Die Funke Mediengruppe ist seit 1987 am österreichischen Markt aktiv und hält über die WAZ Holding 50 Prozent an der Kronen Zeitung und 50 Prozent am Kurier. Die übrigen Anteile an der „Krone“ gehören der Familie des Zeitungsgründers Hans Dichand. Mitgesellschafter am Kurier ist die Raiffeisen-Gruppe. Über seinen Einstieg in die WAZ Holding übernimmt Signa damit je ein knappes Viertel der Anteile an beiden Zeitungen.
Seinen Einstieg in die Medienbranche begründet Benko mit einer strategischen Investition: „Die Digitalisierung löst die Grenzen zwischen traditionellen Geschäftsmodellen.“ So ließen sich Handel, Information und Unterhaltung, aber auch das Wohnen und die moderne Welt der Arbeit schon heute nicht mehr trennen. Die Zusammenarbeit zwischen Funke und Signa soll nach Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden starten. Zum Kaufpreis vereinbarten beide Parteien Stillschweigen.
Berater Signa
Arnold (Wien): Dr. Nikolaus Arnold (Federführung; Corporate/M&A); Associates: Dr. Thomas Raubal (Kartellrecht), Dr. Roman Gruber, Felix Fisecker (beide Gesellschaftsrecht; letzterer Rechtsanwaltsanwärter)
McDermott Will & Emery (Düsseldorf): Dr. Christian Krohs (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Berater Funke Mediengruppe
Heuking Kühn Lüer Wojtek (Düsseldorf): Dr. Andreas Urban (Federführung), Dr. Michael Sörgel, Roland Reichert (alle Corporate/M&A), Dr. Rainer Velte, Beatrice Stange (beide Kartellrecht); Associate: Christian Liese (Corporate/M&A)
Schönherr (Wien): Markus Piuk (Federführung), Dr. Thomas Wenger (beide Corporate/M&A), Dr. Franz Urlesberger; Associate: Dr. Valerie Ditz-Stimakovits (beide Kartellrecht)
Inhouse Recht: Dr. Axel Kroll (Leiter Recht)
Hintergrund: Alle Beteiligten setzten auf ihre Stammberater. So konnte der Deal innerhalb von nur vier Wochen über die Bühne gehen. Das durch Benko vorgegebene Tempo beeindruckte selbst die transaktionserfahrenen Anwälte. Sowohl Dr. Nikolaus Arnold als auch sein Bruder Florian beraten Signa-Eigner René Benko regelmäßig, zuletzt unter anderem bei der Übernahme von Kaufhof, Kika/Leiner oder dem Kauf des APA-Turms in Wien. Auch der Kartellrechtler Krohs von McDermott Will & Emery stand dabei schon häufig an der Seite der Wiener Kanzlei. So war McDermott auch beim wohl größten deutsch-österreichischen Immobiliendeal des vergangenen Jahres beteiligt: Ende 2017 erwarb die Signa-Tochter Prime Selection für rund 1,5 Milliarden Euro ein Portfolio an prestigeträchtigen Kaufhäusern.
Funke hingegen setzt regelmäßig auf das Gespann Heuking und Schönherr. Beide berieten die Mediengruppe bereits 2014 beim kartellrechtlich kritisch beäugten Verkauf von Zeitschriften der Springer-Gruppe an Funke und der anschließenden Gründung einer gemeinsamen Werbe- und Anzeigenvermarktungsplattform. Die Konfliktlösungspraxen beider Kanzleien arbeiteten zudem in mehreren Schiedsverfahren in Zusammenhang mit der „Krone“-Beteiligung Seite an Seite. Ohne die Beteiligung deutscher Kanzleien war Schönherr-Partner Piuk 2016 für Funke beim Verkauf des Verlages Pannon Lapok Társasága an das ungarische Medienunternehmen Mediaworks tätig.