Kreditplattform

MyBucks geht mit Noerr an die Börse

Das Fintech-Unternehmen MyBucks will Ende Mai an die Frankfurter Börse gehen. Von dem IPO erhofft sich der Mikrokreditanbieter Bruttoeinnahmen von rund 34,5 Millionen Euro. Begleitet wird die Aktienemission, die aus einer Kapitalerhöhung resultiert, von Hauck & Aufhäuser.

Teilen Sie unseren Beitrag
Julian Schulze De la Cruz
Julian Schulze De la Cruz

Die digitale Bank MyBucks, die Verbrauchern in Afrika, Spanien und Polen Kleinstkredite anbietet, wurde 2011 von dem Südafrikaner Dave van Niekerk gegründet. Seit letztem August ist sie als luxemburgische Holding aufgestellt und kaufte wenig später sechs Banken in Ghana, Kenia, Mosambique, Malawi, Tansania und Uganda von der internationalen Stiftung Opportunity International.

Beim Börsengang hierzulande möchte MyBucks etwa zwei Millionen Anteilsscheine im regulierten Markt platzieren, das entspricht gut 18 Prozent des Aktienkapitals. Die Altaktionäre, darunter der Schweizer Biotech-Investor Serge Perriard, haben nicht nur eine Greenshoe-Option über weitere 300.000 Wertpapiere gebilligt, die in den Handel gehen könnten, sondern sich auch verpflichtet, ihre Anteile über eine 18-monatige Lock-up-Periode weiter zu halten.

Holger Alfes
Holger Alfes

Berater Opportunity Banks/Altaktionäre 
Macfarlanes (London): Howard Corney (Corporate/M&A)

Hintergrund: Noerr agierte als Transaction Counsel sowohl für die Emittentin als auch für die Emissionsbank. Die Kanzlei kam auf Empfehlung der britischen Traditionskanzlei Macfarlanes, die einen Teil der Altaktionäre berät, sowie über Guy Grayson von der englischen Sozietät MJ Hudson in das Mandat. Die noch junge Private-Equity-Boutique MJ Hudson war schon zuvor für MyBucks-Finanzierer tätig gewesen. Macfarlanes-Partner Corney wiederum hatte MyBucks bereits beim Zukauf der sechs Bankinstitute in Afrika unterstützt

Die Gründung der luxemburgischen Holding im letzten Sommer wurde dem Vernehmen nach von Simmons & Simmons begleitet. Die für den Börsengang anfallenden Fragen nach luxemburgischen Recht klärte die Benelux-Kanzlei Loyens & Loeff, PricewaterhouseCoopers Luxemburg übernahm weitere Themen.

Um die Vorbereitung zum Börsengang auch in den afrikanischen Ländern zu treffen, in denen MyBucks aktiv ist, wurden neben afrikanischen Teams von KPMG noch eine ganze Reihe an lokalen Sozietäten an Bord geholt – teils von MyBucks, teils von Noerr. Darunter waren Coulson Harney in Kenia, Werksmans in Südafrika und J&A Garrigues in Spanien.

Ergänzung vom 25.Mai 2016:  Die afrikanische Ratenkredit-Plattform MyBucks hat den Börsengang kurzfristig abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben.

Aktualisierung vom 5.Juli 2016: MyBucks hat seinen Börsengang Ende Juni 2016 nachgeholt. Investoren zeichneten alle 1 Million angebotenen Aktien zuzüglich der Mehrzuteilungsoption von 150.000 Anteilsscheinen. Mit einem Ausgabepreis von 13,50 Euro belief sich der Emissionserlös auf 15,5 Millionen Euro insgesamt. Wie geplant, begleitete die Bank Hauck & Aufhäuser den IPO.

Artikel teilen

Lesen sie mehr zum Thema

Deals Hauck & Aufhäuser

Fosun übernimmt Privatbank mit Clifford Chance