Fernsehproduzenten

Hogan Lovells-Mandantin Banijay übernimmt Sony Pictures TV

Die Pariser Fernsehproduktionsgesellschaft Banijay erweitert ihr Portfolio in Deutschland. Mit der 100-prozentigen Übernahme der Sony Pictures Film und Fernseh Produktion wächst sie um ein prominentes Produktionshaus. Der Deal bedarf noch der kartellrechtlichen Zustimmung.

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Die Geschäftsführung der Sony Pictures Film- und Fernsehproduktion, bestehend aus Astrid Quentell und Mirek Nitsch, soll bestehen bleiben, ändern wird sich in Kürze der Firmenname.

Durch die Übernahme gewinnt Banijay Germany nicht nur aktuelle TV-Produktionen und ein erfahrenes Produzententeam, sondern erweitert auch ihren schon breiten Formatkatalog um die non-fiktionalen Programme der deutschen Sony Pictures. Dazu zählt etwa die Vox-Show ‚Die Höhle der Löwen‘. Gegründet wurde die Firma im Jahr 1995 und war bisher ein Tochterunternehmen der weltweit tätigen US-Firma Sony Pictures Entertainment. 

Viele Labels unter einem Dach

Banijay Germany wurde im Jahr 2018 aufgesetzt und zählt inzwischen zu den führenden Entertainment-Häusern Deutschlands. Über
1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln und produzieren Unterhaltungsformate verschiedener Genres. Zu den bekanntesten Marken zählen ‚Schlag den Star‘, ‚TV total‘, ‚Wer wird Millionär?‘, ‚Kitchen Impossible‘ oder ‚Promi Big Brother‘, aber auch Fiction-Programme wie ‚Tatort Dresden‘.

Banijay Germany ist ein Verbund von über 20 unabhängigen Produzenten und Unternehmen. Zur Gruppe gehören unter anderem Banijay Productions, Good Times Fernsehproduktion, Brainpool TV und Endemol Shine Germany. Die Übernahme der großen Wettbewerberin Endemol Shine schloss Banijay im Jahr 2020 ab. 

Alexander Koch

Berater Banijay Deutschland
Inhouse (Köln): Michael Gaul (Head of Legal) – aus dem Markt bekannt
Hogan Lovells (Hamburg): Dr. Alexander Koch (Federführung; M&A), Dr. Norbert Heier (Immobilienrecht), Dr. Morten Petersenn (IP), Dr. Ingmar Dörr (Steuerrecht), Bernd Klemm (Arbeitsrecht), Christian Ritz (Kartellrecht; alle drei München)
Flick Gocke Schaumburg (München): Matthias Full; Associate: Anne-Catherine Lorek (beide Private Equity/Steuern)

Stephan Rippert

Berater Sony Pictures 
Luther (München): Dr. Stephan Rippert; Associate: Maximilian Issels (beide M&A) – aus dem Markt bekannt

Notar
Dr. Jürgen Kallrath & Dr. Richard Böhr (Köln): Dr. Richard Böhr – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Bei Banijay waren dem Vernehmen nach Inhouse-Jurist Gaul und CFO Michael Laegel an dem Deal beteiligt. Gaul wurde im Jahr 2019 zum Head of Legal & Business Affairs bei Endemol Shine Germany ernannt und wechselte mit der Übernahme in gleicher Funktion zur hiesigen Banijay.

Bei Hogan Lovells kommt der Mandantenkontakt unter anderem aus dem internationalen Netzwerk: Ein grenzüberschreitendes M&A-Team unter der Leitung des Amsterdamer Büros hatte 2019 den Verkauf von Endemol Shine begleitet, daher rühren die Kontakte zur stetig wachsenden Banijay-Gruppe.

Medienerfahrene Kanzleien am Start

Das Team um Koch beriet seinerseits Ende 2019 die Endemol Shine Germany, als diese ihre Anteile an Wiedermann & Berg TV an das Produktionsstudio Leonine verkaufte. Es übernahm hier nun auch die kartellrechtliche Anmeldung der Transaktion.

Die Tax-Due-Diligence oblag dem Münchner Team um FGS-Partner Full. Der Kontakt kam über eine Empfehlung und war die erste Mandatierung durch die Mandantin Banijay.

Auf Verkäuferseite liefen die Verhandlungen dem Vernehmen nach über die Londoner Inhouse-Abteilung von Sony. Der Münchner Luther-Partner Rippert wird bereits seit Jahren von Sony Pictures in gesellschafts- und medienrechtlichen Angelegenheiten mandatiert. Er kam im Herbst 2020 von Reed Smith zu Luther und berät dort in der Corporate-Praxis mit einem Schwerpunkt auf der Medienbranche. 

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