Das Aktienrückkaufprogramm wurde in den Jahren 2021 und 2022 in zwei Tranchen durchgeführt und konnte Ende Dezember finalisiert werden. Das Gesamtvolumen der in diesem Zeitraum über die Börse erworbenen Aktien beläuft sich auf 8.161.096 Anteilsscheine, ihr durchschnittlicher Kaufpreis lag bei 36,83 Euro. Gea hält damit 4,52 Prozent des eingetragenen Grundkapitals. Eine Einziehung der Aktien ist aber derzeit nicht geplant.
Das Rückkaufprogramm ist Teil der fünfjährigen Wachstumsstrategie des Unternehmens, die im September 2021 vorgestellt wurde und auch Aspekte zur Nachhaltigkeit einschließt. Im Sinne dieser Strategie koppelte Gea die zweite Tranche des Aktienrückkaufprogramms mit einer ESG-Komponente: Hierzu ist das Unternehmen eine dreijährige Partnerschaft mit der gemeinnützigen Organisation Viva con Agua eingegangen, die sich für einen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung einsetzt.
Aktienhandel trifft Nachhaltigkeit
Gea stellt der Organisation „einen Teil der garantierten Outperformance“ zur Verfügung, heißt es in einer Aussendung des Düsseldorfer Maschinen- und Anlagenbauers. Konkret wurden 250.000 Euro für eine Regenwassersammelanlage in Tansania gespendet. Diese wird unter anderem drei Schulen mit sauberem Wasser versorgen. Die hierfür benötigten Nebelfangnetze und Zisternen sollen noch in diesem Jahr entstehen.
Laut Eigenaussage von Gea ist die Verschränkung von Aktienrückkauf und ESG-Initiative die erste ihrer Art am deutschen Finanzplatz.
Gea ist einer der größten Zulieferer für die Nahrungsmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie. Das Unternehmen beschäftigt rund 18.000 Mitarbeitende in 62 Ländern und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von mehr als 4,7 Milliarden Euro. Neben dem MDax und dem Stoxx Europe 600 ist Gea auch in Nachhaltigkeitsindizes wie Dax 50 ESG und dem Dow Jones Sustainability notiert.
Berater Gea
Inhouse Recht (Düsseldorf): Dr. Matthias Decker (Vice President Compliance und Principal Legal Matters), Dr. Jonathan Boeckmann (Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt
Glade Michel Wirtz (Düsseldorf): Dr. Andreas Merkner, Dr. Alexander Retsch (beide Federführung); Associate: Dr. Philipp Elixmann (alle Corporate/M&A)
Hintergrund: Gea setzt schon seit 2014 auf Glade Michel Wirtz. Die Düsseldorfer Kanzlei berät den Industriekonzern laufend gesellschafts- und kapitalmarktrechtlich. Die Federführung lag bei den Kanzleipartnern Merkner und Retsch, die auf die Unterstützung börsennotierter Aktiengesellschaften spezialisiert sind. Merkner begleitet zudem regelmäßig die Hauptversammlungen von Gea.
Die erste Tranche des Rückkaufprogramms wurde nach JUVE-Informationen mit HSBC umgesetzt, die zweite Tranche begleitete BNP Paribas. Dabei wurden die Banken – nach Angaben von Beteiligten –von ihren Inhouse-Teams beraten.
Bei Gea selbst erfolgte die Transaktion in enger Abstimmung mit Dr. Nadine Sterley. Die Handels- und Gesellschaftsrechtlerin, die im Sommer 2016 von der Kanzlei Luther ins Unternehmen wechselte, amtiert seit April 2021 als Chief Sustainability Officer.