Siltronic gilt als weltweit drittgrößter Hersteller von Siliziumscheiben für die Halbleiterindustrie, die Grundlage der modernen Mikro- und Nanoelektronik und wichtige Bestandteile von Computern, Mobiltelefonen, DVD-Playern und Flachbildschirmen sind. 2014 erwirtschaftete das Unternehmen mit knapp 4.200 Mitarbeitern 853 Millionen Euro, schrieb aber operativ Verluste.
Die Nettoerlöse aus dem IPO will die Gesellschaft zur Refinanzierung der Schulden und zur Stärkung der bestehenden Nettoliquidität sowie für allgemeine Unternehmenszwecke wie das Optimieren der Produktion verwenden. Der Mutterkonzern Wacker will sich Medienberichten zufolge auf längere Sicht bei Siltronic weiter zurückziehen. Nach dem Börsengang liege der Anteil des Streubesitzes zunächst bei maximal 42,2 Prozent.
Für Siltronic ist es nicht der erste Anlauf an die Börse. Schon 2004 wollte Wacker die Tochter ans Parkett bringen, sagte den Börsengang aber zwei Tage vor der geplanten Erstnotiz ab.
Berater Wacker
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Rick van Aerssen (Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht), Mark Strauch, Ashar Qureshi (beide US-Kapitalmarktrecht), Dr. Ferdinand Fromholzer (Gesellschaftsrecht, München); Associates: Moritz Voges, Aurelio de Sousa (beide Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht), Kyle Miller, Tim van Hal (beide US-Kapitalmarktrecht, beide London), Silke Beiter, Dr. Tingting Weinreich-Zhao, Dr. Dörthe Imberg (alle Gesellschaftsrecht, München)
Wacker Inhouse (Recht): Goetz Neumann (General Counsel), Alexandra Rullen (Senior Counsel)
Berater Banken
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton (Frankfurt): Dr. Gabriele Apfelbacher, Dr. Ward Greenberg (US-Recht) – aus dem Markt bekannt
Hintergrund: Freshfields war für die Begleitung dieses IPO eine naheliegende Lösung, denn die Kanzlei hat seit vielen Jahren gute Kontakte zum Mutterkonzern Wacker Chemie, dem sie etwa bei dessen eigenem Börsengang im Jahr 2006 zur Seite stand. Und auch beim Joint Venture von Siltronic und Samsung im selben Jahr war Freshfields tätig, gemeinsam mit Hengeler Mueller. Beide Kanzleien hatten zudem auch den ersten IPO-Versuch von Siltronic begleitet, Hengeler damals das Unternehmen und Freshfields die Banken.
Hengeler war nun nicht mehr dabei. Nachdem sich Freshfields die Emittentenberatung sicherte, kam Cleary bei den Banken zu Zug. Die Sozietät ist bei Kapitalerhöhungen und Börseneinführungen häufig für die begleitenden Konsortien tätig und verfügt insbesondere zur Deutschen Bank über hervorragende Kontakte. Bei bedeutenden Börsengängen war Cleary zuletzt jedoch selten mit von der Partie.
Für die externe Wirtschaftsprüfung setzte Siltronic auf KPMG.