Verkauf im zweiten Anlauf

Star Capital übernimmt mit King & Wood Rüstungssparte von Jenoptik

Der Technologiekonzern Jenoptik hat seine Militärtechniksparte Vincorion im zweiten Anlauf verkauft. Der Bereich soll für 130 Millionen Euro an einen Fonds des Finanzinvestors Star Capital Partnership gehen. Der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2022 erwartet.

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Markus Herz

Jenoptik hatte die Sparte bereits einmal verkaufen wollen, um sich stärker auf das Segment Photonik konzentrieren zu können. Doch der Prozess wurde Anfang vergangenen Jahres gestoppt, nachdem die Angebote nicht den finanziellen Vorstellungen Jenoptiks entsprachen.

Jenoptik-Börsenwert stieg zuletzt rasant

Das Geschäft mit dem Licht hatte das Unternehmen durch mehrere Zukäufe ausgebaut, zuletzt durch die Übernahme zweier Töchter des niederländischen Halbleiterausrüsters ASML für insgesamt rund 300 Millionen Euro: Es erwarb die Berliner Glas Medical und die SwissOptic, die beide Komponenten für die Medizintechnik herstellen.

Jenoptiks Umsatz soll 2021 bis zu 900 Millionen Euro erreichen. Seit Ende 2020 zog der Börsenwert des SDax-Unternehmens um etwas mehr als 40 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro an. Das Land Thüringen ist über eine Beteiligungsgesellschaft des Landes Mitaktionär von Jenoptik. Jenoptik beschäftigt insgesamt rund 4.300 Mitarbeiter, circa 800 davon sind bei Vincorion.

Star Capital mit Sitz in London war hierzulande beispielsweise schon an dem Kabelnetzbetreiber Pepcom, dem Essener Regionalverkehrdienstleister Abellio, dem Stuttgarter IT-Infrastrukturdienstleister Globalways und dem Pflegeheimbetreiber Alloheim beteiligt. Das Unternehmen investiert aktuell mit seinem dritten Fonds, für den es 2017 rund 800 Millionen Euro einwarb.

Berater Star Strategic Assets III
King & Wood Mallesons (Frankfurt): Markus Herz (Federführung; Corporate), Markus Hill (Steuerrecht), Tilman Siebert (Kartellrecht/Außenwirtschaftskontrolle), Laura Luo (Corporate), Meg Utterback (Außenwirtschaftsrecht; beide New York); Associates: Lorenz Liebsch, Dr. Katrin Thoma, Hanno Brandt, Simon Brandt, Julian Buhr,  Zhiyian Liu, Lucia Chen (beide New York; alle Corporate),  Viktoria Rosbach (Steuern); Michael Amberg (Außenhandel; Menlo Park)
KNPZ (Hamburg): Dr. Kai-Uwe Plath (IP/IT) – aus dem Markt bekannt
Kliemt (Frankfurt): Dr. Till Heimann (Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt
Hohmann Rechtsanwälte (Gelnhausen): Dr. Harald Hohmann (Außenwirtschaftsrecht) – aus dem Markt bekannt
Dr. Bettina Enderle (Umwelt- und Planungsrecht; Frankfurt) – aus dem Markt bekannt
Deloitte (Köln): Olga Metcher (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Carola Glasauer

Berater Jenoptik
Inhouse Recht (Jena): Dr. Andreas Schäfer (General Counsel) – aus dem Markt bekannt
White & Case (Frankfurt): Carola Glasauer (M&A), Dr. Lutz Krämer (Corporate), Dr. Jochen Hörth (M&A), Dr. Tim Bracksiek (Steuern), Dr. Sebastian Stütze (Arbeitsrecht), Thilo Wienke (Kartellrecht; Düsseldorf); Associates: Thorsten Rohde, Jan Lampert, David Smith (alle M&A), Mathias Bogusch, Lea Kaase (beide IP), James Turner (Private Equity; London)

Notar
Lennert Schneider & Partner (Frankfurt): Dr. Moritz Schneider  – aus dem Markt bekannt

Hintergrund:  Das Transaktionsteam von King & Wood hatte Star Capital schon 2011 beim Erwerb des zivilen Teils der Blohm + Voss-Gruppe von Thyssenkrupp beraten. Damals agierte das Team noch unter der Vorgängerflagge SJ Berwin. Auch beim Verkauf des Kabelnetzbetreibers Pepcom an die größere Wettbewerberin Tele Columbus half die Kanzlei. Partner Herz stand schon im Frühjahr beim Investment in das bayerische Unternehmen SkyFive an der Seite der Mandantin. Die steuerrechtliche Begleitung erfolgte wie in der Vergangenheit durch Hill.

Rund um den Kauf der Wehrtechniksparte von Jenoptik kamen nach JUVE-Informationen zudem US-Kollegen zum Einsatz, die das US-Investitionskontrollverfahren kennen. Notwendig wurde dies, weil eine US-Tochtergesellschaft zum Geschäftsbereich der Jenoptik-Gruppe gehört. Für einzelne Fachgebiete – etwa im Wettbewerbs-, Arbeits- und Außenwirtschaftsrecht – zieht King Wood & Mallesons (KWM) regelmäßig Spezialboutiquen hinzu. Ihre eigene arbeitsrechtliche Beratung baute die Sozietät erst jüngst mit dem Zugang von Martin Gliewe aus, der von Noerr als Counsel wechselte.

White & Case berät Jenoptik erneut

White & Case-Partnerin Glasauer steuerte mit ihrem Team den Verkaufsprozess für Jenoptik. Das Unternehmen hatte sie auch bei den beiden strategischen Zukäufen von ASML beraten. Die Mandatsbeziehung zwischen der US-Kanzlei und dem Thüringer Technologiekonzern besteht schon seit vielen Jahren und wird zusehends von der Frankfurter M&A-Anwältin gepflegt, die seit Anfang 2020 zur Partnerriege gehört.

Der weltweit führende Hersteller von Maschinen für die Herstellung von Mikrochips, ASML, wurde beim Verkauf seiner deutschen Töchter von Gleiss Lutz und Homburger unterstützt. Das Gleiss Lutz-Team wurde von dem Berliner Partner Dr. Martin Viciano Gofferje angeführt. Bei Homburger verantwortete Partner Andreas Müller mit seinem Team alle Themen nach Schweizer Recht. (mit Material von dpa)

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