Arcandor

Insolvenzverfahren geht ohne Piepenburg weiter

Der Düsseldorfer Anwalt Horst Piepenburg hat gestern sein Mandat als Generalbevollmächtigter des Arcandor-Vorstands niedergelegt. Der Konzern teilte mit, dass der 55-jährige Namenspartner der Kanzlei Piepenburg - Gerling die Restrukturierung nur noch als Berater unterstützen wird.Der Rückzug des angesehenen Sanierungsprofis nährt Spekulationen, nach denen für das Arcandor-Insolvenzverfahren nicht mehr ein Insolvenzplan mit Eigenverwaltung angestrebt wird. Diese Lösung wäre die Methode der Wahl gewesen, wenn es um die Erhaltung des Konzerns als Ganzes ginge: Der Vorstandsvorsitzende von Arcandor, Dr. Karl Gerhard Eick wäre im Amt geblieben, möglicherweise mit einem Chief Restructuring Officer (CRO) in Person Piepenburgs an seiner Seite. Der bislang vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Klaus Hubert Görg wäre nur noch als Sachwalter aufgetreten, um die Erfüllung des Insolvenzplans zu überwachen.

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Allerdings ist ein Insolvenzplan für die Gläubiger kostspieliger als die Variante, derzufolge der Konzern in einzelnen Teilen verkauft würde. Denn die Liquidität, die für die Anlaufphase eines Insolvenzplans erforderlich ist, müssen Altgesellschafter und Gläubiger bereitstellen. Presseberichten zufolge vermisste Piepenburg hier die Unterstützung eines der Hauptaktionäre, der Bank Sal. Oppenheim. Die Bank wies den Vorwurf prompt zurück und erklärte, das Sanierungsmanagement habe bisher überhaupt kein tragfähiges Konzept vorgelegt.

Arcandor steckt seit dem 9. Juni im vorläufigen Insolvenzverfahren. Auch vierzig Tochtergesellschaften haben in der Zwischenzeit Insolvenz angemeldet, für alle ist Görg als Insolvenzverwalter zuständig. Beobachtern zufolge ist es der Kanzlei Görg in kurzer Zeit gelungen, mit einem über 30 Personen starken Anwaltsteam die wirtschaftlichen und juristischen Gegebenheiten der Arcandor-Insolvenz aufzuarbeiten.

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