Juve Plus Kupferkampf

Norddeutsche Affinerie vertraut Freshfields im Rennen um Cumerio

In der europäischen Kupferindustrie ist ein Übernahmekampf entbrannt, der sich seit Tagen zuspitzt.Vor knapp zwei Wochen hatte die Hamburger Norddeutsche Affinerie AG angekündigt, ihren belgischen Konkurrenten Cumerio komplett übernehmen zu wollen. Dazu unterbreitete die Kupferhütte den Cumerio-Aktionären ein öffentliches Übernahmeangebot und bietet 30 Euro in bar je Aktie. Daraus ergäbe sich ein Transaktionsvolumen von rund 755 Millionen Euro. Finanziert wird das Angebot von der Deutschen Bank und Barclays Capital, die eine Brückenfinanzierung zur Verfügung stellten.

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Geplant war außerdem, Cumerio in die Norddeutsche Affinerie zu integrieren und das Unternehmen in eine Societas Europaea (SE) deutschrechtlicher Prägung umzuwandeln. Durch den Zusammenschluss würde ein Kupferkonzern mit rund 4.600 Mitarbeitern und Produktionsstandorten in Deutschland, Belgien, Bulgarien, Italien und der Schweiz entstehen.

Jedoch wurde dieser Plan von dem österreichischen Investor Mirko Kovats durchkreuzt. Kovats hatte Mitte Juni über seine Holding A-Tec zunächst zehn Prozent an der Hamburger Kupferhütte erworben und Ende Juni auf 15,1 Prozent aufgestockt. Damit ist Kovats größter Einzelaktionär der Norddeutschen Affinerie. Zudem übernahm A-Tec parallel nach und nach auch Anteile an Cumerio und hält mittlerweile eine Sperrminorität – 25 Prozent plus eine Aktie. Frisches Kapital will sich A-Tec derweil durch die geplante Emission einer Hybridanleihe verschaffen. Als Jointbookrunner mandatierte A-Tec dafür die Dresdner Kleinwort und die Bank Austria Creditanstalt. Einen für den heutigen Donnerstag in Wien geplanten Gesprächstermin zwischen Kovats und Affinerie-Chef Werner Marnette wurde gestern abend kurzfristig von A-Tech abgesagt.

Im Zusammenhang mit der Anteilserhöhung von A-Tec an der Norddeutschen Affinerie kam es auch zu einer Auseinandersetzung über die Rolle der Commerzbank: Die Bank hatte wenige Wochen zuvor das zehnprozentige Aktienpaket von der Familienholding Possehl übernommen und an Kovats weiterverkauft. Jedoch war die Commerzbank zunächst auch als Beraterin für die Affinerie für das Cumerio-Angebot tätig. Laut einem Bericht der ‚FTD‘ sollte sich das Geldhaus eigentlich auch an der Finanzierung beteiligen. Die Norddeutsche Affinerie sah darin einen Interessenkonflikt und schaltete die BaFin ein. Die Commerzbank wies die Vorwürfe unterdessen zurück.

Berater Norddeutsche Affinerie

FRESHFIELDS BRUCKHAUS DERINGER (Hamburg): Dr. Christoph Seibt (Federführung; Unternehmensrecht/Kapitalmarktrecht), Chris Sunt (Unternehmensrecht; Brüssel), Dr. Tobias Klose (Kartellrecht; Düsseldorf), Thomas Jörgens (Bank- und Finanzrecht; New York); Associates: Dr. Kirsten Beckmann (Kartellrecht; Düsseldorf), Dr. Oliver Wunsch, Dr. Hans-Christoph Voigt, Dr. Natascha Doll, Cathy Lagasse (Brüssel; alle Unternehmensrecht)

ESCHE SCHÜMANN COMMICHAU (Hamburg): Dr. Robert Kroschewski, Dr. Felix Reiche (beide Steuerrecht)

INHOUSE (Hamburg): Dr. Björn-Carsten Frenzel (Chefsyndikus) – aus dem Markt bekannt

Berater Cumerio

LINKLATERS (Brüssel): Jean-Marie Nelissen Grade, Eric Pottier (beide Federführung), Hans-Ulrich Wilsing, Dr. Harald Gesell (Köln), Ulrich Wolff (Frankfurt); Associate: Dr. Günter Seulen (Köln; alle Corporate)

Berater Deutsche Bank/Barclays Capital

CLIFFORD CHANCE (Frankfurt): Dr. Bettina Steinhauer; Associate: Philipp Kroptascheck (beide Bank-und Kapitalmarktrecht)

Berater A-Tec/Mirko Kovats – bei Übernahme der Cumerio- und Affinerie-Anteile

Hausmaninger Kletter (Wien): Prof. Dr. Christian Hausmaninger

McDermott Will & Emery (Düsseldorf): Konstantin Günther – aus dem Markt bekannt

Eubelius (Brüssel): Koen Geens – aus dem Markt bekannt

Berater A-Tec – bei Hybridanleihe

SHEARMAN & STERLING (Frankfurt): Dr. Stephan Hutter; Associates: Tanya Sheridan, Marc Plepelits (alle Kapitalmarktrecht)

Berater Dresdner Kleinwort und Bank Austria – bei Hybridanleihe:

Nicht bekannt

Berater Commerzbank

Nicht bekannt

Soweit bekannt gab es bislang noch keinen Kontakt zwischen den Freshfields-Anwälten auf Seiten der Norddeutschen Affinerie und den juristischen Beratern von Kovats. Der österreichische Investor vertraut seinem Hausanwalt Hausmanninger aus der kleinen Wiener Kanzlei Hausmanninger Kletter, der bei dem Großprojekt gemeinsam mit dem Düsseldorfer McDermott-Büro und der belgischen Kanzlei Eubelius agiert.

Beim Börsengang der A-Tec Holding an die Wiener Börse im Dezember 2006 hatte neben Hausmaninger zudem vor allem ein Frankfurter Team von Shearman & Sterling beraten.

Freshfields hat die Norddeutsche Affinerie in der Vergangenheit bereits wiederholt beraten, unter anderem bei deren Börsengang 1998 und auch 2003 beim Squeeze-out der Minderheitsaktionäre der Hüttenwerke Kayser.

Esche betreute die Norddeutsche Affinierie erstmals und übernahm nun die steuerrechtliche Beratung des Übernahmenangebots. Dabei waren auch noch eine Reihe internationaler Kanzleien tätig, unter anderem Loyens & Loeff in Belgien. Esche-Anwalt Reiche kennt das Unternehmen noch aus seiner Zeit bei Freshfields, wo er bis 2006 gearbeitet hatte.

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