Private Equity

Management übernimmt Cybersicherheitsfirma mit Hilfe von Weil Gotshal und White & Case

Das Management der NSO Group hat mit Unterstützung des Investors Novalpina das Cybersicherheitsunternehmen gekauft. Verkäufer sind die Beteiligungsgesellschaft Francisco Partners und weitere Gesellschafter. Abgesichert wird der schätzungsweise eine Milliarde Dollar (rund 880 Millionen Euro) schwere Deal mit einer Finanzierung.

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Porträt Gerhard Schmidt
Porträt Gerhard Schmidt

NSO ist eines der führenden Unternehmen in der Cybersicherheit. Sein Hauptsitz ist Luxemburg, der wichtigste Standort mit etwa 500 Mitarbeitern liegt in Israel. Nach der Gründung 2010 wuchs der Umsatz rasch und wurde fünf Jahre später auf 150 Millionen Dollar geschätzt. NSO erstellt nach eigenen Angaben Technik zur Verbrechensbekämpfung für Regierungen, die von manchen Bürgerrechtlern auch als Spionage- oder Hackertechnik bezeichnet wird.

Die Gründer Shalev Hulio und Omri Lavie sowie das Management werden im Zuge des Management-Buy-outs von Novalpina Capital unterstützt. Den Gründern gehörten bisher nach Marktangaben rund 30 Prozent der Anteile an NSO.

Andreas Lischka
Andreas Lischka

Novalpina ist ein erst 2017 gegründeter englischer Private-Equity-Investor. Dahinter stecken als Gesellschafter Bastian Lueken, der Österreicher Stefan Kowski und der englische Geschäftsmann Stephen Peel.

Die Beteiligungsgesellschaft Francisco Capital hat einen Doppelsitz in San Francisco und London. Wie im Markt berichtet wird, kaufte sie im Jahr 2014 sie für etwa 120 Millionen Dollar 70 Prozent der Anteile an NSO. Seit Juni 2017 versucht sie laut Beobachtern, für NSO einen Verkaufserlös von einer Milliarde Dollar zu erzielen. Die Entwicklung des relevanten weltweiten Branchenindex MSCI Information Technology und der israelischen Börse legen nahe, dass diese Preisvorstellung nicht unterschritten wurde.

Berater Novalpina Capital
Weil Gotshal & Manges (Frankfurt): Prof. Dr. Gerhard Schmidt (M&A), Dr. Wolfram Distler, Tom Richards (beide Bank- und Finanzrecht; London; alle Federführung); Tobias Geerling (München), Ludger Kempf (beide Steuerrecht), Dr. Kamyar Abrar (Kartellrecht), Matthew Goulding (Boston), Dr. Heiner Drüke (beide Gesellschaftsrecht); Associates Manuel-Peter Fringer, Madleen Düdder, Alexander Pfefferler, Daniel Zhu, Andreas Fogel (München), Julian Schwanebeck, Michael Messina (Boston; alle Gesellschaftsrecht), Julia Hübner, Alisa Preissler, Kai Yan (alle Steuerrecht), Thomas Zimmermann (München), Julia Tschickardt, Alistair McVeigh, Conor Campbell (alle Bank- und Finanzrecht; beide London)

Berater Management
Erdinast Ben Nathan Toledano & Co. : Roy Caner, Viva Gayer

Berater Francisco Partners
Paul Hastings (San Francisco): Mike Kennedy, Jeffrey Wolff

Berater Banken
White & Case (Frankfurt): Vanessa Schürmann, Andreas Lischka (beide Federführung), Gernot Wagner, Florian Ziegler, Dr. Sébastien Seele (alle Bank- und Finanzrecht), Dr. Bodo Bender (Steuerrecht), Dr. Stefan Bressler (Gesellschaftsrecht); Associates: Daniel Hobbs, Irina Sichwardt (beide Bank- und Finanzrecht); weitere aus Brüssel, London, New York und Washington

Hintergrund: Das deutsche Weil Gotshal-Team war für Novalpina im vergangenen Jahr schon bei einer öffentlichen Übernahme tätig. Es hat den Investor beim Ausschluss der Minderheitsaktionäre der an der Börse in Tallinn notierten Olympic Entertainment Group beraten. Zu einigen der Novalpina-Gesellschafter pflegte Schmidt bereits Kontakte aus deren früherer Tätigkeit für den Investor Texas Pacific Group (TPG), beispielsweise aus dem Grohe-Verkauf 2013. Seine M&A-Verhandlungen in diesem Mandat begannen vor etwa drei Monaten.

Erdinast Ben Nathan Toledano & Co. ist eine anerkannte israelische Full-Service-Kanzlei, die insbesondere bei Transaktionen mit Ziel in Israel international visibel ist. Auch von Paul Hastings wurde bei der Beratung der kalifornischen Francisco Partners keine deutschen Anwälte in dem Deal gesehen. Viele der Verhandlungen zwischen Weil Gotshal und diesen beiden Kanzleien fanden in London statt.

Die gemischte Finanzierung des Deals wird seit Mitte Januar mit verschiedenen Banken verhandelt. Die Bank- und Finanzrechtler von White & Case kamen über persönliche Kontakte zu Novalpina ins Mandat. Lischka war im November von Hengeler Müller als Local-Partner zum Team gestoßen. (Ludger Steckelbach)

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