Hintergrund Analyse

JUVE Rankings zum Immobilien- und Baurecht: FAQ zu den wichtigsten Entwicklungen

Nach zwei sehr verhaltenen Jahren zeigte sich der Immobilientransaktionsmarkt wieder ein wenig aktiver. Im Baurecht halten neue Projektmethoden wie IPA-Vertragsmodelle mehr und mehr Einzug, außerdem sind Infrastrukturprojekte auf Straße und Schiene sowie Energievorhaben die Markttreiber. Neben den führenden Beraterinnen und Beratern auf diesem Gebiet haben wir nach längerer Zeit wieder eine JUVE Kanzlei des Jahres für Immobilienrecht sowie eine weitere Kanzlei des Jahres für Baurecht gekürt.

von Laura Bartels

Welche Kanzleien haben das Immobilienwirtschafts- und Baurecht in den vergangenen zwölf Monaten besonders geprägt?

Im Immobilienrecht führt derzeit kaum ein Weg an Greenberg Traurig vorbei. Die US-Kanzlei ist derzeit sehr präsent im Markt, sowohl durch ihre Transaktionsarbeit als auch aufgrund ihres Wachstums auf der Finanzierungsseite. Im Herbst 2025 gewann sie die Ex-Goodwin-Procter-Partnerin Dr. Anke Johann für ihr noch junges Münchener Büro. Viel Anerkennung von Wettbewerbern wie auch Mandanten erhielten zuletzt auch Kanzleien wie Noerr und Linklaters. Im Baurecht ist das Pendant zu Greenberg Marktführerin Kapellmann und Partner, die in Großprojekten unterschiedlicher Couleur auftrumpft und dabei von Wettbewerbern wie Mandanten viel Lob erhält. Bemerkenswert ist auch der Siegeszug von Franz & Partner in München, die sich innerhalb weniger Monate nach Eröffnung eines Münchener Büros im Jahr 2023 durch den Gewinn neuer Mandate im Markt etablieren konnte.

Gibt es Ranking-Neulinge, die bereits Akzente in diesen Rechtsgebieten setzen konnten?

Im Immobilienwirtschaftsrecht haben sich die internationale Kanzlei Simmons & Simmons sowie die deutsche Mittelstandskanzlei Friedrich Graf von Westphalen & Partner personell signifikant. Simmons nahm gleich vier Partner von Goodwin Procter im Spätsommer 2025 hinzu. Goodwin Procter hatte im August bekannt gegeben, ihr Frankfurter Büro sowie ihre deutsche Immobilienpraxis zu schließen. Friedrich Graf von Westphalen gewann innerhalb weniger Monate fünf Anwälte aus verschiedenen Kanzleien, darunter GSK Stockmann und McDermott Will & Schulte.

Und wie sieht es im Baurecht aus?

Im Baurecht macht die im Sommer 2024 von bekannten Leinemann-Partnern gegründete Boutique crp law von sich reden. Innerhalb weniger Monate gelang es ihr, ihr Mandantenportfolio insbesondere im Infrastruktursegment deutlich auszubauen.

Haben sich die Fokusthemen in diesen Rechtsgebieten zuletzt verändert?

Die Immobilienbranche befindet sich weiterhin im Umbruch. Zahlreiche Insolvenzen bescherten den Kanzleien verstärkt Mandate mit Restrukturierungsbezug. Während Büroimmobilien derzeit eher floppen, haben Datencenter und vor allem Rechenzentren Hochkonjunktur. Im Baurecht bahnen sich die IPA-Vertragsmodelle weiter ihren Weg durch den Markt. Häufig unter Beteiligung der öffentlichen Hand, aber vermehrt auch im Privatsektor, wo zumindest einzelne Elemente der integrierten Projektabwicklung genutzt werden, um Streit am Bau möglichst zu vermeiden. Auch mit Blick auf die Aussichtslosigkeit einer schnellen Klärung vor ordentlichen Gerichten.

Gibt es spezialisierte Einheiten für diese Themen?

Im Immobilienrecht ist das Feld an Kanzleien, das sich mit restrukturierungsnahen Mandaten, aber auch den derzeit gefragten Assetklassen befasst, sehr breit. Bei den baurechtlichen Vertragsmodellen gehören Kanzleien wie Rittershaus, Breyer und Kapellmann zu den Vorreitern.

Gab es Personalwechsel, die in der Branche für Gesprächsstoff gesorgt haben?

Im Frühjahr 2025 sorgte Clifford Chance für einen Paukenschlag im Immobilienrecht, als sie bekannt gab, dass ihr Praxisgruppenleiter Dr. Christian Keilich die Kanzlei gemeinsam mit einem weiteren Partner und einem of Counsel verlassen wird. Bei Clifford laufen die Abgänge unter dem Label Generationswechsel, Wettbewerber vermuten mehr dahinter. Die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte. Bisher jedenfalls hat die marktführende Praxis noch nichts von ihrer starken Stellung eingebüßt. Für Gesprächsstoff sorgte auch die Schließung der deutschen Immobilienpraxis bei Goodwin Procter. Die Partner und Associates fanden alle schnell neue Kanzleien. Der Abschied vom Immobilienrecht in Deutschland kam für viele Wettbewerber dennoch überraschend. Im Baurecht war es im Vergleich zum regen Vorjahr, in dem es gleich mehrere Spin-offs in etablierten Kanzleien gab, eher ruhig. Vereinzelt gab es Wechsel. Friedrich Graf von Westphalen und Lutz Abel eröffneten neue Büros in Düsseldorf respektive Frankfurt, bei deren Aufbau Immobilien- und Baurechtler eine wesentliche Rolle spielen.

Hier geht es zum neuen Ranking Immobilien- und Baurecht.

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