volljuristen in China.

Bei Inbound-Deals und Corporate-Beratungen für deutsche Mandanten, die in der Regel über Joint-Venture-Gründungen in China Fuß fassen, arbeiten sie mit chinesischen Kanzleien zusammen.Ansonsten haben sich die Hengeler-Anwälte früh auf die Begleitung von Outbound-Geschäften für chinesische Unternehmen fokussiert. Steuerliche Fragen klärte in der aktuellen Transaktion der Frankfurter Partner Axel Kroninger von Deloitte.

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