Juve Plus Kapitalerhöhung

HeidelbergCement setzt bei Milliardendeal auf Hengeler und Gleiss

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  • JUVE

Der schwer verschuldete Baustoffkonzern HeidelbergCement will sich über eine Kapitalerhöhung mehr als zwei Milliarden Euro besorgen. Das Unternehmen kündigte die Ausgabe von 62,5 Millionen neuer Aktien an, dadurch will der MDax-Konzern sein Grundkapital um 50 Prozent steigern.Finanzexperten erwarten einen Erlös von bis zu 2,5 Milliarden Euro, dies wäre hierzulande mit Abstand die größte Kapitalerhöhung dieses Jahres und eine der großvolumigsten der vergangenen Jahre. Ein Konsortium unter Führung der Deutschen Bank und Morgan Stanley begleitet die Transaktion, daneben ist auch die französische Großbank BNP Paribas beteiligt.

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Die Aktionärsstruktur verändert sich im Zuge der Kapitalerhöhung deutlich. Hauptaktionär von HeidelbergCement ist bislang die Familie des verstorbenen Unternehmers Adolf Merckle, sein Sohn Ludwig hält über die Spohn GmbH und VEM Vermögensverwaltung bislang 72,4 Prozent an HeidelbergCement. Der finanziell angeschlagene Großaktionär wird die Maßnahme nicht mittragen und kommt nach der Erhöhung des Kapitals nur noch auf 48,3 Prozent der Anteile.

Merckle braucht dringend Geld, um die Schulden der von seinem Vater aufgebauten Firmengruppe zu tilgen, die unter anderem aus dem Pharma-Großhändler Phoenix und dem Generikahersteller Ratiopharm besteht. Er will zudem die Gelegenheit nutzen, weitere Aktien abzugeben.

Wie bekannt wurde, sollen die Merckle-Gesellschaften Spohn und VEM in enger Abstimmung mit den VEM/HeidelbergCement-Treuhändern Dr. Klaus Hubert Görg und Dr. Martin Stockhausen ihre Bezugsrechte bei der Ausgabe der neuen Aktien nicht nutzen. Merckle würde dann künftig nur noch knapp 15 Prozent an HeidelbergCement halten.

Bis kommende Woche sollen die Aktien von Merckle über ein Bieterverfahren bei institutionellen Anlegern platziert werden. Anschließend soll die Gruppe freier Aktionäre ihre Bezugsrechte ausüben. HeidelbergCement setzt damit den Refinanzierungskurs fort, den das Unternehmen mit den Gläubigerbanken unter Führung der Royal Bank of Scotland, der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Landesbank Baden-Württemberg vereinbart hatte.

Berater HeidelbergCement

HENGELER MUELLER (Frankfurt): Dr. Wolfgang Groß (Federführung), Dr. Daniela Favoccia (beide Kapitalmarktrecht/Gesellschaftsrecht), Dr. Martin Klein (Steuerrecht), Dr. Thomas Schmidt-Kötters (Öffentliches Recht); Associates: Dr. Dirk Reidenbach, Dr. David Barst, Dr. Andreas Stoll, Dr. Bastian Grimm, Dr. Matthias Scheifele, Manuel Zandt, Dr. Simeon Held, Peter Kuhn (beide Düsseldorf)

DAVIS POLK & WARDWELL (Frankfurt): Patrick Kenadjian – zum US-Recht

GLEISS LUTZ (Stuttgart): Dr. Martin Schockenhoff (Gesellschaftsrecht) – aus dem Markt bekannt

INHOUSE (Heidelberg): Dr. Ingo Schaffernak (Leiter der Rechtsabteilung), Heiner Rohr (Öffentliches Recht) – aus dem Markt bekannt

Berater Spohn/VEM

GÖRG (Köln): Dr. Klaus Hubert Görg, Dr. Martin Stockhausen – als Treuhänder und jeweilige GmbH-Geschäftsführer

FRESHFIELDS BRUCKHAUS DERINGER (Frankfurt): Dr. Christoph Gleske (Federführung), Dr. Jens Kunz, Dr. Jens Linde, Dr. Jens Liese (alle Unternehmens- und Finanzrecht)

NÖRR STIEFENHOFER LUTZ (Frankfurt): Eckhard Martin, Dr. Holger Alfes (beide Restrukturierung) – aus dem Markt bekannt

Berater sonstige Aktionäre: Nicht bekannt

Berater Banken

CLEARY GOTTLIEB STEEEN HAMILTON (Frankfurt): Dr. Gabriele Apfelbacher, Dr. Thomas Kopp (beide Federführung; beide Kapitalmarktrecht), John Palenberg (US-Recht; Köln/London), Dr. Stephan Barthelmess (Kartellrecht; Brüssel/ Frankfurt), Dr. Daniel Weyde (Steuerrecht), Rick Bidstrup (Litigation/Umweltrecht; Washington); Associates: Dr. Knut Sauer, Jochen von Berghes, Dr. Daniel Seebach (Köln), Amaury de Borchgrave (Brüssel; Kapitalmarkrecht/Corporate), Jonathan Wallenberger (London), Stephen Benham (beide US-Recht), Dr. Bernd Linke (Kartellrecht; Köln), Jens Hafemann (Steuerrecht), Antonio Reynolds, Susan Torzilli (beide Litigation/Umweltrecht; Washington)

Berater Gläubigerbanken

ALLEN & OVERY (Frankfurt): Peter Hoegen (Federführung), Dr. Oliver Waldburg (beide Banking/Restrukturierung), Wolfgang Melzer (Banking), Dr. Helge Schäfer (Corporate; Hamburg), Dr. Sven Prüfer (Corporate/Restrukturierung), Dr. Oliver Seiler (Kapitalmarktrecht), Pierre Schleimer (Corporate; Luxemburg), Dr. Asmus Mihm (Steuerrecht), Dr. Nicolaus Ascherfeld, Marie-Luise von Buchwaldt (beide Corporate, beide Hamburg), Filip Kurkowski (Banking); Associates: Dr. Bernhard Herding, Sebastian Schrag, Dr. Karsten Raupach, Florian Ziegler (alle Banking/Restrukturierung), Stefan Kuhm, Dr. Karim Es-Said, Dr. Oliver Hahnelt, Derk Opitz, Dr. Tobias Wintermantel, Jochen Wurlitzer (alle Banking), Dr. Fabian Christoph (Hamburg), Yannick Arbaut (beide Corporate; Luxemburg), Dr. Heike Weber (Steuerrecht)

Die beiden Görg-Partner Klaus Hubert Görg und Martin Stockhausen treten als Treuhänder der VEM sowie HeidelbergCement schon seit Anfang dieses Jahres öffentlich in Erscheinung. Damals hatte sich die klamme Merckle-Gruppe mit ihren Gläubigerbanken auf ein Sanierungskonzept verständigt.

Dies ist äußerst komplex und erfordert umfangreiche Restrukturierungs- und Kapitalmarktrechtserfahrung. Dem Vernehmen nach tritt dabei Freshfields neben den beiden Treuhändern für die kapitalmarktrechtliche und Nörr für die kreditbezogene Beratung von VEM/Spohn auf. Freshfields soll über die Empfehlung einer Investmentbank an das Mandat gekommen sein. Zu HeidelbergCement pflegt die Kanzlei lange Verbindungen und hat das Unternehmen auch schon beim Einstieg des Übernahmevehikels Spohn Cement begleitet.

Für Nörr-Partner Martin ist die jetzige Arbeit gewissermaßen ein Blick zurück in die eigene berufliche Karriere. Noch zu seinen Zeiten bei Freshfields beriet er HeidelbergCement bei einer früheren Kapitalerhöhung im Jahr 2003. Als Restrukturierungsanwalt war er in diesem Frühjahr für die VEM bei den Überbrückungskrediten für Merckle aufgetreten. Damals wie heute tritt Allen & Overy-Partner Peter Hoegen für das Steering-Commitee der Gläubigerbanken auf.

Aufseiten von HeidelbergCement selbst nimmt Hengeler durch die laufende Beratung zu Fremd- und Eigenmittelfinanzierung eine wichtige Rolle ein. Auffällig hierbei ist die Arbeitsteilung ihrer Partner. Bei der aktuellen Kapitalerhöhung war das aktienrechtliche Wissen von Wolfgang Groß gefragt. Bei der oben genannten Kapitalerhöhung des Konzerns aus dem Jahr 2003 leitete er das Hengeler-Team als Berater der Konsortialbanken. Dagegen hielt Restrukturierungs-Partner Dr. Johannes Tieves den Baustoffkonzern in diesem Frühsommer handlungsfähig, als er und die Inhouse-Juristen bei über 50 Gläubigerbanken die Verlängerung von Kreditlinien über 8,7 Milliarden Euro bis Dezember 2011 erreichten.

Cleary schließlich hat bei Kapitalerhöhungen und Wandelanleihen schon länger eine hervorragende Positon bei der Deutschen Bank. Zuletzt begeitete die Kanzlei das Bankhaus bei einer Wandelanleihe von Südzucker und bei der Umsetzung hybrider Eigenkapitalemissionen.

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