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Bund platziert Green Bond mit Inhouse-Kompetenz und drei Kanzleien

Die Bundesrepublik Deutschland hat erstmals eine ‚grüne Bundesanleihe‘ ausgegeben. Man habe insgesamt 6,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufgenommen, teilte die Finanzagentur des Bundes am Mittwoch in Frankfurt mit. Mit den Öko-Anleihen sollen saubere Verkehrssysteme, Autos mit weniger CO2-Ausstoß und erneuerbare Energien gefördert werden.

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Daniela Kracht
Daniela Kracht

Die Nachfrage nach den neuen Wertpapieren war hoch und die Emission etwa fünffach überzeichnet. Der Verkauf der Anleihen erfolgte in einem sogenannten Syndikatsverfahren, indem die beteiligten Banken an interessierte größere Investoren weiterverkaufen.

Das Orderbuch war mit mehr als 33 Milliarden Euro weit überzeichnet, was auch ein gutes Signal in den Euromarkt ist, wo die deutschen Staatsanleihen traditionell als Benchmark-Anleihen und ihre Zinsssätze als Referenz für andere Staaten gelten sowie für emittierende Unternehmen.

Die eingesammelten Gelder sollen in fünf Schwerpunktbereiche fließen: Verkehr, internationale Entwicklungszusammenarbeit, Forschung und Entwicklung, Energie und Industrie sowie in die Land- und Forstwirtschaft. Dabei handelt es sich um Projekte, für die Anforderungen im sogenannten ‚Green Bond Framework‘ fixiert wurden.

Karsten Wöckener
Karsten Wöckener

Die erste grüne Bundesanleihe hat eine Laufzeit von 10 Jahren und einen fixen Kupon von 0,00 Prozent. Die Platzierung übernahm ein Bankenkonsortium unter Führung von Barclays, Commerzbank, Crédit Agricole, Deutsche Bank, JPMorgan Securities sowie UniCredit.

Auch Anleihen sollen nachhaltig sein

Parallel wird eine konventionelle Bundesanleihe aufgestockt, als sogenannte Zwillingsanleihe. Sie hat die gleiche Laufzeit und ebenfalls ein nominales Volumen von 6,5 Milliarden Euro, aber bleibt im Bestand der Finanzagentur und erlaubt den Investoren somit höhere Flexibilität.

Bereits für das vierte Quartal 2020 ist eine weitere Begebung eines grünen Bundeswertpapiers vorgesehen. Dabei soll es sich nach derzeitiger Planung um eine Bundesobligation mit fünfjähriger Laufzeit handeln, die auch der Refinanzierung von bereits getätigten Bundesausgaben dient. Nach Angaben der Finanzagentur soll zukünftig zu allen konventionellen, festverzinslichen Papieren des Bundes ein ‚grüner Zwilling‘ emittiert und so das Portfolio kontinuierlich ausgebaut werden.

Felix Biedermann
Felix Biedermann

Berater Finanzagentur
Inhouse Recht (Frankfurt): Daniela Kracht (Legal Counsel Capital Markets), Dr. Arnd Düker (Legal Counsel) 
White & Case (Frankfurt): Karsten Wöckener (Federführung), Dr. Cristina Freudenberger; Associates: Dr. Peter Becker, Claire-Marie Mallad, Florian Fraunhofer, Daniel Gillenkirch (alle Kapitalmarkrecht)
Simmons & Simmons (Frankfurt): Dr. Felix Biedermann (Federführung), Chris Walton (US-Recht; London), Dr. Gabriele Röhl (Kapitalmarktrecht), Andrea Tompkins (US-Recht; London)
Hengeler Mueller (Frankfurt):  Dr. Hendrik Haag; Associate: Dr. Henrik Gildehaus (beide Kapitalmarktrecht)

Berater Banken
Inhouse Recht (Barclay; Frankfurt): Dr.Valery Kellermann − aus dem Markt bekannt 
Inhouse Recht (Commerzbank; Frankfurt): Heike Hauser − aus dem Markt bekannt 
Inhouse Recht (Crédit Agricole Investment Bank; Paris): Aileen O’Riordan (Senior Legal Counsel) − aus dem Markt bekannt 
Inhouse Recht (Deutsche Bank; Frankfurt): Ute Münstermann − aus dem Markt bekannt 
Inhouse Recht (JPMorgan Securities; Frankfurt): Ian Cardew − aus dem Markt bekannt 
Inhouse Recht (Unicredit; Frankfurt): Matthias Preißer − aus dem Markt bekannt 

Hintergrund: Die Entwicklung des grünen Emissionsprogramms dauerte rund anderthalb Jahre und wurde maßgeblich intern von der Finanzagentur in Frankfurt gestemmt, in Abstimmung mit dem auftraggebenden Bundesfinanzministerium. Gemeinsam geleitet wurde das Projekt von Senior Legal Councel Kracht und der Wirtschaftsmathematikerin Katja Penner aus der Strategieabteilung.

Syndika Kracht war vor knapp fünf Jahren zur Finanzagentur gewechselt, nachdem sie zuvor 16 Jahre in der Fremdkapital-Praxis von Clifford Chance tätig war. Sie zog für die unterschiedlichen Projektphasen drei verschiedene Kanzleien hinzu:

Hendrik Haag
Hendrik Haag

Hengeler Mueller, die die Agentur schon früher zu neuen Produkten beriet, war im ersten Schritt eingebunden. Mit Partner Haag und Associate Gildehaus wurden unterschiedliche Konzepte durchgespielt, um zu prüfen, ob und wie die Emission von grünen oder nachhaltigen Bundesanleihen in Deutschland innerhalb der vorgesehenen jeweiligen Anschlussfinanzierungen wirtschaftlich ist.

Als das ‚Green Bond Framework‘ als Haftungsdokument ausgearbeitet wurde, kam Simmons & Simmons ins Spiel. Der dort federführende Partner Biedermann war 2016 von Clifford Chance gekommen und wird häufig zu Haftungsfragen und Risikobewertungen in Fremdkapitaltransaktionen konsultiert.

Mit White & Case und dem Team um Wöckener ging Kracht dann in das Syndikat. Mit der US-Kanzlei hatte sie auch Anfang des Jahres zusammengearbeitet, als mit Ausbruch der Corona-Pandemie der Finanzbedarf auf Seiten des Bundes sprunghaft anstieg.

Wöckener hat zudem einige Erfahrung mit nachhaltig orientieren Finanzierungstransaktionen: Er unterstützte mit seinem Team beispielsweise schon 2014 den österreichischen Energiekonzern Verbund zu dessen erstem Green Bond und stand im vergangen Jahr an der Seite des Dax-Konzerns E.on, als dieser seine erste grüne Anleihe begab. (Sonja Behrens, mit Material von dpa)

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