Milliardenschwerer US-Zukauf

Linde greift mit Inhouseteam und Cravath nach Lincare

Der Münchner Dax-Konzern Linde will den amerikanischen Sauerstoffgeräte-Hersteller Lincare für umgerechnet rund 3,6 Milliarden Euro kaufen. Die Unternehmen unterzeichneten einen dementsprechenden Übernahmevertrag. Dieser sieht vor, dass Linde den Lincare-Aktionären 41,50 Dollar je Anteilschein in bar bietet.

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Solms Wittig
Solms Wittig

Der Münchner Industriegase-Spezialist will die Übernahme über einen Akquisitionskredit in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar und aus laufenden Mitteln finanzieren. Der Akquisitionskredit soll durch Fremd- und Eigenkapitalmaßnahmen refinanziert werden. Als finanzierende Banken agieren Morgan Stanley und die Deutsche Bank.

Die Transaktion soll im dritten Quartal diesen Jahres abgeschlossen sei und unterliegt noch den üblichen aufsichtsrechtlichen Genehmigungen. Presseberichten zufolge hatten sich auch der französische Air Liquide-Konzern sowie eine Beteiligungsgesellschaft für Lincare interessiert. Nun bezahlt Linde mehr als das Doppelte des letztjährigen Lincare-Umsatzes, der 2011 bei rund 1,85 Milliarden Dollar lag.

Die beiden Unternehmen schauen sogar auf gemeinsame Wurzeln zurück: Lincare hieß ursprünglich Linde Homecare Medical Systems. Das Unternehmen gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zum US-Geschäft von Linde, das 1917 an Union Carbide verkauft wurde. 1987 wurde Lincare bei Union Carbide ausgegliedert.

Berater Linde
Inhouse (München): Solms Wittig (Head of Legal Services), Andrew Brackfield, Sandra Albrecht, Daniel Geiger, Dr. Henning Asche (alle Corporate Legal)
Cravath Swaine & Moore
(New York): Richard Hall (Federführung), Mark Greene (beide Corporate), Paul Zumbro (Banking), Michael Schler (Steuern), Kevin Grehan (Immobilienrecht), Rowan Wilson (Kartellrecht); Associates: Aaron Gruber, Patricia Groot, Jisoo Kim, Jason Semine, Curtis Tiffany (alle Corporate) Andrew Carlon (Steuern), Jarrett Hoffman, Edward McGehee (beide Arbeitsrecht), Annmarie Terraciano (Umweltrecht), Gary Eisenman (Immobilienrecht), Larry Coury (IP), Robin Landis, Brent Byars (beide Kartellrecht)
Freshfields Bruckhaus Deringer (München): Yorck Jetter; Associate: Carsten Endres (beide Bank-/Finanzierungsrecht) – Akquisitionsfinanzierung
Freshfields Bruckhaus Deringer(Frankfurt): Dr. Andreas König, Rick van Aerssen; Associates: Dr. Andreas Stefanski, Julian Schulze de la Cruz (alle Gesellschafts/Kapitalmarktrecht) – Kapitalerhöhung

Gerhard Schmidt
Gerhard Schmidt

Berater Lincare
Weil Gotshal & Manges (New York): Michael Aiello (Federführung; M&A), Prof. Dr. Gerhard Schmidt, Dr. Thomas Schmid; Associate: Dr. Barbara Jagersberger (alle München)

Berater Morgan Stanley/Deutsche Bank
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Bettina Steinhauer – aus dem Markt bekannt

Berater Air Liquide
Nicht bekannt

Hintergrund: Lindes Rechtschef, Solms Wittig, ist erst seit wenigen Monaten im Unternehmen: Der ehemalige Siemens-General-Counsel kam im April und begleitete nun gleich eine der größten Übernahmen des Konzerns in den vergangenen Jahren. 2006 hatte Linde für über 12 Milliarden Euro den britischen Gasehersteller BOC gekauft (mehr…).

Linde hat in der Vergangenheit bereits vereinzelt, aber nicht regelmäßig, mit Cravath zusammengearbeitet. Hierzulande mandatierte der Münchner Dax-Konzern immer wieder auch Cravath‘ deutsche Best-Friend-Kanzlei Hengeler Mueller. So betreute die Sozietät etwa 2006 den Verkauf des Gabelstapleproduzenten Kion (mehr…). Ansonsten setzte Linde zuletzt beim Erwerb der Homecare-Aktivitäten des US-Chemie- und Gaseunternehmens Air Products & Chemicals in mehreren europäischen Ländern auf Linklaters (mehr…). Linklaters steht seiner Mandantin seit vielen Jahren in Transaktionen zur Seite.

Weil Gotshal kam über ihr New Yorker Büro in das Mandat: Der federführende Partner Aiello verfügt über einen guten Kontakt zum Verwaltungsrat von Lincare.

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