Milliardenschwer

Stadtwerkekooperation übernimmt mit Clifford-Hilfe Bard-Windpark

Autor/en
  • Norbert Parzinger

Die Stadtwerkekooperation Südwestdeutsche Stromhandels GmbH (SWS) wird rund 1,5 Milliarden Euro in den vor der deutschen Nordseeküste entstehenden Windpark Bard Offshore 1 investieren. Damit übernimmt SWS rund 70 Prozent an dem Projekt rund 100 Kilometer nordwestlich von Borkum.

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Das Emder Energieunternehmen Bard will bis zum Herbst des kommenden Jahres 80 Anlagen mit einer Leistung von je fünf Megawatt aufbauen. Drei davon stehen bereits. Sobald acht Anlagen fertig sind, sollen sie zusammengeschlossen werden und den ersten Strom liefern. Wenn der Windpark komplett fertig ist, soll er Strom für insgesamt 400.000 Haushalte liefern. Damit ist Bard Offshore 1 eines der größten laufenden Offshore-Projekte und das erste, das von einer kommunalen Stadt- und Gemeindewerke-Kooperation beauftragt wurde.

Die Kooperation Südweststrom, an der 30 kommunale Energieversorger aus Baden-Württemberg und Bayern beteiligt sind, will 500 Millionen Euro aus Eigenkapital aufbringen. Den Rest soll die Unicredit-Gruppe finanzieren, hierzulande bekannt unter ihrer Marke HypoVereinsbank (HVB). Die Bank ist schon seit 2005 an Bard beteiligt.

Zur Bard-Gruppe gehören Unternehmen aus Emden, Cuxhaven und Bremen, die für den Bau und die Montage der Rotorblätter, der Fundamente und Plattformen auf See sowie den Projektablauf zuständig sind. Neben Bard Offshore 1 plant die Gruppe mit ihren 1.300 Mitarbeitern bereits den Bau zwölf weiterer Windparks, die Hälfte davon ist genehmigt.

Als Käufer der verbleibenden 30 Prozent an Bard Offshore 1 ist WV Energie im Gespräch, eine Beteiligungsgesellschaft, die zu je 50 Prozent dem Treibstoffkonzern Wintershall und etwa 200 kommunalen Versorgungsunternehmen gehört. WV hält bereits Anteile am Offshore-Windpark Arcadis Ost 1 vor der Insel Rügen. (Norbert Parzinger, René Bender)

Berater Südweststrom
Clifford Chance (Düsseldorf): Dr. Björn Heinlein (Federführung; Energierecht), Dr. Christoph Witte (Corporate), Tobias Schulten (Banking & Capital Markets), Stefan Löchner (Real Estate; beide Frankfurt), Dr. Joachim Schütze (Kartellrecht), Thorsten Sauerhering (Tax; Frankfurt), Dr. Florian Mahler (Banking & Capital Markets); Associates: Larissa Bender (Energierecht), Dr. Moritz Pöschke, Dr. Arnold Mock (beide Corporate), Tina Siebenhaar (Real Estate; Frankfurt), Nadia Esken, Ruth Jorias (beide Kartellrecht)

Berater WV Energie
Clifford Chance
(Frankfurt): Dr. Georg Linde (Federführung), Markus Muhs; Associates: Frederik Mühl, Dr. Robert John (alle Corporate)

Berater Unicredit/HVB
Linklaters (Frankfurt): Dr. Eva Reudelhuber; Associate: Dr. Wolfram Distler (beide Banking) – aus dem Markt bekannt
DLA Piper (Hamburg): aus dem Markt bekannt
Inhouse (Frankfurt): aus dem Markt bekannt

Berater Bard
Inhouse (Bremen): Nicole Schlegel – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Clifford-Partner Heinlein berät Südweststrom bereits seit 2006 im Zusammenhang mit deren Beteiligung am Kohlekraftwerksprojekt Brunsbüttel und begleitet auch den geplanten Einstieg beim Bard Offshore-Projekt seit Beginn der Planungen 2008.

Der Frankfurter Clifford-Partner Georg Linde währenddessen ist bei Energieprojekten regelmäßig für WV Energie tätig, zuletzt beim Verkauf ihrer Beteiligung von 40 Prozent an ihrer Tochter KNK Wind an Nordex. Die Projektgesellschaft KNK errichtet unter anderem die Offshore-Anlagen Arcadis 1 und Bard 1.

Die Unicredit-Gruppe setzt bei der Beteiligung an und der Finanzierung von Windkraftanlagen schon seit Jahren auf Linklaters und DLA. Linklaters beriet die Bank bereits bei der ersten Verbriefung von Windparkbeteiligungen 2004. Wie im Markt bekannt ist, begleitet die Kanzlei die deutsche Tochter HVB auch bei der anstehenden Übernahme in ihrer Rolle als finanzierende Bank.

DLA berät die HVB bei der Bard-Transaktion dem Vernehmen nach als Miteigentümerin des Windkraftprojekts. Ein Team um DLA-Corporate-Partner Dr. Ulf Liebelt-Westphal, damals noch Partner bei Luther, war etwa bei der zweiten Auflage des HVB-Anleihenprogramms ‚Breeze‘ 2006 als Berater des Investors CRC für den Kauf des Windparks von der Projektgesellschaft aufgetreten (mehr…). Bei den Folgeemissionen 2007 (mehr…) und 2008 (mehr…) war er dann für HVB selbst tätig.

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