Hafenwirtschaft

Cosco beteiligt sich mit Linklaters an HHLA-Terminal Tollerort

Der chinesische Terminalbetreiber Cosco steigt als Partner des Hafenlogistikers HHLA bei einem Hamburger Containerterminal ein. Das Unternehmen Cosco Shipping Ports erhalte eine 35-prozentige Minderheitsbeteiligung am Terminal Tollerort, teilte HHLA mit. Beide Seiten hätten ihre seit Anfang Juni bekannten Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen. Die Behörden müssten dem Deal aber noch zustimmen.

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Mario Pofahl
Mario Pofahl

Das China-Geschäft ist für den Hamburger Hafen eminent wichtig. Schiffe der chinesischen Reederei Cosco Shipping laufen bereits seit fast 40 Jahren das HHLA-Terminal Tollerort an.

Jetzt soll das Terminal zu einem bevorzugten Umschlagspunkt der Cosco-Verkehre in Europa werden. Dennoch soll es weiterhin auch anderen Reedereien offenstehen. Die HHLA-Führung verspricht sich von der Partnerschaft eine größere Planungssicherheit, um Auslastung und Beschäftigung im Hamburger Hafen zu gewährleisten. Gemeinsame Ziele sei neben der Zukunftssicherung eine noch stärkere Verzahnung chinesischer Logistikströme am Standort Hamburg, sagte HHLA-Chefin Angela Titzrath.

Tollerort ist eines von drei HHLA-Terminals im Hamburger Hafen. Es verfügt über vier Liegeplätze und 14 Containerbrücken, an denen den Angaben zufolge schon bisher die größten Cosco-Containerschiffe mit einer Kapazität von 20.000 Standardcontainern und mehr abgefertigt werden. Über einen eigenen Bahnhof ist das Terminal an das Hinterland angeschlossen.

Eine Minderheitsbeteiligung der Chinesen war zuletzt vor allem bei der Gewerkschaft Verdi auf Bedenken gestoßen. Sie fürchtet, dass damit längerfristig Einschnitte für Beschäftigte einhergehen könnten. Der Vollzug der Transaktion steht nun noch unter dem Vorbehalt wettbewerbs- und außenwirtschaftsrechtlicher Genehmigungen.

Jonas Wittgens
Jonas Wittgens

Berater Cosco
Linklaters (Hamburg): Mario Pofahl (Federführung), Kevin Cheung (Hongkong; beide Corporate/M&A), Oliver Rosenberg (Steuerrecht; Düsseldorf); Associates: Martina Farkas (Corporate/M&A), André Scheidtmann (Kartellrecht), Yukiko Hitzelberger-Kijima (Arbeitsrecht; beide Düsseldorf), Maximilian Mann, Sandra Kontny (beide Corporate/M&A), Mona Habermann (Immobilienrecht; beide Frankfurt), Marc Reuter (Arbeitsrecht), Nina Seydel (Kartellrecht; beide Düsseldorf)
Blomstein (Berlin): Dr. Roland Stein; Associates: Josefa Dengler und Vanessa Kassem (alle Außenwirtschaftsrecht)
Inhouse Recht: Luke Fong (General Counsel) – aus dem Markt bekannt

Berater HHLA
Allen & Overy (Hamburg): Dr. Helge Schäfer, Dr. Jonas Wittgens (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Börries Ahrens (Kartellrecht), Dr. Heike Weber (Steuerrecht), Dr. Udo Olgemöller (Öffentliches Recht; beide Frankfurt), Dr. Jens Matthes (IP; Düsseldorf), Jonathan Hsui (Corporate; Hongkong); Associates: Dr. Stefan Witte (Corporate/M&A), Dr. Jonas Labinsky (Kartellrecht), Dr. Thomas Dieker (Steuerrecht), Dr. Anna Jung (Öffentliches Recht; beide Frankfurt), Dr. Jan-Benedikt Fischer, Grace Harvey, Monika Przygoda (beide London), Lipei Shi (Peking), Clark Han (Shanghai; alle Corporate/M&A)
Lang Yue: Eva Jiang (Peking), Jing Li (Schanghai; beide Corporate)
Linklaters (Berlin): Christopher Bremme; Associate: Martin Otto (beide Investitionskontrolle)
Inhouse Recht (Hamburg): Dr. Andre Nolting – aus dem Markt bekannt

Notar
Notariat Bergstraße (Hamburg): Dr. Axel Pfeifer – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Linklaters kam in dem Projekt gleich eine Doppelrolle zu. Einerseits stand ein Team um den Hamburger Partner Pofahl der investierenden Cosco bei der Transaktion zur Seite. Dieser Kontakt war über die Büros der Kanzlei in Hongkong und Shanghai zustande gekommen, die schon häufiger für die staatseigene chinesische Reederei gearbeitet hatten.

Andererseits hatte nach JUVE-Informationen die HHLA schon zuvor – zur Abstimmung der ausländischen Direktinvestition  – den Linklaters-Investitionsschutzspezialisten Bremme beauftragt. Der Berliner of Counsel begleitete die Investitionsprüfung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) nach Maßgabe des Außenwirtschaftsgesetzes. HHLA stimmte der Beratung von Cosco durch ein getrenntes Team danach zu.

Für die Transaktionsberatung mandatierte HHLA hingegen Allen & Overy. Der Kontakt war über persönliche Beziehungen zustande gekommen. Counsel Wittgens und Partner Schäfer übernahmen gemeinsam die Federführung und zeigten sich damit erstmals an der Seite des bekannten Hamburger Hafenlogistikers.

In der Vergangenheit war für die HHLA insbesondere Freshfields Bruckhaus Deringer in Erscheinung getreten. Zuletzt hatte im Juli ein Team um den Hamburger Partner Prof. Dr. Christoph Seibt das Unternehmen bei einer Aktienwahldividende beraten. (Christine Albert; mit Material von dpa)

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