Allerdings ist ein Insolvenzplan für die Gläubiger kostspieliger als die Variante, derzufolge der Konzern in einzelnen Teilen verkauft würde. Denn die Liquidität, die für die Anlaufphase eines Insolvenzplans erforderlich ist, müssen Altgesellschafter und Gläubiger bereitstellen. Presseberichten zufolge vermisste Piepenburg hier die Unterstützung eines der Hauptaktionäre, der Bank Sal. Oppenheim. Die Bank wies den Vorwurf prompt zurück und erklärte, das Sanierungsmanagement habe bisher überhaupt kein tragfähiges Konzept vorgelegt.
Arcandor steckt seit dem 9. Juni im vorläufigen Insolvenzverfahren. Auch vierzig Tochtergesellschaften haben in der Zwischenzeit Insolvenz angemeldet, für alle ist Görg als Insolvenzverwalter zuständig. Beobachtern zufolge ist es der Kanzlei Görg in kurzer Zeit gelungen, mit einem über 30 Personen starken Anwaltsteam die wirtschaftlichen und juristischen Gegebenheiten der Arcandor-Insolvenz aufzuarbeiten.