Neuer Eigentümer

DWS übernimmt mit Allen & Overy Assetmanagement der Postbank

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  • JUVE

Die Deutsche Postbank trennt sich von ihrem Asset-Management-Geschäft. Die DWS-Gruppe erwirbt die Aktivitäten vollständig von ihrem Schwesterunternehmen. Die Fonds haben ein Volumen von 7,7 Milliarden Euro.

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Hartmut Krause
Hartmut Krause

Wie viel Geld die DWS für diese Fonds bereitstellen muss, ist nicht bekannt. Bekannt ist, dass die Fonds einen niedrigen zweistelligen Millionengewinn im vergangenen Jahr erwirtschaftet haben.

Die übertragenen 56 Publikums- und Spezialfonds gehen einschließlich der zugehörigen Unternehmensteile in Frankfurt und Luxemburg an die DWS-Gruppe. Für die Postbank ist dies das Ende ihres Fondsgeschäfts. Sie wird keine eigenen Fonds mehr auflegen, managen oder verwalten.

Berater DWS
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Hartmut Krause; Associate: Marco Zingler – aus dem Markt bekannt
Inhouse (Deutsche Bank; Frankfurt): Keine Nennung

Berater Postbank
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Peter Weyland (M&A), Dr. Thomas Paul (Bank-/Kapitalmarktrecht), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht), Dr. Martin Klein (Steuern); Associates: Jan Steffen, Dr. Sonnhild Heinsch
Arendt & Medernach (Luxemburg): Marc Mouton – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Noch Anfang 2011 hatte Linklaters die Postbank beraten, als diese ihr indisches Baufinanzierungs-Tochterunternehmen Deutsche Postbank Home Finance verkaufte (mehr…). Die Sozietät war seit Jahren regelmäßige Beraterin der Postbank im Gesellschaftsrecht und bei Beteiligungen, so zum Beispiel, als es um die Abwicklung des HSH-Zahlungsverkehrs ging (mehr…). Bekannt ist aber auch die Arbeit von Cleary Gottlieb Steen & Hamilton für die Bank bei kapitalmarktnahen Maßnahmen (mehr…).

Allerdings war es Hengeler Mueller, die die Deutsche Bank bei der Übernahme der Postbank beriet (mehr…). Entscheidend für das aktuelle Mandat war indes etwas ganz anderes: Hengeler-Partner Paul hatte die Postbank schon seit Jahren zum Assetmanagement beraten. Ursprünglich hatte die Postbank zwei Kapitalanlagegesellschaften, deren Gründung beide von Paul begleitet worden waren.

Seitdem hatte Paul im Kontext des Verkaufs einer der Anlagegesellschaften beraten – allerdings aufseiten der Käuferin. In der Folge betreute er weiterhin regelmäßig die verbliebene Anlagegesellschaft Postbank Financial Services.

Viel überraschender ist die Beraterin der DWS: Mit Allen & Overy berät eine Kanzlei, die bisher noch nie an der Seite der DWS aufgefallen ist. Kürzlich stand Clifford Chance der DWS als Beraterin bei, als die Gruppe die Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank erworben hat (mehr…).

Clifford gehört zu den regelmäßigen Beratern der Deutschen Bank, deren hauseigene Fondstochter die DWS ist. Anfang 2010 betreute Clifford im Immobilienbereich für das Deutsche Bank-Tochterunternehmen RREEF Investment den Kauf des sogenannten Unilever-Hauses in Hamburg. Die Deutsche Bank schreibt Mandate innerhalb des Kreises ihrer Panel-Kanzleien aus.

Die DWS selbst hat keine eigene Rechtsabteilung, sondern greift auf die Rechtsabteilung der Deutschen Bank zurück, in der Juristen speziell für die DWS-Themen zuständig sind.

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