Duales System

Grüner Punkt geht mit Noerr an chemischen Recycler

Das Duale System Deutschland (DSD), kurz der Grüne Punkt, ist von dem Private-Equity-Haus H.I.G. Capital an die luxemburgische Circular Resources verkauft worden. Hinter dem Käufer steht ein chemisches Recyclingunternehmen.

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Der neue Eigner, der spanische Unternehmer Carlos Monreal, dem auch das chemische Recyclingunternehmen Plastic Energy gehört, will mit der Übernahme das Recyclingkonzept des Grünen Punktes verändern: In Zukunft soll vor allem das chemische Recycling von Kunststoffabfällen in großem Maßstab das bisherige mechanische Recyclinggeschäft ergänzen. Unter chemischem Recycling versteht man die chemische Umwandlung von Kunststoffpolymeren in ihre Basischemikalien. Eine Technik, deren ökonomischer und ökologischer Nutzen laut Umweltbundesamt noch umstritten ist.

Das Duale System Deutschland mit Sitz in Köln wurde 1990 von einem Verbund aus Lebensmittel- und Verpackungsindustrie im Zuge der 1991 in Kraft getretenen Verpackungsverordnung zur Sammlung und Verwertung von Verpackungsabfällen gegründet. An dem Recyclingkonzept der Kölner gibt es seit Längerem Kritik. Denn über 50 Prozent der eingesammelten Kunststoffabfälle werden verbrannt. Die anfängliche Monopolstellung des Dualen Systems wurde in den 00er-Jahren aufgehoben. DSD suchte seit einigen Jahren nach neuen Investoren. Eine Übernahme durch Abfallentsorger Remondis scheiterte 2019 am Bundeskartellamt.

H.I.G. Capital war 2011 beim Dualen System eingestiegen. Das Beteiligungsunternehmen mit Hauptsitz in Miami verwaltet weltweit rund 49 Milliarden Euro Vermögen.

Thomas Schulz

Berater Circular Resources:
Noerr (Hamburg): Dr. Thomas Schulz (London), Dr. Moritz Koch (beide Federführung; beide Private Equity), Dr. Florian-Felix Marquardt (Steuerrecht; Berlin), Dr. Till Steinvorth (Kartellrecht), Dr. Felix Muhl (Handelsrecht), Dr. Wolfgang Wittek (Arbeitsrecht), Sebastian Diehl (Corporate/M&A; London), Hendrik Schlutt (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin); Associates: Nathalie Kibler (Arbeitsrecht), Dr. Jasmin Schulzweida (Handelsrecht), Dr. Viktoria Blume (Versicherungsaufsichtsrecht; Düsseldorf), Katja Steinthaler (Gewerblicher Rechtsschutz; München), Jan-Hendrik Fitzl (Kartellrecht), Vanessa Wüsthoff, Bettina Raschke, Dr. Adrian Bruhns (alle Corporate/M&A), Henrike von dem Berge, Dr. Max von Schönfeld (beide Datenschutzrecht; beide Berlin)
King & Spalding (London): Benoit Lavgine, Andrew Brown, Kevin Gilroy, Sebastian Kaufmann (Frankfurt; alle Finanzierung), Robert Dedman (Regulierung), Daniel Friel, Axel Schilder (Frankfurt; beide Steuern); Associates: Cameron Storah, Florian Geuder (Frankfurt; beide Finanzierung)
Deloitte (München): Marcus Roth (M&A Tax) – aus dem Markt bekannt

Otto von Gruben

Berater H.I.G. Capital:
Latham & Watkins (Frankfurt): Otto von Gruben (Federführung; Corporate), Dr. Tobias Klass (Steuerrecht); Associate: Jacob Ahme (Corporate; beide Hamburg)

Ines Zenke

Berater DSD:
Becker Büttner Held (Berlin): Prof. Dr. Ines Zenke (Verwaltungsrecht), Dr. Tigran Heymann (Kartellrecht), Wolfram von Blumenthal, Oliver Eifertinger (beide Corporate/M&A; beide München), Dr. Christian Dessau (Compliance); Associates: Hajan Juckel, Dimitar Asenov (beide Corporate/M&A; beide München)
Hansen Schotenroehr Müller Voets (Düsseldorf) – keine Nennungen (Steuern)

Hintergrund: Latham & Watkins berät H.I.G. Capital seit vielen Jahren auch in Bezug auf das Investment bei DSD. So hatte die Wirtschaftskanzlei das PE-Haus auch beim gescheiterten Verkaufsversuch an Remondis vor drei Jahren beraten. Die steuerliche Beratung beim jetzigen Verkauf lag bei dem Hamburger Steuerpartner Klass.

Gleich zwei Anwaltskanzleien als Berater leistete sich dagegen die Käuferseite von Circular Resources: Noerr wurde für alle rechtlichen und steuerlichen originären Transaktionsfragen beauftragt. King & Spalding kümmerte sich um alle rechtlichen und steuerlichen Fragen rund um die Finanzierungsseite. Die Zweiteilung ist nach JUVE-Informationen auch bedingt durch persönliche Beziehungen von Circular Resources um Eigner Carlos Monreal zu Lavigne, Finanzierungspartner von King & Spalding in London.

Die Tax Due Diligence auf Käuferseite steuerte dem Vernehmen nach schließlich die Big-Four-Gesellschaft Deloitte um den Münchner M&A-Tax-Partner Roth bei. Roths Team übernahm auch die steuerliche Strukturierung. Die transaktionssteuerlichen Vertragsklauseln wiederum verhandelte Noerr mit dem Berliner Steuerpartner Marquardt. Das Duale System Deutschland selbst wurde nach JUVE-Informationen von der Düsseldorfer MDP-Kanzlei Hansen Schotenroehr Müller Voets steuerlich beraten.

Clifford Chance hat mit einem Team um den Frankfurter Partner Steffen Schellschmidt das finanzierende Bankenkonsortium beraten.

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