Anders als die meisten Rankings misst die azur-Liste die Attraktivität von Arbeitgebern nicht ausschließlich anhand ihres Prestiges. Fünf Einzelfaktoren geben den Ausschlag für die Platzierung.
2008 hatte die azur-Redaktion Kanzleien bzw. Unternehmen und Beratungsgesellschaften noch getrennt voneinander gelistet. Freshfields führte schon im Vorjahr das Kanzleiranking an, BMW stand an der Spitze der Unternehmen. Die aktuelle Liste fügt beide Bereiche zusammen. Die Rechtsabteilungen verloren in den letzten zwölf Monaten spürbar an Attraktivität gegenüber Großkanzleien. Dies hat vor allem zwei Gründe: Anders als Kanzleien stellen Rechtsabteilungen im Zeichen der Wirtschaftkrise 2009 kaum noch junge Juristen ein. Außerdem halten ihre Gehälter mit den sehr hohen Salären in Großkanzleien kaum noch Schritt – bei deutlich mehr Arbeitsbelastung als in den Jahren zuvor. Vor allem die Banken büßten erheblich an Attraktivität ein. Keine von ihnen konnte sich auf den ersten 50 Rängen platzieren. 2008 war die Deutsche Bank noch die Nummer 2 der attraktivsten Rechtsabteilungen hinter BMW.
Zwei weitere Überraschungen unter den 50 bestplatzierten Arbeitgebern sind Sidley Austin (Platz 30) und Kümmerlein Simon & Partner (Platz 33). Die stark auf das Bank- und Finanzrecht fokussierte Kanzlei Sidley Austin punktet durch eine hohe Beliebtheit bei Bewerbern und ein hohes Gehalt. Sehr gute Attraktivitätsnoten kann Kümmerlein trotz geringer Größe im Vergleich zu den Großkanzleien vorweisen. Sie sind Ausdruck der langjährigen Bemühungen der Essener Kanzlei bei der Rekrutierung von Nachwuchs.
Die azur-Redaktion veröffentlicht die Ergebnisse ihrer Recherche in ‚azur100 – Top-Arbeitgeber‘ für Juristen 2009. Die neue Publikation aus dem JUVE-Verlag erscheint jährlich und präsentiert Studenten, Referendaren und Bewerbern 100 attraktive Arbeitgeber, darunter auch die 50 bestplatzierten aus der azur-Liste.