Zelltherapie

Bayer kauft mit Baker und Inhouseteam US-Konzern AskBio

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer baut sein Geschäft mit Zell- und Gentherapien mit der Milliardenübernahme des US-Unternehmens Asklepios BioPharmaceutical aus. Für den Kauf von AskBio fließen zunächst zwei Milliarden Dollar, also umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro. Erfolgsabhängig kommen dann nochmals bis zu zwei Milliarden Dollar hinzu, drei Viertel davon voraussichtlich in den kommenden fünf Jahren.

Teilen Sie unseren Beitrag
Ingo Strauss
Ingo Strauss

Die Transaktion, nach der AskBio weiter als unabhängiges Unternehmen agieren wird, soll noch 2020 abgeschlossen werden. Mit dem Zukauf stärkt Bayer ihre Pharma-Pipeline, da der Patentschutz für zwei wichtige Mittel in den nächsten Jahren wegfällt. Unter anderem läuft das Patent für den Gerinnungshemmer Xarelto aus, einem milliardenschweren Kassenschlager von Bayer.

Neben der Erforschung und Entwicklung von Gentherapien, die erst einmal viel kosten, verdient AskBio Geld mit der Auslizenzierung von Wirkstoffen an andere Pharmaunternehmen.

Bayer sieht AskBio als Ergänzung zum 2019 übernommenen Stammzellspezialisten BlueRock Therapeutics, der auf ähnlichen Gebieten wie AskBio forscht, jedoch nicht auf Gentherapie sondern auf Stammzellen setzt. Mit AskBio kauft Bayer nun ein Unternehmen, das Therapien für die Stoffwechselkrankheit Morbus Pompe, für Parkinson und Herzinsuffizienz in der frühen klinischen Entwicklung hat.

Christian Bank
Christian Bank

Zuletzt hatte Bayer auch in das Geschäft mit Krebsmedikamenten wie Nubeqa sowie in das Geschäftsfeld rund um Frauengesundheit Geld gesteckt. Letzteres hatten die Leverkusener erst im Sommer mit dem Kauf des britischen Biotechunternehmens Kandy Therapeutics gestärkt. All das sind notwendige Bausteine, da in wenigen Jahren nach und nach einige wichtige Patente wegfallen.

Berater Bayer
Inhouse Recht (Leverkusen): Dr. Christian Bank (Federführung; Head of Legal M&A), Dr. Deny Silny (M&A), Dr. Paul Fort (Kartellrecht), Dr. Malte Welters, Solveig Hinsch, Katrin Ademmer, Dr. Stefan Gehring, Christoph von Kupsch (alle Bayer Pharma Berlin), Dr. Markus Albers, Dr. Axel Harrenga, Dr. Laura Leitner, Dr. Johanna Driehaus, Christian Schalk (alle IP)
Inhouse Steuern (Leverkusen): Fabian Altehenger, Jens Schedler 
Baker & McKenzie (New York): Alan Zoccolillo (M&A), Segota (Life Sience/M&A), Bill Rowe (Corporate), Dr. Ingo Strauss (M&A; Düsseldorf), Dr. Christian Burholt (Kartellrecht; Berlin), Dr. Thilo Räpple (Medizinrecht), Dr. Manuel Lorenz, Sandra Wittinghofer (beide Bank- und Finanzrecht); Associates: Dr. Martin Altschwager (Medizinrecht; alle Frankfurt), Katrin Kurz (Kartellrecht; Berlin), Piotr Korzynski, Jieun Tak, Mallory Craig-Karim, Andrew Cohen (alle Corporate)
KPMG (Frankfurt): Christian Prokesch (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Berater AskBio
Ropes & Gray (Boston): Michael Roh (Private Equity), Emily Oldshue, Amanda Austin (alle Federführung), Paul Kinsella, David McIntosh (alle M&A), Matthew Jones (Steuer- und Arbeitsrecht; Chicago), Albert Cacozza (Gesundheitsrecht/Compliance), Michael McFalls, Maria Calvet (alle drei Washington), Daniel Ward (alle Konfliktlösung), Megan Bisk (Arbeitsrecht), Adam Greenwood (Steuerrecht; New York), Eve Brunts (Gesundheitsrecht), Anthony Bernard (Private Equity); Associates: Frederick Dumas (Private Equity; San Francisco), Joshua Talicska (M&A)

Hintergrund: Wie bereits in der Vergangenheit koordinierte Bayer auch diesen Deal unter Einsatz ihres erfahrenen Inhouse-Teams unter der Federführung des Head of Legal M&A Bank. Bereits im vergangenen Jahr hatte ein großes Team um Bank den Verkauf der Lanxess- und Bayer-Tochter Currenta an Macquarie begleitet. Das Bayer-Inhouse-Team kümmerte sich zudem auch um einige kartell- und steuerrechtliche Themen.

Wie bereits bei der Currenta-Transaktion setzte Bayer auch diesmal auf Baker. Die Beziehung zu der Kanzlei ist noch recht frisch: Der AskBio-Zukauf ist erst die zweite große Transaktion, die Baker für Bayer stemmt. In der Vergangenheit hatte Bayer bei Transaktionen mit US-Bezug auf Kanzleien wie Sullivan & Cromwell oder Covington & Burling gesetzt.

Mitgebracht hatte den Kontakt zu Bayer der deutsche Corporate-Partner Strauss, der Bayer noch aus seiner Zeit bei Hengeler Mueller kennt und bei der jetzigen Transaktion die deutsche Federführung hatte. Strauss hatte auch den Kontakt zu Baker in den USA hergestellt. Da sich das verkaufte Geschäft zum Großteil in den USA befindet, lag der Schwerpunkt der Beratung im US-Recht. Zu dem großen Baker-Team gehörten neben den deutschen und amerikanischen auch spanische und französische Anwälte. (Helena Hauser; mit Material von dpa)

Artikel teilen