Solarbranche

Bosch-Werk geht mit Hengeler und Schmitz Knoth auf Solarworld über

Autoren
  • JUVE

Wesentliche Teile des Solargeschäfts von Bosch wechseln unter das Dach von Solarworld, die aktuell selbst in der Sanierung steckt. Dennoch übernimmt sie das größte Bosch-Produktionswerk für Solarmodule sowie -zellen im thüringischen Arnstadt und steigt damit wieder zu einer der zehn weltweit größten Solarfirmen auf. Solarworld will nicht zuletzt verhindern, dass wichtige Patente ins Ausland abwandern.

Teilen Sie unseren Beitrag

Das Stuttgarter Industrieunternehmen Bosch hat 2,4 Milliarden Euro in seine insgesamt 3.000 Mitarbeiter starke Sparte Solar Energy investiert und diese im Frühjahr zum Verkauf gestellt, nachdem das Unternehmen durch den Preisverfall in der Branche hohe Verluste eingefahren hatte. Alleine in das Werk in Arnstadt waren 530 Millionen Euro geflossen. Das Werk hat eine Produktionskapazität von 700 Megawatt und beschäftigt derzeit 1.600 Mitarbeiter. Nur rund 800 davon will Solarworld weiter beschäftigen.

Solarworld hatte erst vor wenigen Monaten die eigene Insolvenz durch einen Schuldenschnitt abgewendet (mehr…). Nach Angaben des Bonner Unternehmens wird die Übernahme der Bosch-Aktivitäten die eigenen Finanzmittel nicht reduzieren. In Presseberichten ist sogar die Rede davon, dass die Bonner eine Art Mitgift für die Übernahme erhalten. Die Kartellbehörden müssen dem Asset Deal noch zustimmen.

Berater Solarworld
Schmitz Knoth (Bonn): Dr. Guido Plassmeier (Federführung; Corporate), Dr. Christian Weis (Corporate; Arbeitsrecht), Dr. Markus Schäfer (Arbeitsrecht), Dr. Wolfgang Werber (Immobilienrecht), Associates: Linda Krewerth (Arbeitsrecht), Deniz Yalcin (Corporate; Kartellrecht)

Guido Plassmeier
Guido Plassmeier

Berater Bosch
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Bernd Wirbel, Thomas Meurer (beide Federführung; beide M&A), Dr. Stefanie Beinert (Steuern), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht; beide Frankfurt); Associates: Dr. Holger Kleinhenz, Thomas Himmelmann, Matthias Rothkopf, Dr. Eva Frankenberger, Hendrik Bockenheimer, Jessica Cezanne (beide Frankfurt)
Gleiss Lutz (Stuttgart): Dr. Matthias Karl; Associate:  Dr. Philipp Pichler (beide Kartellrecht)
Inhouse
(Bosch Solar Energy; Erfurt): Matthias Klatt (Rechtsabteilungsleiter)

Hintergrund: Schmitz Knoth fungiert seit Langem quasi als ausgelagerte Rechtsabteilung von Solarworld. Die Kanzlei begleitete intensiv den weltweiten Aufstieg von Solarworld (mehr…) und steht dem Konzern auch in der gegenwärtigen Krise bei. Bei dem Schuldenschnitt vor wenigen Monaten spielten mit Görg und Flick Gocke Schaumburg weitere Kanzleien eine wichtige Beraterrolle an der Seite des Unternehmens.

Hengeler ist eine der bevorzugten Kanzleien von Bosch. Der hier federführende Partner Wirbel begleitete das Unternehmen mehrfach bei dessen Engagement im Solargeschäft (mehr… und mehr…). Neben Hengeler gehören unter anderem Gleiss, Beiten Burkhardt und Ashurst zu den regelmäßigen Beraterinnen. Allerdings war bei Ashurst Partner Lutz Englisch maßgeblich für die Entwicklung der Mandatsbeziehung verantwortlich. Er ist im Frühjahr zu Gibson Dunn & Crutcher gewechselt (mehr…).

Einen Wechsel gab es zuletzt auch an der Spitze der Rechtsabteilung von Robert Bosch. Dr. Heiko Carrie wird zum Januar 2014 Mitglied der französischen Geschäftsleitung. Für ihn kam Sebastian Biedenkopf (mehr…) vom insolventen Solarkonzern Conergy. (René Bender)

Artikel teilen