Mega-Deal im Möbelmarkt

Torggler berät kika/Leiner-Käuferin Steinhoff

Autor/en
  • JUVE

Österreichs zweitgrößter Möbelhändler ist nicht mehr in Familienhand. Die Eigentümerfamilien haben die kika/Leiner-Gruppe an den südafrikanischen Konzern Steinhoff verkauft. Der Preis soll deutlich über 500 Millionen Euro betragen.

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Reinhard Kautz
Reinhard Kautz

Das Transaktionsvolumen fällt unter anderem deshalb so hoch aus, weil neben den beiden Marken und den operativen Geschäften auch fast alle Immobilien, in denen die Einrichtungshäuser untergebracht sind, zum Unternehmen gehören. Die kika/Leiner-Gruppe beschäftigt rund 7.500 Mitarbeiter an 73 Standorten in sieben Ländern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro.

Die Wurzeln der Steinhoff-Gruppe gehen zurück auf die deutsche Möbelhandlung von Bruno Steinhoff, der 1997 nach Kapstadt ging. Ein Jahr später wurde sein Unternehmen Steinhoff-Möbel an der Börse in Johannesburg notiert, 2000 ging Steinhoff auf Expansionskurs und erwarb unter anderem die französische Möbelgruppe Conforama. Heute erzielt die Steinhoff-Gruppe zwei Drittel ihrer Erträge im Möbelhandel. 2012 betrug der Umsatz der Gruppe 6,8 Milliarden Euro, den sie weltweit mit 80.000 Mitarbeitern erwirtschaftete.

Berater Steinhoff
Torggler (Wien): Dr. Reinhard Kautz (Gesellschaftsrecht/M&A, Immobilien), Dr. Kathrin Weber (Koordination Due Diligence, Gesellschaftsrecht)
Latham & Watkins (Brüssel): Susanne Zühlke; Associates: Dr. Tobias Kruis,  Sung Kyung Yi (alle Wettbewerbsrecht)
Noerr (Prag): Barbara Kusak (Federführung Koordination CEE); Associates: Milos Temel, Dr. Halka Pavlikova, Petr Hrncir, Dr. Akos Bajorfi, Dr. Agnes Banfi (alle Corporate; beide Budapest), Pavel Siroky, Miroslav Pleva, Dr. Zoltan Nadasdy, Marton Osztheimer (alle Real Estate; beide Budapest), Pavol Rak, Eva Pauerova, Lukas Makara (alle Corporate/Real Estate; Bratislava), Rusandra Sandu, Cristina Stamboli, Alexandra Epure (alle Corporate), Melinda Galu (Real Estate; alle Bukarest)
Karanovic & Nikolic (Belgrad): Dragan Karanovic – aus dem Markt bekannt

Berater Eigentümerfamilien
Freshfields Bruckhaus Deringer (Wien): Dr. Thomas Zottl, Dr. Farid Sigari-Majd (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Axel Reidlinger; Associates: Anna Wolf-Posch (beide Kartellrecht), Lena Winkler, Karoline König (beide Gesellschaftsrecht/M&A; beide Rechtsanwaltsanwärter)
Inhouse (kika/Leiner; St. Pölten): Elisabeth Sorger (Leiterin Recht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Für die Corporate- und Schiedsrechts-Boutique Torggler ist die Beteiligung an einer Transaktion dieser Größenordnung ein außergewöhnlicher Erfolg. Es ist vom Volumen her der größte Deal in der Geschichte der Kanzlei, die 2007 von dem Ex-Schönherr-Partner Dr. Hellwig Torggler gegründet wurde.

Torggler kam ins Mandat, weil andere Mandanten die Kanzlei weiterempfohlen hatten. Einen Pitch gab es nicht. Im Hinblick auf die Due Diligence in CEE agierte die Boutique als eine Art General Counsel. Sie wählte beispielsweise die deutsche Kanzlei Noerr für die Länder Tschechien, Slowenien, Ungarn und Rumänien beziehungsweise Karnovic & Nikolic aus Belgrad für Serbien und Kroatien aus. Die Koordination lag bei Torggler-Partnerin Weber. Sie war im September 2012 von Schönherr gewechselt (mehr…).

Latham & Watkins verfügt dagegen über langjährige eigenständige Mandatsbeziehungen zu Steinhoff und ist regelmäßig für das Unternehmen tätig. So beriet die Kanzlei den Konzern beispielsweise auch beim Erwerb von Conforama.

Hinter den bisherigen Eigentümerfamilien von kika/Leiner stehen drei Familienstämme, deren Beteiligungen teilweise in Stiftungen eingebracht waren. Alle haben jeweils unterschiedliche Anwälte an ihrer Seite. Für den Verkauf an Steinhoff einigten sie sich auf Freshfields als gemeinsame Beraterin, die Kanzlei war insofern erstmals im Umfeld der kika/Leiner-Gruppe tätig.

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