Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt üblicher regulatorischer und behördlicher Genehmigungen und wird für die zweite Hälfte des Jahres 2026 erwartet. Die Anlage in Gelsenkirchen gehört zu einem der größten integrierten Raffinerie- und Petrochemiekomplexe Europas.
Die Raffinerie hat eine Rohölverarbeitungskapazität von etwa 12 Millionen Tonnen pro Jahr und ist der zweitgrößte Ethylenproduzent in Deutschland. Mit rund 2.300 Mitarbeitenden produziert das Unternehmen Benzin, Diesel, Flugbenzin, Heizöl und mehr als 50 weitere Produkte, hauptsächlich für die chemische Industrie.
Die 1990 von dem US-Unternehmer Gary Klesch gegründete Klesch Group ist ein europäischer Raffineriebetreiber mit Sitz in London und Genf. Zum Portfolio des Unternehmens mit rund 1.000 Mitarbeitenden gehören die Raffinerie Heide in Deutschland und die Raffinerie Kalundborg in Dänemark. Mit dem Erwerb erweitert Klesch als einer der wenigen aktiven Käufer in diesem Segment seine Raffineriekapazitäten in Europa erheblich.
Die Berater im Überblick
Berater Klesch Group
Inhouse Recht (London): David Green (Leiter Rechtsabteilung)
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Jörg Rhiel (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Mathias Elspaß (Corporate/Energy; Düsseldorf), Dr. Christopher Fischer (Arbeitsrecht), Dr. Dominik Engl (Steuerrecht), Dr. Holger Lutz (Corporate/Tech Digital), Dr. David Pasewaldt (Compliance), Amrei Fuder (Immobilienrecht), Dr. Claus-Peter Knöller (Steuerrecht), Dr. Nicolas Hohn-Hein (IP; Düsseldorf), Dr. Dimitri Slobodenjuk (Kartellrecht; Düsseldorf), Birgit Seyfert, Sophie Töke (beide Immobilienrecht), Dr. Duy Tuong Huynh, Marie Georgi (beide Corporate/Energy; beide Düsseldorf), Caroline Scholke, Gerson Raiser (beide Compliance), Arne Gayk (Kartellrecht; Düsseldorf), Dr. Michael Kümmel (Corporate/Tech Digital); Associates: Friedrich von Bülow, Helge Brück (beide Corporate/M&A), Pauline Leven, Louisa Nowalder (beide Corporate/Energy; beide Düsseldorf), Julia Kolb (Arbeitsrecht), Stephanie Giek (Corporate/Tech Digital), Jan Richter (Compliance), Lisa Rotterdam, Dr. Patricia Trapp (beide Kartellrecht; beide Düsseldorf)
Berater BP
Inhouse Recht: Matthew Willoughby (Senior Counsel M&A), Dr. Ronald Sieder (Managing Counsel), Dr. Matthias Gantenbrink (Counsel), Dr. Marc Wetzig (Counsel), Dr. Jelena Karbach (Counsel)
Linklaters: Mario Pofahl (Federführung; Corporate/M&A; Hamburg), Dr. Oliver Rosenberg (Steuerrecht; Düsseldorf), Dr. René Döring (Arbeitsrecht), Dr. Michael Leicht (TMT; beide Frankfurt), Dr. Markus Appel (Corporate/M&A; Berlin), Tobias Rump (Kartellrecht; Düsseldorf), Atif Bhatti (IP; Frankfurt), Dr. Maximilian Mann, Sebastian Meyn (beide Corporate/M&A), Barbara Rybka (Immobilienrecht; München), Yuxin Weirich (Kartellrecht; Düsseldorf); Associates: Laura Niedbala (Corporate/M&A; Hamburg), Dr. Theresa Noßke (Kartellrecht; Düsseldorf), Pascal Janssen Jägers (Steuerrecht; Frankfurt), Maximilian Kühn (Immobilienrecht; München), Jenny Döllmann (IP; Frankfurt), Antonia Mertens (TMT; Frankfurt), Eleonora Curreri (TMT; Mailand)
Notariat
Wicker Schütz (Frankfurt): Bernhard Schütz – aus dem Markt bekannt
Hintergrund: Die Transaktion gilt als einer der komplexesten Deals im derzeit schwierigen Raffineriesektor, weil sie verschiedene Strukturen in sich vereint. Auf Verkäuferseite wurde der Deal maßgeblich von BP-Inhouse-Juristen gesteuert. In London war Willoughby als Legal M&A Counsel federführend. Auf deutscher Seite waren insbesondere Sieder und Gantenbrink inhaltlich involviert, dazu Counsel Wetzig. Geleitet wurde das Projekt von Dr. Hildegard Bison, Vorstandsmitglied bei BP Europe.
Auf Käuferseite begleitete der Leiter der Rechtsabteilung von Klesch, Green, das Projekt intensiv. Als externer Rechtsberater ist seit vielen Jahren Linklaters-Partner Pofahl für größere Transaktionen von BP gesetzt. Ursprünglich entstand die Beziehung durch den erfahrenen Linklaters-M&A-Experten Peter Erbacher.
Der Transaktion war eine Auktion mit mehreren Interessenten vorangegangen. Relativ früh kristallisierte sich jedoch Klesch als Käufer heraus. Auf dieser Seite stand Clifford Chance-Partner Rhiel, Co-Leiter der deutschen Corporate-Praxis. Er gewann das Mandat in einem Pitch. Die Mandantin wird darüber hinaus seit mehreren Jahren von Clifford Chance beraten.
Umweltrechtliche Fragen waren ein zentraler Aspekt der Transaktion. Raffinerie-Deals dieser Größenordnung bringen eine Vielzahl regulatorischer und technischer Fragestellungen mit sich – etwa im Bereich Haftung –, die ein breit aufgestelltes Team mit Erfahrung im Energierecht voraussetzen. Sowohl Pofahl als auch Rhiel haben in diesem Bereich bereits gearbeitet. Rhiel war unter anderem an der geplanten Anteilsveräußerung von Shell an der Raffinerie PCK Schwedt beteiligt.