Nächstes Einhorn

Sennder sammelt mit Taylor Wessing 160 Millionen Dollar ein

Das Logistik-Start-up Sennder hat sich 160 Millionen Dollar, umgerechnet 130 Millionen Euro, in einer Serie-D-Finanzierungsrunde gesichert. Damit knackt das noch junge Unternehmen die magische Eine-Milliarde-Dollar-Marke und steigt  in die Liga der sogenannten Einhörner auf. 

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Martin Schaper
Martin Schaper

An der Finanzierungsrunde waren unter anderem die Investoren Accel, Lakestar, HV Capital, Project A und Earlybird Venture Capital beteiligt. Daneben investierte auch Perpetual Ventures, hinter dem die Luxusuhren-Marke Rolex steht, sowie der Investor CNP aus Belgien. CNP ist die Investmentgesellschaft der Familie Frère, die sich mit einer höheren zweistelligen Summe an der Finanzierungsrunde beteiligte.

Mit Scania und Siemens investierten zudem zwei namhafte Großunternehmen in Sennder. Scania beteiligte sich über seinen Venture-Capital-Fonds Scania Growth Capital, Siemens über seinen Investmentarm Next 47. Einige der Geldgeber, darunter Project A, Siemens und Earlybird, hatten bereits in vorherigen Finanzierungsrunden in das Berliner Start-up investiert und nun ihre Anteile nochmals aufgestockt. 

Der größte Teil der gesammelten Summe stammt jedoch von einem stillen Investor. Laut Medieninformationen soll es sich dabei um das Vehikel Hedosophia handeln, hinter dem der bekannte Londoner Investor Ian Osborne steht.

Alexander Wulff
Alexander Wulff

Das 2015 gegründete Unternehmen Sennder bringt Speditionen und Verladeunternehmen zusammen, die sich über Sennder vernetzen und so ihre Touren aufeinander abstimmen können. Das Logistik-Start-up beschäftigt rund 800 Mitarbeiter und arbeitet mit mehr als 10.000 Speditionen zusammen. Zu den Kunden zählt unter anderem Siemens. Vergangenes Jahr gelang es Sennder mit Uber Freight, eine Logistikplattform von Uber, und Everoad zwei seiner größten Konkurrenten auf dem europäischen Markt zu übernehmen.

Berater Hedosophia
Latham & Watkins: Nicht bekannt

Berater Project A
Schnittker Möllmann Partners (Berlin): Dr. Martin Schaper (Federführung), Dr. Ansgar Frank (beide Corporate/M&A)
Inhouse Recht (Berlin): Andreas Kühnke (General Counsel) 

Berater Earlybird Venture Capital 
BMH Bräutigam & Partner (Berlin): Dr. Alexander Wulff (Federführung); Associate: Till Wansleben (beide Venture Capital)

Berater Accel
Inhouse Recht (London): Sally Roberts (General Counsel)

Berater Lakestar
Inhouse Recht (Zürich): Natalia Neuman (General Counsel)

Berater HV Capital 
Inhouse Recht (München): Andreas Wisser (General Counsel)

Berater Next 47
Reed Smith (München): Dr. Justus Binder (Corporate)
Inhouse Recht (München): Frank Oschütz (Director Legal and Compliance)

Berater Perpetual Ventures
Lutz Abel (München): Dr. Marco Eickmann (Federführung), Philipp Hoene; Associate: Dr. Sebastian Sumalvico (alle Corporate/Private Equity)

Jens Wolf
Jens Wolf

Berater Sennder
Taylor Wessing (Hamburg): Dr. Jens Wolf (Federführung), Dr. Norman Röchert (Berlin; beide M&A/Venture Capital), Prof. Dr. Jens Escher (Steuern; Düsseldorf) Dr. Tobias Schelinski; Associates: Benjamin Stach (beide IP/IT), Philipp Hoegl, Dr. László Molnár, Volkan Erdogan (Berlin; alle M&A/Venture Capital), Dr. Philipp Weiten (Steuern; Düsseldorf)
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Christian Gahr (General Counsel)

Hintergrund: Alle Beteiligten sind aus dem Markt bekannt.

Project A setzte erneut auf ein Team von Schnittker Mölmann. Die Beziehung zwischen dem Wagniskapitalgeber und der Kanzlei reicht bis zu deren Gründung in das Jahr 2017 zurück. Seitdem berät die Kanzlei den Berliner Investor bei Private-Equity- und Venture-Capital-Investitionen. Auch bei Fragen der Fondstrukturierung greift Project A öfter auf Schnittker Möllmann zurück. 

Justus Binder
Justus Binder

Auch die Siemens Investmentgesellschaft Next 47 setzte mit Reed Smith-Partner Binder auf einen bewährten Berater. Binder hat den Investor bereits bei verschiedenen Investitionen beraten, etwa bei der Beteiligung am deutschen Robotik-Start-up Wandelbots. Er stand dem Sennder-Bestandsinvestor Next 47 auch im vergangenen Jahr zur Seite, als Sennder seine beiden europäischen Konkurrenten Uber Freight und Everoad übernahm.

Auch die Zusammenarbeit zwischen dem Berliner BMH-Partner Wulff und Earlybird ist bewährt. Ebenso wie Binder war Wullf für seine Mandantin auch bei der Uber Freight-Everoad-Übernahme dabei. Die Beziehung zwischen Kanzlei und Investor geht zurück auf eine Finanzierungsrunde bei dem Start-up CrossEngage, an der Earlybird beteiligt waren. BMH beriet damals das Start-up.

Marco Eickmann
Marco Eickmann

Perpetual Ventures setzte laut Marktinformationen auf Lutz Abel-Partner Eickmann. Der Münchner Partner berät Perpetual bereits seit mehreren Jahren zu verschiedenen Investments. 

Der Lead-Investor Hedosophia ließ sich laut JUVE-Informationen während der Finanzierungsrunde von Latham beraten. Die übrigen Investoren traten ohne erkennbare externe Rechtsberater auf.

Taylor Wessing-Partner Wolf berät Sennder bereits seit der Serie-B-Finanzierungsrunde im Juli 2019. In das Mandat kam die Kanzlei über einen Pitch. Sennder greift jedoch nicht nur bei Finanzierungsrunden auf den Hamburger Partner zurück. Auch bei den Übernahmen von Uber Freight und Everoad war ein Team um Wolf für das Start-up im Einsatz.

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