Klug gerechnet

Vogel Heerma Waitz verhilft Mathe-App-Entwicklern zum Millionen-Exit

Ihr Faible für Zahlen brachte einem Vater und seinen zwei Söhnen aus Berlin Millionen ein: Familie Nitsche hat ihre App Math42 an das US-Unternehmen Chegg verkauft, die Amerikaner zahlten für das dahinter stehende Unternehmen Cogeon 12,5 Millionen Euro. Bis zu 7,5 Millionen könnten über einen Earn-out hinzukommen. Das Geld fließt zum größten Teil an die Nitsche Holding. 10 Prozent der Anteile an der Rechen-App gehörten dem Klett Verlag.

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Hartmut Krause
Hartmut Krause

Math42 erklärt Schülern Matheformeln und deren Lösung Schritt für Schritt. Die Schach- und zahlenbegeisterte Familie Nitsche startete die Mathe-App vor rund fünf Jahren. Die Brüder Maxim und Raphael Nitsche gingen selbst noch zur Schule, als sie das Start-up mit ihrem Vater Thomas gründeten, einem Mathematikprofessor. Nach einer ersten Finanzierungsrunde Ende 2015 stiegen der Verleger Michael Klett und sein Sohn David vom Bildungsverlag Klett ein – sie investierten einen sechsstelligen Betrag in das Berliner Start-up. Ein Jahr später legte Familie Klett nach und hielt zum Ende gut 10 Prozent der Unternehmensanteile. Nach Angaben von Math42 nutzen derzeit rund zwei Millionen Schüler die Mathe-App.

Käufer Chegg ist ein börsennotiertes US-Unternehmen, das eine vernetzte Lernplattform für Schüler anbietet. 2018 will Chegg ein neues Produkt auf den Markt bringen: Chegg Math.

Clemens Waitz
Clemens Waitz

Berater Chegg
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Hartmut Krause (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Asmus Mihm (Steuerrecht), Dr. Hans-Peter Löw (Arbeitsrecht); Dr. Jens Matthes (IP), Tobias Neufeld (Datenschutz; beide Düsseldorf); Associates: Alexander Wüpper (Federführung), Tatiana Marzoli, Gregor Petric (alle Corporate/M&A), Dominic Paschke (Steuerrecht), Boris Blunck (Arbeitsrecht), Miray Kavruk, Jennifer Sauder (IP), Catharina Glugla (Datenschutz; alle Düsseldorf)
Inhouse Recht (San Francisco): Dave Borders (Leiter Recht)

Berater Nitsche Holding
Vogel Heerma Waitz (Berlin): Dr. Frank Vogel, Dr. Clemens Waitz (beide M&A), Dr. Jan Heerma (IP); Associate: Dr. Simon Pfefferle (Corporate)
Inhouse Recht (Klett Verlag; Stuttgart): Dr. Ulrike Burscheidt (Leiterin Recht)

Hintergrund: Die Berliner Boutique Vogel Heerma Waitz kennt die verkaufenden Gründer schon seit Längerem. Das Mandat kam über eine Empfehlung des Axel Springer Plug & Play-Geschäftsführers Ulrich Schmitz beim gemeinsamen Schachspiel mit Gründer Thomas Nitsche zustande. Nitsche bat Schmitz um eine Empfehlung für eine in der Start-up-Beratung erfahrenen Kanzlei – so kam dieser auf den im Berliner VC-Markt sehr renommierten Namenspartner Waitz. Dieser holte für den Mathe-App-Exit ungewöhnlicherweise zwei seiner Partner mit ins Boot – ein Zeichen dafür, dass die Deals auch in der Start-up-Szene immer größer werden. Allen & Overy-Partner Krause kam über eine Empfehlung aus seinem persönlichen Netzwerk ins Mandat.

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