Bestandsaufnahme

Ein Jahr Freshfields ohne Köln

Die Wellen schlugen hoch, als sich Ende 2015 das Gerücht verbreitete: Köln, eines der Stammbüros von Freshfields Bruckhaus Deringer in Deutschland, wird schließen. Knapp ein Jahr liegt die Schließung nun schon zurück und es ist klar: Nicht alle Kölner wollten mit nach Düsseldorf ziehen. Ein Blick zurück.

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Die Diskussion, ob es wirklich zwei Büros im Rheinland brauche, hatte es bei Freshfields in der Vergangenheit immer mal wieder gegeben. Doch 2015 wurde schnell klar, dass es dieses Mal ernst ist. Kanzleien und Unternehmen in Köln berichteten mit einem Mal von einer Flut von Bewerbungen durch Anwälte des Freshfields-Büros.

 

Knapp ein Jahr nach der tatsächlichen Schließung sind genaue Zahlen schwer zu ermitteln, doch von den ehemals rund 75 Anwälten aus Köln haben einige die Kanzlei verlassen, Aber viele sind auch geblieben – entweder in Düsseldorf oder an anderen Standorten wie München oder Berlin. Auch einige Partner namhafter Großkanzleien erkennen an, dass die Konkurrentin den Schritt aus einer Position der Stärke heraus und mit Blick auf eine Weiterentwicklung der Praxis getan hat. Denn Freshfields definierte im Zuge der Zusammenlegung der Büros Düsseldorf als Schwerpunkt ­ihrer Compliance-Gruppe, indem sie Kartell-, Steuer-, Straf- und Gesellschaftsrechtler näher zusammenrückte – und unterstrich dies noch, indem sie Partner in Litigation und Kartellrecht ernannte.

 

Doch es gab auch Anwälte, die frühzeitig oder nach einigen Monaten in Düsseldorf ihren Absprung vorbereiteten. Dabei griffen nicht nur Kölner Kanzleien, sondern auch die Rechtsabteilungen einiger namhafter Unternehmen zu. Rewe, Bayer, Metro – dies sind nur einige, die mit Kölner Freshfields-Anwälten ihre Inhouseteams ausgebaut haben. Beobachter rechnen damit, dass es bei Freshfields im Verlauf der nächsten Monate durchaus noch den ein oder anderen Weggang geben könnte.

Denn dass zwei Standorte völlig geräuschlos zusammen wachsen, ist wohl illusorisch. „Es gab im Kölner Büro unter den Associates schon einen gewissen Spirit“, erzählt einer rückblickend. „Das wird an dem neuen Standort nicht einfach fortzusetzen sein, auch wenn es den Tanker Freshfields nicht vom Kurs abbringt.“ Von einem Einschnitt will die Kanzlei offiziell nichts wissen, hartnäckig hielt sie an der Sprachregelung fest, von ihrem Standort im Rheinland zu sprechen, wenn es um Düsseldorf ging. Doch ist es bezeichnend, dass die Standortleitung Matthias Koch übertragen worden ist – einem der Kölner Neuzugänge in Düsseldorf.

 

 

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