Hintergrund Legal-Tech-Spezial

Rechtsmarkt und KI: Wer hat hier noch das Sagen?

Der Markt für Legal AI hat sich in Rekordzeit gewandelt – und mit ihm die Spielregeln für Kanzleien: Wo vor Kurzem noch Unsicherheit herrschte, kämpfen heute spezialisierte Anbieter und Tech-Giganten um die Macht im Rechtsmarkt. Sie übernehmen Aufgaben, die bisher fest in Anwaltshand lagen. Ein Blick auf eine beispiellose Umwälzung.

von Helena Hauser

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Erst vor einem Jahr galt der Einsatz von KI im Rechtsmarkt bei vielen Kanzleien noch als Experiment, an dessen praktischen Nutzen gezweifelt wurde. „Wir haben der KI einige juristische Fragen gestellt, aber die Antworten waren nicht zu 100 Prozent korrekt. Daher arbeiten wir erstmal nicht mit KI. Wir Anwälte brauchen doch Verlässlichkeit“, sagte damals ein Partner und war mit seiner Skepsis nicht allein. Anfang 2025 testeten Kanzleien Tools und sammelten erste Erfahrungen mit generativer KI. Aber zu groß erschienen die rechtlichen Hürden, zu unklar die Vorteile, zu hoch die Kosten. Diese Haltung hat sich radikal geändert. Heute ist der Einsatz generativer KI zum Muss geworden. Die Fragen lauten eher: Welche Plattform überlebt die nächsten zwei Jahre? Lohnt sich die Investition in spezialisierte Legal-AI- Anbieter, wenn Microsoft und Anthropic ihre eigenen Lösungen direkt in Word und andere Standardprogramme einbauen? Und wer hat künftig mehr Macht: die Kanzlei oder der Mandant, der dieselben Tools nutzt? Heute erwarten Mandanten, dass Kanzleien KI einsetzen. Rechtsabteilungen bauen eigene Kompetenzen auf, nutzen dieselben Tools. Damit prüfen sie Verträge selbst, führen Recherchen durch und erstellen erste Entwürfe. Und sie hinterfragen zunehmend, wofür sie eigentlich noch externe Berater beauftragen.

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