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Konsortium kauft Gas Connect-Anteile mit Wolf Theiss und Binder Grösswang

Das Rennen um die OMV-Tochter Gas Connect Austria ist entschieden. Der Aufsichtsrat hat sich darauf geeinigt, den Anteil von 49 Prozent an ein Konsortium zu übertragen, das sich aus dem Versicherer Allianz und dem italienischen Gasinfrastruktur-Betreiber Snam zusammensetzt. Der Kaufpreis liegt bei 601 Millionen Euro in bar. Die Kontrolle über Gas Connect bleibt bei der Mehrheitsaktionärin OMV.

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Jacques Röder
Jacques Röder

Gas Connect, die zuletzt für 2014 einen Jahresumsatz von 258 Millionen Euro auswies, betreibt unter anderem ein 900 Kilometer langes Erdgas-Hochdruckleitungsnetz in Österreich. Die Tochter des teilstaatlichen Energiekonzerns OMV, die auch grenzüberschreitende Transportkapazitäten vermarktet, steht daher unter besonderer Beobachtung der Öffentlichkeit. Der Anteilsverkauf, sobald er von den Kartellbehörden genehmigt wird, soll rückwirkend zum Jänner erfolgen.

Zahlreiche ausländische Bieterkonsortien wurden in den vergangenen Monaten bekannt, darunter der belgische Netzbetreiber Fluxys und der australische Investor First State. Zuletzt waren wohl noch zwei im Rennen: der australische Investor Macquarie gemeinsam mit dem umtriebigen Energiekonzern EPH – und die Allianz.

Allianz Capital Partners hatte österreichische und deutsche Investoren hinter sich versammelt und bot gemeinsam mit Snam. Das italienische Unternehmen betreibt ein 32.000 Kilometer langes Erdgasleitungssystem und hatte bereits 2014 in die Trans-Austria-Gasleitung (TAG) investiert. Daneben hatten SPÖ-Politiker zuletzt auch einen Verkauf von Gas Connect an die staatliche Beteiligungsgesellschaft ÖBIB ins Spiel gebracht.

Ein holpriger Weg zum großen Deal

Auch aufgrund dieser politischen Diskussionen ist das langwierige Bieterverfahren offenbar immer wieder ins Stocken geraten. Marktbeobachter hatten zuletzt einen Kaufpreis unterhalb der 600-Millionen-Euro-Marke erwartet, denn die Regulierungsbehörde E-Control wird möglicherweise Ende des Monats die Renditen für den Betrieb von Gasleitungen senken.

Doch die Bieter schreckte dies alles nicht. Der Kauf der Gas Connect-Aktien erfolgt nun über ein Joint Venture, das zu 60 Prozent Allianz Capital Partners gehört, dem konzerneigenen Investmentmanager der Allianz, und zu 40 Prozent Snam. Der Kauf wird co-finanziert über einen Kredit von maximal 310 Millionen Euro, den ein Pool internationaler Banken bereitstellt, geführt von der Erste Group Bank.

Berater Allianz Capital Partners
Inhouse Recht (München): Jacques Röder (Head of Legal), Nadine Rinck
Wolf Theiss (Wien): Christian Mikosch, Horst Ebhardt (beide M&A), Günter Bauer (Kartellrecht), Kurt Retter (Regulierung), Eva Spiegel (Dispute Resolution), Matthias Unterrieder (Arbeitsrecht), Karl Koller (Real Estate), Benjamin Twardosz (Steuerrecht), Andreas Schmid, Marcell Nemeth (beide Finanzierung); Associates: Jiayan Zhu, Felix Breitwieser (beide Corporate/M&A), Gabriele Hintsteiner (Dispute Resolution), Gerhard Dilger, Barbara Jakubowics, Georg Harer (alle Banking & Finance)
Starlinger Mayer (Wien): Dr. Thomas Starlinger  (Energie- und Regulierungsrecht), Christian Mayer (Kartellrecht); Associates: Christoph Hauser (Dispute Resolution), Verena Pell (Kartellrecht), Bernhard Sinai (Regulierungsrecht; alle Rechtsanwaltsanwärter)

Berater Snam
Inhouse Recht (Mailand): Michela Schizzi (Head of International Legal/M&A), Emily Lombardi
Binder Grösswang (Wien): Michael Kutschera, Bernd Schneiderbauer (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Andreas Hable (Corporate), Johannes Barbist (Regulierung), Emanuel Welten (Finazierung), Horst Lukanec, Angelika Pallwein-Prettner (beide Arbeitsrecht), Ingeborg Edel (Litigation), Alexander Kramer (Real Estate), Hellmut Buchroithner (Commercial/IP); Associates: Philipp Kapl, Moritz Salzgeber (Rechtsanwaltsanwärter; beide Corporate/M&A), Markus Pinggera, Regina Kröll (Rechtsanwaltsanwärterin; beide Regulierung), Michael Ebner (Real Estate), Maria Gernerth Mautner Markhof, Fabian Heim (beide Rechtsanwaltsanwärter; beide Commercial/IP), Christoph Baumgartner, Vanessa Hurt (beide Rechtsanwaltsanwärter; beide Corporate), Michail Fouzailov, Markus Stelzl, Miriam Astl (alle Rechtsanwaltsanwärter; alle Finanzierung), Sabine Apfl (Rechtsanwaltsanwärterin; Arbeitsrecht), Oliver Loksa (Litigation)
Bonelli Erede Pappalardo (Mailand): Alberto Saravalle, Paolo Daino; Associates: Alessandro Vittoria, Diane Vallaud

Andreas Aigner
Andreas Aigner

Berater OMV
Inhouse Recht (Wien): Dr. Andreas Aigner (Head of M&A Legal), Bernhard Mörth (Senior Counsel M&A Legal) 
CHSH Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati (Wien): Dr. Clemens Hasenauer (Federführung), Harald Stingl (beide Corporate/M&A), Johannes Prinz (Regulatory/Tax); Associates: Lorenz Pracht, Bernhard Wychera, Julia Raith, Julia Berent, Thomas Knirsch (alle Corporate/M&A), Ferdinand Guggenmos (Regulatory)
Schönherr (Wien): Franz Urlesberger (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Gas Connect Austria
Inhouse Recht (Wien): Marcus Willmann (Leiter Recht) – aus dem Markt bekannt

Berater EPH / EU-Stream
DLA Piper (Wien): Dr. Maria Doralt – aus dem Markt bekannt

Berater Macquarie
Eisenberger & Herzog (Wien): Marco Steiner (Corporate/M&A), Ulrike Sehrschön (Regulierung) – aus dem Markt bekannt
Linklaters (Frankfurt): Dr. Ralph Drebes, Ann-Catherine Hoffmann (beide Corporate/M&A), Christopher Bremme (Energierecht/Regulierung), Michal Hlasek (Bankrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater First State Investments
Linklaters (Frankfurt): Dr. Sebastian Daub (Corporate/M&A), Stuart Rowson, Jessamy Gallagher ( beide London) – aus dem Markt bekannt

Berater Banken
Allen & Overy (London): Conrad Andersen (Finance) – aus dem Markt bekannt
PHH Prochaska Havranek (Wien): Dr. Wolfram Huber; Associate: Dr. Annika Wolf (beide Finance)

Hintergrund: Der Anteilsverkauf wurde von den Rechtsabteilungen von OMV und Gas Connect vorbereitet. Die Federführung für den Bieterprozess lag bei OMV-Chefjurist Aigner. Unterstützt wurde er dabei von einem CHSH-Team um Clemens Hasenauer, das regelmäßig Transaktionen für das Energieunternehmen begleitet. Für kartellrechtliche Fragen und wettbewerbsrechtliche Anmeldungen mandatiert OMV in der Regel Schönherr-Partner Urlesberger.

Auch bei der neuen Miteignerin Allianz Capital koordinierte Chefjurist Jacques Röder maßgeblich den Verhandlungsprozess. Er hatte eine Reihe von Kanzleien zum Pitch geladen, bei dem sich das breit aufgestellte Wolf Theiss-Team durchsetzen konnte. Daneben wurde Thomas Starlinger früh in die Transaktion und vor allem in den Due-Diligence-Prozess einbezogen. Er ist einer der bekanntesten Energierechtsspezialisten Österreichs. Er war 20 Jahre im OMV-Konzern tätig, unter anderem als Leiter der Rechtsabteilung der früheren OMV-Erdgas-Tochter. Zwischen 2007 und 2015 leitete er das Energierechtsteam von Fiebinger Polak Leon & Partner, bevor er sich im vergangenen Jahr mit dem Kartellrechtsspezialisten Christian Mayer selbstständig machte.

Die italienische Mitbieterin Snam mandatiert schon seit Jahren regelmäßig Bonelli Erede. Die Sozietät gehört zum Best-Friends-Netzwerk von Hengeler Mueller und zog hier mit einem großen Binder Grösswang-Team ins Bietergefecht.

Auch Linklaters-Partner Ralph Drebes ist in Österreich kein Unbekannter. Unter anderem hat er den australischen Infrastrukturfonds Macquarie bei einem der größten österreichischen Deals des vergangenen Jahres beraten, als dieser 25 Prozent an Energie Steiermark übernahm. Damals hatte Linklaters mit Binder Grösswang kooperiert. Diesmal war Eisenberger & Herzog einbezogen. Beide Kanzleien haben ebenfalls schon öfters zusammengearbeitet. Ein weiteres Linklaters-Team beriet dem Vernehmen nach die ebenfalls aus Australien stammende First State.

Bei der Energie-Control Austria (E-Control) werden die Rechtsgeschäfte seit Mitte Mai von Dr. Markus Helmreich geführt. Er folgte auf Dr. Wolfgang Urbantschitsch, der zuvor in den Vorstand der Regulierungsbehörde aufgestiegen war. (Raphael Arnold, Jörn Poppelbaum, Sonja Behrens)

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