Gleichstromtrasse ‚A-Nord‘

Franz-Mandantin setzt sich in Amprion-Bewerberverfahren durch

Der Stromnetzbetreiber Amprion hat den Ausbau der Stromtrasse ‚A-Nord‘ an eine Bewerbergemeinschaft aus sechs mittelständischen Bauunternehmen und zwei Planungsbüros vergeben. Das Konsortium wird den rund 300 Kilometer langen nördlichen Abschnitt von Emden nach Osterath sowie die parallellaufende rund 100 Kilometer lange Offshore-Trasse bauen.

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Das ab 2024 zu errichtende Teilstück mit einer Trassenbreite von 1.000 Metern gehört zum sogenannten ‚Korridor A‘. Dadurch soll Windstrom von Nord- nach Süddeutschland transportiert werden. Amprion selber bezeichnet den Korridor als „Hauptschlagader der Energiewende“.

Birgit Franz

Der zweite, 340 Kilometer lange Abschnitt heißt ‚Ultranet‘ und ist bereits im Bau. Er erstreckt sich zwischen dem niederrheinischen Osterath und Philippsburg in Baden. ‚A-Nord‘, dessen Bauvolumen mit rund 1,2 Milliarden Euro veranschlagt ist, wird künftig rund 2.000 Megawatt elektrische Leistung übertragen. Dies entspricht dem Bedarf von rund zwei Millionen Menschen.

Insgesamt zehn Konsortien hatten sich um das Projekt beworben, drei von ihnen gelangten in die engere Wahl. Nach Workshops mit den Bewerberinnen traf Amprion die abschließende Entscheidung.

Berater Amprion
GvW Graf von Westphalen (Hamburg): Dr. Robert Theissen (Federführung); Associate: Alena Wutz (beide Baurecht)

Robert Theissen

Berater Auftragnehmer
Franz (Köln): Dr. Birgit Franz (Federführung); Associate: Marcel Manz (beide Baurecht)

Berater unterlegene Bewerberin
Rittershaus (Frankfurt): Prof. Dr. Antje Boldt (Baurecht) – aus dem Markt bekannt
Kapellmann (Mönchengladbach): Prof. Dr. Heiko Fuchs (Baurecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Das Vergabeverfahren ging im Rahmen einer ‚Integrierten Projektabwicklung‘ (IPA) über die Bühne. Wegen des damit verbundenen Aufwands kommt die IPA in der Regel nur bei Großprojekten zum Einsatz. In klassisch aufgesetzten Bauprojekten bestimmen bilaterale Vertragsbeziehungen zwischen Gewerken und Auftraggebern das Bild. Das IPA-Modell hingegen setzt auf einen Mehrparteienvertrag. Während die IPA international bei Bauprojekten seit rund zwei Jahrzehnten erfolgreich praktiziert wird, ist das Thema in Deutschland erst in den vergangenen Jahren in den Fokus gerückt.

Bei Graf von Westphalen, die eine längere Mandatsbeziehung zu Amprion unterhält, war Partner Theissen federführend tätig. Die Einheit war hier erstmalig an einer IPA beteiligt, bringt aber aus anderen Verfahren ihr Know-how etwa bei der Konstruktion des Preismodells und der Planung der im Konfliktfall deeskalierenden Module ein.     

Franz wurde von der letztlich erfolgreichen Bietergemeinschaft kontaktiert. Die Unternehmen hatten sich in Eigeninitiative zusammengetan. Die in der Branche hoch angesehene Gründungspartnerin hatte 2019 nach 17 Jahren die Kanzlei Leinemann & Partner verlassen, um selbstständig tätig zu werden.

Um die Vergabe von A-Nord hatten sich im Mandat einer unterlegenen Bewerberin mit Rittershaus und Kapellmann auch andere namhafte Kanzleien bemüht. Die zweite unterlegene Bewerberin durchlief den Prozess dem Vernehmen nach mit Inhouse-Kräften.

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