Gut abgeliefert

Food Express geht an Röhrborn-Mandantin Takeaway

Die Konzentrationsbewegung bei Essenslieferdiensten setzt sich fort: Die Takeaway-Gruppe, die hierzulande besonders durch ihren Vermittler Lieferando.de bekannt ist, erwirbt das insolvente Logistikunternehmen MyLorry, das wiederum hinter dem Lieferdienst Food Express steht. Das Berliner Start-up beschäftigt bundesweit etwa 1.300 Mitarbeiter und wurde lange von der Rocket Internet-Beteiligung Delivery Hero unterstützt.

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Jens Röhrborn
Jens Röhrborn

Food Express war von MyLorry, einem Anbeiter für lokale Expresslieferungen, Ende 2014 gegründet worden. Das Start-up liefert Speisen von Restaurants aus, die keinen eigenen Außer-Haus-Service haben. Das junge Unternehmen war in die Insolvenz geraten, als sich der wichtigste Gesellschafter, die Rocket Internet-Beteiligung Delivery Hero, kurzfristig zurückgezogen hatte.

Takeaway, die niederländische Muttergesellschaft von Lieferservice.de, hatte schon Lieferando.de im Frühjahr 2014 übernommen und die beiden Marken dann zusammengeführt. Über ihr Online-Portal für Essensbestellungen nimmt sie europaweit derzeit rund 3,5 Millionen Aufträge im Monat aus neun Ländern entgegen.

Berater Takeaway.com
Röhrborn (Berlin): Jens Röhrborn,  Dr. Christian Sirch

Insolvenzverwaltung Food Express
Leonhardt Rattunde (Berlin): Jesko Stark

Berater Insolvenzverwalter
Dentons (Berlin): Dr. Rainer Markfort (Restrukturierung/M&A), Thomas Schubert (M&A); Associates: Dr. Hanna Kappstein (Restrukturierung), Dimitrios Andreadis (M&A)

Hintergrund: Jesko Stark, der im Verkaufsprozess von dem Wirtschaftsjuristen Christoph Heusler unterstützt wurde, war im November vom Amtsgericht Berlin-Charlottenburg zum vorläufigen Insolvenzverwalter von Food Express ernannt worden. Mit den beiden Dentons-Partner Rainer Markfort und Thomas Schubert trieben sie die Käufersuche voran. Die Dentons-Juristen waren schon länger an der Seite von MyLorry und konnten so direkt die geordnete Insolvenzanmeldung sowie den nachfolgenden Bieterprozess flankieren.

Venture Capital-Spezialist und Namenspartner Jens Röhrborn hatte Lieferando durch einige Finanzierungsrunden begleitet, bevor das Unternehmen an Takeaway verkauft wurde; seitdem ist er mit der schnell wachsenden Takeaway-Gruppe aus Utrecht vertraut. Röhrborn arbeitete früher für Holme Roberts & Owen und Orrick Hölters & Elsing (heute Orrick Herrington & Sutcliffe). 2012 gründete er dann seine eigene Kanzlei und betätigte sich als Fondsmanager. Mit seiner Kanzlei eröffnete er im vergangenen Herbst einen weiteren Standort in Berlin, den er bisher noch allein betreut.

Zuletzt war Röhrborn auch auf Seiten des Berliner Start-up-Unternehmens Idagio tätig, das klassische Musik im Streamingdienst anbietet und an dem sich zuletzt der australische Investor Macquarie Capital beteiligte.

 

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