Verbriefung

Gagfah stemmt Zwei-Milliarden-Euro-Deal mit Inhouse-Team und Kanzleitrio

Autor/en
  • JUVE

Der Immobilienkonzern Gagfah hat ein Immobilienportfolio mit mehr als 60.000 Wohnungen und knapp 470 Gewerbeobjekten vollständig durch eine Verbriefung über knapp 2,1 Milliarden Euro refinanziert. Gagfah platzierte dabei durch die irische Zweckgesellschaft German Residential Funding 2013-1 mit Immobilien besicherte Kredite, sogenannte Commercial Mortgage-Backed Securities (CMBS) am Kapitalmarkt.

Teilen Sie unseren Beitrag

Damit löste Gagfah einen im August fälligen Großkredit ab und damit eines der drängendsten Probleme des Konzerns. Laut Unternehmensangaben ist es die größte europäische CMBS-Transaktion seit Ausbruch der Finanzkrise vor mehr als fünf Jahren. Die Investmentbank Goldman Sachs sowie die Bank of America Merrill Lynch arrangierten das Darlehen, als Treuhänder agierte die Deutsche Trustee. Goldman Sachs hat unter anderem die kanadische Ratingagentur DBRS als Arrangeur für die Transaktion mandatiert.

Ursprünglich sollte der Kredit maximal zur Hälfte durch CMBS-Darlehen abgelöst werden, als Alternative standen weitere Kredite im Raum sowie Refinanzierungslösungen mit pfandbriefähnlichen Strukturen. Aufgrund der hohen Nachfrage wählte Gagfah dann die vollständige Refinanzierung über die CMBS-Struktur. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre, mit einer Verlängerungsoption von einem Jahr. Der Zinssatz liegt mit 2,67 Prozent deutlich unter den 4,32 Prozent, die Gagfah bislang für den Kredit zahlen musste. Zuvor hatte Gagfah bereits eine weitere milliardenschwere Refinanzierung durch CMBS gestemmt, die Anschlussfinanzierung für das Dresdner Wohnbauportfolio in Höhe von 1,07 Milliarden Euro.

Berater Gagfah
Inhouse (Mülheim/Ruhr): Dr. Holger Franz (General Counsel; Federführung; Finanzierungen); Dr. Fabian Hess (Leiter Recht; Gesellschaftsrecht); Dr. Holger Martin (Kapitalmarkrecht); Dr. Heike Buschbaum, Ralf Kimmel (beide Immobilienrecht)
Allen & Overy (Frankfurt): Matt Howard, Christian Lambie (London; beide Verbriefung), Dr. Olaf Meisen, Mark Manson-Bahr (beide Finanzierung), Stefan Henkelmann (Verbriefung), Stefan Kuhm; Associates: Vanessa Pfeiffer, Nadja Petrow, Magdalena Filipkowski (alle Finanzierung), Bella Ward, Danister de Silva (beide Verbriefung)
Hengeler Mueller: Dr. Daniel Kress (Federführung; Immobilienrecht/Finanzierung; London), Dr. Ulrich Blech, Dr. Kai-Steffen Scholz (beide Gesellschaftsrecht), Dr. Jan Bonhage (Öffentliches Recht; alle Berlin), Dr. Peter Dampf (Immobilienrecht/Finanzierung; Frankfurt); Associates: Dr. Heiko Gotsche, Dr. Katja Scharkowski, Dr. Zahra Rahvar, Carsten Hohmann (alle London), Dr. Torsten Göcke, Karolin Hiller, Dr. Marc Roberts (alle Berlin)
Linklaters (Frankfurt): Florian Lechner (Steuern), Jochen Laufersweiler (Gesellschaftsrecht); Associates: Ulrich Johann, Wulf Kring (beide Steuern)

Berater Goldman Sachs, Bank of America Merrill Lynch
Clifford Chance: Emma Matebalavu (Bank-/Finanzrecht; London), Dr. Arne Klüwer (Bank-/Kapitalmarktrecht; Frankfurt; beide Federführung), Christian Trenkel (Immobilienrecht; München), Dr. Hubert Schmid, Dr. Marie-Theres Rämer (beide Steuern), Nele Gorny (Corporate; alle Frankfurt); Associates: Paige Gaston-Thiery, Zak Ikponmwosa (beide Bank-/Finanzrecht; beide London), Mortimer Berlet (Bank-/Kapitalmarktrecht), Stefan Bruder (Corporate; beide Frankfurt), Dorothea Schimmel (Immobilienrecht; München)

Berater DBRS Ratings:
K&L Gates (Frankfurt): Julia Müller, Trevor Beadle (London; beide Bank-/Finanzrecht), Volker Gattringer (Corporate); Associates: Andrey Latyshev, Diego Shin (London; beide Bank-/Finanzrecht)

Berater Deutsche Trustee
White & Case (Frankfurt): Dr. Dennis Heuer, Michael Rützel (beide Federführung), Daniel Baierlein, David Barwise (London; alles Bank-/Finanzrecht)

Hintergrund: Entsprechend der Größe der Aufgabe schaltete die Rechtsabteilung mehrere Kanzleien ein. Die externe Hauptlast an der Seite des koordinierenden Rechtsteams um den erst seit Oktober amtierenden General Counsel Franz lag bei Allen & Overy. Sie zeichnete für die Struktur des Deals und den Kreditvertrag mitverantwortlich. Daneben übernahm Hengeler vor allem gesellschaftsrechtliche Aspekte, während Linklaters sich um steuerrechtliche Fragen kümmerte.

Hengeler kennt den Gagfah-Konzern schon länger gut. Zuletzt begleitete die Kanzlei das Unternehmen vor kurzem bei der Refinanzierung des Woba-Portfolios (mehr…). Bereits 2006 war Hengeler bei der Privatisierung von Gagfah dabei, damals jedoch aufseiten eines erfolglosen Bieters (mehr…).

Auch Allen & Overy ist mit CMBS-Finanzierungsprojekten von Gagfah gut vertraut und stand vor Jahren an der Seite der Banken. Gleiches gilt für Clifford, die ebenfalls immer wieder bei Gagfah-Transaktionen eingeschaltet wird: Wie nun,stand die Kanzlei bei der vorangegangenen Woba-Refinanzierung der Bank of America Merrill Lynch zur Seite. (René Bender)

Artikel teilen