Gestützt

Lösung für angeschlagene NordLB mit CMS und Dentons

Das Land Niedersachsen hat rund 1,5 Milliarden Euro zur Rettung seiner Landesbank NordLB freigegeben. Zusätzlich wird der Deutsche Sparkassen- und Giroverband rund 1,2 Mílliarden Euro in die Bank investieren. Der Einstieg der Finanzinvestoren Cerberus und Centerbridge ist somit vorerst, aber nicht endgültig vom Tisch.

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Christian von Lenthe
Christian von Lenthe

Die Finanzspritzen des Landes und des Sparkassenverbandes werden nicht ausreichen, um den Finanzbedarf von 3,5 Milliarden Euro zu decken, der die Schieflage der Bank ausgelöst hat. Deshalb soll der Fehlbetrag durch weitere Geschäfte gedeckt werden, sogenannte risikoentlastende Maßnahmen, um eine Bilanzverkleinerung zu erreichen. Während der Landtag seine Gelder bereits genehmigt hat, muss der Sparkassenverband seine Investition noch von den Gremien absegnen lassen.

Die Auffanglösung ist zudem abhängig von weiteren Verhandlungen insbesondere auf europäischer Ebene. Neben der EZB, die das Konzept aufsichtsrechtlich begutachtet, muss die Kommission die Finanzhilfen beihilferechtlich genehmigen.

Zahlreiche Interessenten

Als das Ringen um eine Lösung für die NordLB im vergangenen Jahr begann, schien zunächst ein Verkauf der Bank möglich. Die Auffanglösung durch Land und DSGV gewann erst in den letzten Tagen an Profil. Zuvor  hatten die Namen zahlreicher Interessenten die Runde gemacht, auch aus dem öffentlich-rechtlichen Bankensektor. Bekannt wurde etwa das Interesse der Hessischen Landesbank (Helaba). Wie das der Commerzbank erlosch jedoch auch das der Helaba schnell wieder.

Stephan Busch
Stephan Busch

Neben den beiden Banken fielen zudem die Namen bekannter Finanzinvestoren wie Advent, Apollo, Cerberus und Centerbridge. Zuletzt waren nur noch Cerberus und Centerbridge übrig geblieben und hatten ein gemeinsames Angebot vorgelegt. Für rund 500 Millionen Euro wollten sie jeweils 24,9 Prozent der Anteile an der NordLB erstehen.

Berater Land Niedersachsen
CMS Hasche Sigle (Hamburg): Dr. Christian von Lenthe, Dr. Henrik Drinkuth (beide Federführung; beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Thomas de la Motte, Andrea München, Dr. Joachim Kaetzler (beide Frankfurt; beide Bank- und Finanzrecht), Dr. Michael Bauer (Wettbewerbsrecht; Brüssel), Dr. Heino Büsching (Steuerrecht), Jürgen Siemers (Arbeitsrecht), Dr. Hermann Müller, Dr. Rajiv Chandna (Frankfurt; beide Immobilienrecht), Dr. Isabelle Holly (Steuerrecht); Associates: Charlotte von der Heydt-von Kalckreuth, Dr. Anja Wiedemann, Dr. Frederike Volkmann (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Barbara Bayer, Laura Bungert, Ivonne Kahlke (alle Bank- und Finanzrecht), Roxana Kruse, Dr. Marta Vejseli (Brüssel; beide Wettbewerbsrecht), Dr. Toufic Schilling (Steuerrecht), Dr. Jan Gestefeld (Immobilienrecht), Dr. Philipp Nonnenmühlen (Arbeitsrecht)
Inhouse Recht (Hannover; Beteiligungsreferat): Ulrich Böckmann

Berater DSGV
Dentons (Berlin): Dr. Stephan Busch, Dirk-Reiner Voss, Philipp Becker (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Rene Grafunder (Beihilfe- und Kartellrecht), Dr. Arne Klüwer, Mortimer Berlet (beide Frankfurt), Jobst von Steinsdorff (München; alle Bank- und Kapitalmarktrecht); Associates: Bernd Düsterbeck, Holger Hölkemeier (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Laura Appell (Beihilfe- und Kartellrecht), Dr. Christopher Wiencke (Arbeitsrecht)
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Nina Scherber

Berater Sparkassenbeteiligungsverband Sachsen-Anhalt
Lindenpartners (Berlin): Dr. Matthias Birkholz (Gesellschaftsrecht), Dr. Nils Ipsen (Öffentliches Recht), Dr. Lars Röh (Bankaufsichtsrecht)

Jan Endler
Jan Endler

Berater NordLB
Linklaters: Dr. Jan Endler (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin), Andreas Steck (Aufsichtsrecht; Frankfurt), Mario Pofahl (Gesellschaftsrecht/M&A; Hamburg), Dr. Timon Grau (Arbeitsrecht; Düsseldorf), Dr. Detlev Schuster (Gesellschaftsrecht/M&A; Berlin), Dr. Sven Schelo (Restrukturierung/Insolvenz), Dr. Alexander Schlee (Kapitalmarktrecht; beide Frankfurt); Associates: Rico Kaßmann, Hannah Rubin (beide Öffentliches Wirtschaftsrecht; beide Berlin)
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Patrick Cichy (Hamburg), Dr. Thomas Bücker (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Christoph Gleske (Bank- und Kapitalmarktrecht), Dr. Markus Benzing, Dr. Alexander Glos (beide Aufsichtsrecht; alle Frankfurt); Associates: Friedrich von der Heydt (Hamburg), Dr. Nicholas Lütgerath (Berlin), Dr. Jan Biermann (alle Corporate/M&A), Sascha Arnold, Christoph Herig (alle Hamburg; beide Öffentliches Recht), Dr. Kai Werner (Frankfurt; Bank- und Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (Hannover): Dr. Marcus Wallenhorst (Leiter Rechtsabteilung), Olaf Brüggemann

Berater NordLB-Aufsichtsrat
Gleiss Lutz (Hamburg): Fred Wendt (Gesellschaftsrecht), Dr. Eva Reudelhuber (Bank- und Kapitalmarktrecht)

Berater Cerberus
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Dirk Bliesener

Patrick Cichy
Patrick Cichy

Berater Centerbridge
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Michiel Huizinga

Berater Apollo
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Hans-Jürgen Lütt (Private Equity)

Berater Commerzbank
Clifford Chance: Dr. Thomas Krecek (M&A; Frankfurt), Dr. Thomas Voland (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Düsseldorf), Dr. Marc Benzler (Bankrecht; Frankfurt), Dr. Joachim Schütze (Kartellrecht; Düsseldorf)

Berater Helaba
White & Case (Berlin): Dr. Henning Berger (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Matthias Kasch (Bank- und Finanzrecht)

Dirk Bliesener
Dirk Bliesener

Hintergrund: Ein Großteil der Berater ist aus dem Markt bekannt.

Die Beraterkonstellation weist einige Parallelen zum HSH Nordbank-Verkauf auf, die als erste deutsche Landesbank überhaupt kürzlich privatisiert wurde.

Sowohl Freshfields als auch Linklaters standen während dieser Zeit lange an der Seite der Bank (Freshfields) beziehungsweise der Eigentümer-Länder (Linklaters). Das dürfte bei beiden Kanzleien nun dazu beigetragen haben, in das Mandat für die NordLB zu kommen. Bei Linklaters arbeitet zudem der Berliner Öffentlich-Rechtler Endler schon seit vielen Jahren für die NordLB und hat die Bank beispielsweise bei früheren Beihilfeverfahren in Brüssel begleitet.

Die Verbindung zwischen dem Land Niedersachsen und den Hamburger CMS-Partnern von Lenthe und Drinkuth sind seit vielen Jahren eng: Die beiden Corporate-Partner gelten als enge Vertraute der niedersächsischen Staatskanzlei und begleiteten ihre Mandantin beispielsweise in dem Komplex um das VW-Gesetz. Für das NordLB-Mandat waren sie dadurch aber nicht automatisch gesetzt: Soweit bekannt führte das Land ein Ausschreibungsverfahren durch und lud dazu mehrere Kanzleien ein. Am Ende konnte sich CMS durchsetzen.

Blaupause HSH-Verkauf

Auch die Sparkassenvereinigung DSGV setzte nun auf ein Team, das ebenfalls schon Erfahrung aus dem HSH-Mandat mitbrachte und beauftragte erneut Dentons unter Federführung des Berliner Partners Busch. Ebenso vertraute dem Vernehmen nach der NordLB-Aufsichtsrat auf den Hamburger Gleiss-Partner Wendt, der auch schon den HSH-Aufsichtsrat beraten hatte.

Cerberus, die gemeinsam mit J.C. Flowers das Rennen um die HSH gemacht hatten, setzten von Anfang an auf Hengeler. Der Frankfurter Partner Bliesener war während des HSH-Deals von Cerberus dazugeholt worden, nachdem zunächst nur Allen & Overy die Vertragsunterzeichnung ins Ziel gebracht hatte. 

Michiel Huizinga
Michiel Huizinga

Allen & Overy zeigt sich mit diesem Mandat erstmals im deutschen Markt an der Seite von Centerbridge. Bislang war die Kanzlei nur als kapitalmarktrechtliche Beraterin von Senvion bei deren IPO aufgetreten. Der Hamburger Windanlagenhersteller gehört mehrheitlich zu Centerbridge.

Bei dem Börsengang wurde der Finanzinvestor von Weil Gotshal-Partner Gerhard Schmidt beraten, der hierzulande seit vielen Jahren als engster Berater von Centerbridge gilt. Nun lag das Mandat nach JUVE-Informationen bei dem Frankfurter Partner und Transaktionsspezialist Huizinga, der vor zwei Jahren von King & Wood Mallesons zu Allen & Overy gewechselt war. (Christine Albert, Martin Ströder)

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