Juve Plus Großfusion

Schwäbische Versicherungshochzeit mit EY Law und Mutter & Kruchen

Die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) und die Versicherung ‚Die Stuttgarter‘ prüfen einen Zusammenschluss. Die neue Unternehmensgruppe würde rund 1.600 Mitarbeitende umfassen und eine Bilanzsumme von mehr als 18 Milliarden Euro aufweisen. Nach der Allianz von Gothaer und Barmenia ist dies die nächste Großfusion auf dem Versicherungsmarkt.

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Die Vorstände beider Gesellschaften erhoffen sich von einer Fusion mehr Wachstumspotenzial und Investitionskraft sowie eine Verminderung der regulatorischen Kosten, so eine Mitteilung. Bisher setzt die SDK ihren Fokus auf die Krankenversicherung, ‚Die Stuttgarter‘ hat ihren Schwerpunkt im Lebens- und Unfallversicherungsgeschäft. Rund zwei Millionen Menschen wären bei dem Gemeinschaftsunternehmen versichert.

Neben dem Versicherungsportfolio sollen sich künftig die Vertriebswege ergänzen. Die SDK ist vor allem im süddeutschen Raum etabliert, ‚Die Stuttgarter‘ hat auch einen Vertriebsschwerpunkt in Norddeutschland.   

Beide Institute sind jeweils als Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG) verfasst, die Versicherten sind Mitglieder und tragen den Verein. Die Aufsichtsräte beider Gesellschaften haben die Prüfung auf den Weg gebracht, im weiteren Verlauf sollen Mitte des kommenden Jahres die Mitgliederversammlung der SDK sowie die Abgeordnetenversammlung von ‚Die Stuttgarter‘ die Beschlüsse für eine schrittweise Integration der Unternehmen in eine gemeinsame Gruppe fassen.

Stefan Mutter

Berater ‚Die Stuttgarter‘
Inhouse Recht (Stuttgart): Michaela Stahl-Wündisch (Hauptabteilungsleiterin Recht und Compliance)
Mutter & Kruchen (Düsseldorf): Dr. Stefan Mutter (Federführung), Dr. Carsten Kruchen; Associate: Jessica Werner (alle Corporate/M&A)
Buntscheck (München): Martin Buntscheck (Federführung); Associate: Pascal Pitz-Klauser (beide Kartellrecht)
KPMG Law (München): Sandra Grote (Steuerrecht)
BRP Renaud & Partner (Stuttgart): Jörg Fecker (Arbeitsrecht)
BLD Bach Langheid Dallmayr (Köln): Joachim Grote; Associate: Jan Binz (beide Kapitalmarktrecht)

Björn Weng

Berater SDK
EY Law (Stuttgart): Dr. Björn Weng (Federführung); Associate:  Nicole Faller (beide Corporate/M&A)

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Joachim Grote

Das öffentlich erklärte Einvernehmen der Vorstände von SDK und ‚Die Stuttgarter‘ markiert den Beginn einer umfangreichen Prüfungsphase, der eigentliche Merger-Prozess bietet weitere komplexe rechtliche Herausforderungen. Neben der internen Zustimmung ist die Einbindung der Bafin Pflicht.

Bis zum Eintrag ins Handelsregister Anfang September 2024 verging etwa bei den größeren, aber ebenfalls als VVaG verfassten Fusionierern Gothaer und Barmenia ein Jahr. Den Zeitraum für die folgende Detailarbeit beziffern die Unternehmen, die gemeinsam allerdings 7.500 Mitarbeitende beschäftigen, auf „bis zu drei Jahre“.  

Martin Buntscheck

Die SDK setzt nach Informationen aus dem Markt auf die langjährige Stammberaterin EY Law. Im Lead ist demzufolge der Stuttgarter Partner Weng, der dem Unternehmen zuletzt etwa 2023 beim Erwerb eines Anteils von 49 Prozent an der saarländischen Beraterin pd business zur Seite stand, einer Spezialistin für die Absicherung von Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung.

Dort arbeitete EY Law mit der Rechtsabteilung der SDK unter der Leitung von Rudolf Rönisch zusammen. Über Art und Umfang der Beteiligung der SDK Inhouse-Juristen am aktuellen Prozess wurde zunächst nichts bekannt, sie liegt aber ebenso nahe wie bei ‚Die Stuttgarter‘, wo nach JUVE-Informationen Stahl-Wündisch eine Schlüsselrolle zukommen soll.

Die Düsseldorfer Corporate-Boutique Mutter & Kruchen berät ‚Die Stuttgarter‘ ebenfalls regelmäßig. Die Sozietät ist seit 2016 im Markt etabliert und arbeitet mit Netzwerkkanzleien zusammen. Beide Gründer kamen vor acht Jahren von Gleiss Lutz. Die im Aktien- und Konzernrecht renommierte Kanzlei setzt einen Schwerpunkt auf die Beratung von Versicherern.

Die Versicherungskanzlei BLD war bei der Fusion von Gothaer und Barmenia Teil eines gemeinsam mandatierten Beraterkonsortiums, an der Seite von Flick Gocke Schaumburg (Gesellschafts-, Steuer- und Kartellrecht) und Seitz (Arbeitsrecht).

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