Hintergrund DIS-Vorstand im Interview

„Ein Abschied vom Standort Bad Godesberg wäre 2028 möglich“

Der neue Vorstand der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) ist seit Januar im Amt. JUVE spricht mit dem neuen Präsidenten Thomas Pfeiffer und Generalsekretärin Ramona Schardt über Internationalität, geplante Reformen, einen möglichen neuen DIS-Standort und die Frage, warum Unternehmensjuristen bei den Vorstandswahlen schlechter abgeschnitten haben als erwartet.

von Marc Chmielewski

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JUVE: Frau Schardt, Herr Professor Pfeiffer, ein erklärtes Ziel der DIS war stets, sich stärker zu internationalisieren. Doch der Anteil rein deutscher Verfahren ist 2025 mit 67,5 Prozent so hoch wie seit zehn Jahren nicht. Wird die DIS also deutscher statt internationaler?
Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Pfeiffer:
Bei relativer Betrachtung trifft das zu, aber die Zahl der englischsprachigen Verfahren ist in absoluten Zahlen ebenfalls gewachsen. Das deutschsprachige Wachstum war eben noch stärker.
Dr. Ramona Schardt: Wir messen Internationalisierung nicht nur am Anteil internationaler Verfahren, sondern auch an unserer internationalen Sichtbarkeit und Vernetzung – und hier haben wir enorme Fortschritte gemacht. Wir haben im vergangenen Jahr Kooperationsverträge mit den Organisationen Silicon Valley Arbitration & Mediation Center und Japan Association of Arbitrators geschlossen, wir unterhalten 13 Ländergruppen und sind auf praktisch jeder Arbitration Week weltweit präsent. Wir haben unsere Veranstaltungszahl national und international auf 120 pro Jahr erhöht – Rekord.

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