Japaner greifen zu

Kansai Paint kauft mit Schönherr RIH-Lacksparte

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  • JUVE

Der an der Börse von Tokio notierte Lackhersteller Kansai Paint übernimmt die in der Helios Konzernholding Annagab gebündelte Lacksparte des Wiener Industriekonzerns Ring International Holding (RIH). Der Kaufpreis beträgt 572 Millionen Euro. Verkäufer ist neben RIH, die 91 Prozent der Anteile hielt, die Investmentgesellschaft Franklin Templeton, die mit 9 Prozent beteiligt war.

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Christian Herbst
Christian Herbst

RIH hatte seine Lacksparte in den vergangenen Jahren durch Zukäufe von Rembrandtin mit Sitz in Wien und der slowenischen Helios Domžale deutlich ausgebaut. An der Finanzierung beteiligt war auch die Blackstone-Tochter GSO, unter anderem mit wandelbarem Mezzanine-Kapital. Die GSO-Finanzierung wird im Zuge der Transaktion nun abgelöst.

Zur RIH-Gruppe gehören insgesamt mehr als 60 Unternehmen in den Bereichen Büroartikel und Lacke. Zuletzt erzielten 3.000 Mitarbeiter einen Jahresumsatz von rund 500 Millionen Euro.

Der japanische Lackhersteller Kansai Paint stammt aus Osaka in der Kansai-Region. Er ist unter der Marke ,Alesco‘ bekannt und produziert Auto-, Industrie- und Dekolacke sowie Schiffsanstriche. 2014 erwirtschaftete Kansai Paint mit knapp 12.000 Mitarbeitern einen Umsatz von umgerechnet rund 2,62 Milliarden Euro. Das Unternehmen hält Produktionsstätten und Niederlassungen in Japan, anderen asiatischen Ländern, Europa, Afrika und Nordamerika.

Als Finanzberater der RIH fungierte Houlihan Lokey, die Käufer wurden von Nomura International beraten.

Berater Kansai Paint
Schönherr (Wien): Dr. Christian Herbst (Federführung; Corporate/M&A), Bernd Rajal (Regulatory), Marko Prusnik (Ljubljana), Luka Lopičić (Belgrad), Stanislav Kovár (Bratislava), Kinga Hetényi (Budapest), Monica Cojocaru (Bukarest), Vladimir Čižek (Prag), Alexandra Doytchinova (Sofia); Associates: Maximilian Lang (Federführung Österreich), Jovan Barović (Country Desk Montenegro; Belgrad), Grzegorz Barszcz (Warschau), Ana Taleska (Brüssel), Murat Kutluğ (Istanbul), Dina Vlahov Buhin (Zagreb), Alexander Mazevski (Rechtsanwaltsanwärter; alle Corporate/M&A)
Oh-Ebashi LPC & Partners (Osaka; Japan) – aus dem Markt bekannt
Luther (Luxemburg): Aurélien Latouche (Corporate), Prof. Dr. Jörg Rodewald (M&A; Berlin)
KPMG (Wien): Dr. Johann Perthold (Transaction Tax) – aus dem Markt bekannt

Roman Rericha
Roman Rericha

Berater RIH
Brandl & Talos (Wien): Roman Rericha (Federführung; Corporate/M&A, Finanzrecht), Dr. Thomas Talos (Corporate/M&A); Associates: Markus Arzt (Corporate/M&A, Finanzrecht), Sabine Schmidt (Corporate/M&A, Kartellrecht), Georg Gutfleisch (Umstrukturierung), Julia Sugay (Corporate/M&A, Kartellrecht), Bernhard Sturma (Corporate/M&A; alle Rechtsanwaltsanwärter)
Loyens Loeff (Luxemburg): Guy Palmaers (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
bpv Hügel (Wien): Gerald Schachner (Federführung), Prof. Dr. Hanns Hügel, Dr. Kornelia Wittmann (alle Steuerrecht)
Inhouse Recht (Wien): Ralph-Leo Lanckohr (Vorstand), Gunther Vesko (Head of Legal)

Berater Franklin Templeton
Baker & McKenzie (Wien): Dr. Wendelin Ettmayer; Associates: Stefan Arnold, Armin Assadi (Rechtsanwaltsanwärter; alle Corporate/M&A)

Berater GSO
White & Case (London): Marcus Booth (M&A), Gareth Eagles (Finance); Associate: James Pullen (Corporate) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Beteiligten zufolge wurden die Verkaufsverhandlungen im Wesentlichen zwischen Brandl & Talos als Beraterin der RIH und Schönherr als Kansai-Beraterin geführt.

Brandl & Talos begleitet die RIH seit ihrer Gründung 2002 regelmäßig in gesellschaftsrechtlichen Fragen und bei Transaktionen. Auch den Zukauf von Helios in Slowenien hatte die Kanzlei beraten. bpv Hügel war seinerzeit mit der steuerlichen Strukturierung der komplexen Helios-Akquisition beauftragt, die etwa 50 Gesellschaften in 12 Ländern umfasste. Hier koordinierte sie den steuerlichen Teil des Verkaufsprozesses. Daneben zog RIH JUVE-Informationen zufolge Deloitte unter Leitung von Steuerberaterin Barbara Edelmann zu weiteren steuerrechtlichen Themen hinzu. RIH-Vorstand Lanckohr ist auch Jurist.

Schönherr kam nach einem Pitch ins Mandat. Die Kanzlei kannte große Teile des Targets bereits aus der Beratung des Verkäuferkonsortiums beim Erwerb der Helios durch RIH. Schönherr beriet mit Transaktionsteams in Österreich, Slowenien und zwölf weiteren Jurisdiktionen in Zentral- und Osteuropa. Wo sie nicht mit eigenen Anwälten vor Ort ist, zog sie Luther hinzu. Mit KPMG arbeitet die Kanzlei im Steuerrecht regelmäßig und intensiv zusammen.

Auch Baker hatte ihre Mandantin schon beim Erwerb der Helios-Beteiligung 2014 beraten. Damals kam die Mandatsbeziehung über persönliche Kontakte des Wiener Büros zu Franklin Templeton zustande.

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