Juve Plus Individuelle Handy-Werbung

Schlüsselrollen für Inhouse-Teams und Latham bei paneuropäischem Joint Venture

Die EU-Kommission hat grünes Licht erteilt für ein Joint Venture von Vodafone, Deutsche Telekom, Orange und Telefónica, das unter anderem individualisierte Werbung auf Mobiltelefonen ermöglichen soll.

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Individuelle Werbung aufs Smartphone, gleichzeitig hohe Standards beim Datenschutz – auf diese Gratwanderung begeben sich mit dem Segen der EU-Kommission die Telekomkonzerne Vodafone, Deutsche Telekom, Orange und Telefónica gemeinsam.

Das Joint Venture der europäischen Telekomkonzerne soll – so heißt es im Bescheid der EU-Kommission – eine datenschutzfreundliche digitale Identifizierungslösung anbieten, um individualisierte Marketingkampagnen zu ermöglichen. Demnach werden die Mobilfunkanbieter in pseudonymisierter Form Nutzerprofile als Token zur Verfügung stellen.

Dieser Token  ist zeitlich befristet und einsetzbar für Echtzeitauktionen der Werbeindustrie. Er ermöglicht Markenartikelherstellern, die Auslieferung von Online-Display-Werbung zu optimieren. Dieses sogenannte ‚targeted advertising‘ soll nicht an Cookies geknüpft sein. Das dahinterliegende Identifikationstool werden die Handynutzer über ein Datenschutzportal steuern können. 

Aufgrund der territorialen Reichtweite von Orange musste das Joint Venture auch in Marokko, Tunesien und Ägypten bei den Wettbewerbsbehörden angemeldet werden. Bei der EU-Kommission wurde das Projekt zwar erst Anfang Januar angemeldet, doch gibt es dort üblicherweise informelle Vorprüfungsverfahren in enger Abstimmung mit den Beteiligten.

An dem Gemeinschaftsunternehmen werden die Konzerne zu gleichen Teilen beteiligt sein. 

Giuditta Caldini

Berater Vodafone und Telefónica
Inhouse Recht (Vodafone, London): Nick Root (Lead Counsel, Group Competition)
Inhouse Recht (Telefónica, Madrid): Laura Jimenez Rodrigo (Legal Counsel)
Latham & Watkins: José Maria Jiménez-Laiglesia (Madrid),  Giuditta Caldini (Brüssel); Associates: Tobias Becker, Lavinia Mukomilow, Fabienne Rotering (alle Düsseldorf), Judith Jacop (Frankfurt), Mark Wagh, Sarah Miller (London), Carlos Betoret (Madrid; alle Kartellrecht)

Berater Orange 
Inhouse Recht (Orange; Brüssel): Chloé Cluzel (Litigation/Antitrust)
Latham & Watkins (Paris): Jacques Philippe-Gunther, Constance Dobelmann, Mathilde Ayel (alle Paris)

Axel Lützner

Berater Deutsche Telekom
Inhouse Recht (Bonn): Axel Lützner (Leiter Legal M&A), Besa Cukalla (Corporate), Grania Holzwarth (Head of EU Competition Policy; Brüssel) 
Clifford Chance (Düsseldorf): Joachim Schütze (Kartellrecht)

Europäische Kommission
Generaldirektion Wettbewerb (Brüssel): Annemiek Wilpshaar (Referatsleiterin/Head Of Unit C5 ), Marc Zedler (Case Handling) – aus dem Markt bekannt  

Hintergrund: Nach JUVE-Informationen stimmten sich die vier Parteien, die jeweils unterschiedliche Erfahrungen mit Joint Ventures gemacht haben, vor allem über ihre Konzernjuristen ab. Dabei erwies es sich als vorteilhaft, dass nicht jede Partei eine eigene Kanzlei mandatiert hatte.

Nach JUVE-Informationen begleitet Latham gesellschaftsrechtlich mit ihrem Londoner Team alle Mobilfunkkonzerne gemeinsam zum Aufbau des Joint Ventures.

Die US-Kanzlei konnte im vergangenem Sommer zudem mit einem büroübergreifenden Team auch den Pitch für die kartell- und fusionskontrollrechtliche Beratung von drei Parteien gewinnen – und dürfte dies unterschiedlichsten Mandatsbeziehungen verdanken: Das deutsche und das Brüsseler Team – zu dem auch die Kartellrechtlerin Caldini zählt – pflegen langjährige Beziehungen zu Vodafone. Das Pariser Latham-Team hat gute Kontakte zu Orange, und das Büro in Madrid wird regelmäßig von Telefónica mandatiert.

Die Telekom vertraute ihrem transaktionserfahren Inhouse-Team um Lützner, Leiter M&A. Einen Teil der Abstimmungen übernahm Corporate-Juristin Cukalla. Für paneuropäische Genehmigungsverfahren hat der Dax-Konzern die erfahrene Syndika Holzwarth in Brüssel.

Da das Gemeinschaftsunternehmen seinen Sitz in Brüssel haben soll, ist für alle Vertragsparteien auch ein Team an Gesellschafts- und Arbeitsrechtlern der Benelux-Kanzlei Nauta Dutilh einbezogen.

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