Netzbooster-Bau

TransnetBW vergibt mit Advant Beiten Großauftrag an Siemens-Joint-Venture

TransnetBW hat die Siemens-Beteiligung Fluence Energy mit dem Bau der Netzbooster-Pilotanlage in Kupferzell beauftragt. Die Batteriespeicheranlage im Nordosten Baden-Württembergs soll im Jahr 2025 fertiggestellt werden und hat im Zuge der Energiewende wegweisenden Charakter.

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Die Anlage ist das erste der Netzbooster-Projekte, mit denen die deutschen Netzbetreiber Überlastungen begegnen und eine stabile und dauerhafte Stromversorgung gewährleisten wollen. Das Projekt wäre nach derzeitigem Stand mit einer Leistung von 250 Megawatt die weltweit größte Anlage ihrer Art, heißt es.

Das System speichert etwa Windenergiestrom, der aus Norddeutschland zugeleitet wird, und kann bei Engpässen innerhalb des Übertragungsnetzes binnen Millisekunden die so aufgebauten Reserven wieder an das Netz abgeben. In Kupferzell besteht bereits ein wichtiger Netzknotenpunkt.

Erste Planungen für Netzbooster gibt es seit 2019, sie sollen flächendeckend eingesetzt werden. Es sei zudem davon auszugehen, dass solche punktuellen Batteriespeicheranlagen schneller realisierbar seien als der Leitungsausbau oder gar -neubau, so TransnetBW bei der Vorstellung des Projekts. 

TransnetBW ist eine hundertprozentige Tochter des Energiekonzerns EnBW Energie Baden-Württemberg mit Hauptsitz in Stuttgart. Die Auftragnehmerin Fluence Energy GmbH – die sich gegen Mitbieter durchsetzte – ist wiederum die deutsche Tochter des Nasdaq-Unternehmens Fluence, beheimatet im US-Bundesstaat Virginia. Dieses wurde 2018 speziell für Energiespeichertechnologien vom US-Stromproduzenten AES Corporation und Siemens gegründet. Anfang 2021 kam der Staatsfonds von Katar als Anteilseigner hinzu. Vor genau einem Jahr erfolgte der Börsengang, die Papiere wurden deutlich oberhalb der ursprünglich veranschlagten Preisspanne ausgegeben, das Unternehmen wurde letztlich mit 4,8 Milliarden Dollar bewertet.      

Teil des deutschen Verbundnetzes

Das Übertragungsnetz in Deutschland ist in Regelzonen unterteilt. Der Wirkungsbereich von TransnetBW umfasst große Teile von Baden-Württemberg. In NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist Amprion zuständig, das aber auch noch einzelne Gebiet in Südniedersachsen und dem Allgäu bearbeitet. Der Bereich der neuen Bundesländer sowie Hamburg ist dem deutsch-belgischen Unternehmen 50hertz zugeteilt, Tennet betreibt die Netze in Schleswig-Holstein und in weiten Teilen Niedersachsens, Hessens und Bayerns. 

Ulrich Wolf

Berater TransnetBW
Advant Beiten (Hamburg): Dr. Ulrich Wolf (Federführung; Corporate/M&A), Stephan Rechten, Max Stanko (beide Vergaberecht), Sebastian Berg (Energierecht; alle drei Berlin); Associate: Maren Dedert (Corporate/M&A)
Inhouse Recht (Stuttgart): Sonja Köhler, Dr. Uwe-Michael Voigt, Dr. Sascha Pelka – aus dem Markt bekannt

Berater Fluence Energy
Inhouse Recht (Erlangen): Markus Meyer (General Counsel EMEA) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Advant Beiten gehört zum Beraterpanel von EnBW, das in diesem Jahr neu aufgestellt wurde und auch Beratungsdienste für Tochterfirmen wie TransnetBW abdeckt.

Das Team um den Hamburger Standortleiter Wolf, dem selbst die Aufsetzung der Projektverträge oblag, betrat hier Neuland, denn für die technisch komplexe Materie gab es im Rechtsbereich noch kein beispielgebendes Verfahren. Mit der Vertragsvergabe endet die Zuständigkeit des Teams, das das Projekt bereits zum Jahresbeginn 2021 in Angriff nahm. Die fachlich breit aufgestellte Rechtsabteilung des Energieversorgers begleitete das Verfahren und übernimmt nun die alleinige Federführung. 

Bei der Flächensicherung und zu den Wegerechten für die Stromtrasse Suedlink wird TransnetBW hingegen seit Jahresbeginn regelmäßig von PricewaterhouseCoopers Legal beraten. Das Team um die Düsseldorfer Energierechtlerin Dr. Jutta Mues kümmert sich auch um die Durchsetzung notwendiger behördlicher und gerichtlicher Maßnahmen.

Fluence ging das Bewerbungsverfahren um den großen Energiespeicher nach JUVE-Informationen ohne externe Berater an. Sie vertraute auf ein Team um General Counsel Meyer. Er war zuletzt Chief Legal Counsel bei S.A.G. Solar in Freiburg, bevor er Anfang 2018 Managing Director und europäischer Chefjurist bei Fluence wurde.      

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